https://www.faz.net/-gtm-98qiv

3:0 gegen VfL Wolfsburg : Gladbach zaubert und hofft noch auf Europa

  • Aktualisiert am

Daumen hoch und Jubelschrei: Gladbachs Raffael (l.) und Jonas Hofmann (r.) zauberten gegen Wolfsburg. Bild: dpa

Das war deutlich. Borussia Mönchengladbach hat sich nach dem 1:5 in München rehabilitiert und schielt nun wieder nach Europa. Der VfL Wolfsburg dagegen hat weiter große Abstiegssorgen – und hält den HSV und den FC Köln am leben.

          2 Min.

          Ausgerechnet der langjährige Erfolgs-Trainer Dieter Hecking hat den erschreckend leidenschaftslosen VfL Wolfsburg noch tiefer in den Abstiegskampf gerissen. Mit Borussia Mönchengladbach führte Hecking den fast schon gleichgültig auftretenden VfL beim 3:0 (3:0) teilweise vor. Den auch von Turbulenzen in der Vereinsspitze geplagten Wolfsburgern droht am viertletzten Bundesliga-Spieltag nun das Abrutschen auf Rang 16 – und damit wie im Vorjahr die Relegation.

          Hecking hatte mit dem VfL 2015 den DFB-Pokal gewonnen, war Vize-Meister geworden und wurde selbst zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Seit Heckings Entlassung vor fast genau anderthalb Jahren ist Bruno Labbadia bereits der vierte VfL-Trainer. Der 52-Jährige hat mit den Niedersachsen aber nur eines von acht Spielen gewonnen.

          Der Tabellenachte aus Mönchengladbach wahrte durch den erst vierten Rückrunden-Sieg seine kleine Chance auf die Qualifikation für die Europa League. Die Treffer für die Borussia erzielten Nationalspieler Lars Stindl (8. Minute), sein Sturmpartner Raffael (35.) sowie Weltmeister Christoph Kramer mit einem kuriosen Freistoßtor (44.). Durch die beherzte Leistung sind die Gladbacher wohl auch der Versöhnung mit ihren zuletzt sehr kritischen Fans etwas näher gekommen.

          Freude bei den Gladbachern: Gegen den VfL Wolfsburg gelang ein lockerer Sieg. Bilderstrecke
          Freude bei den Gladbachern: Gegen den VfL Wolfsburg gelang ein lockerer Sieg. :

          Nach der Wolfsburger Niederlage ist die Besiegelung der Abstiege des Hamburger SV und des 1. FC Köln an diesem Wochenende nicht mehr möglich. Am nächsten Wochenende trifft Wolfsburg auf den HSV, der bei einem Erfolg gegen Freiburg am Samstag dann im direkten Duell sogar wieder Hoffnung schöpfen könnte.

          Denn die Niedersachsen agierten im Borussia-Park wie ein Absteiger. Mit haarsträubenden Fehlern in der Defensive, unerklärlichen Unkonzentriertheiten und einem ideenlosen Offensivspiel ergab sich der VfL früh seinem Schicksal. Torhüter Koen Casteels verhinderte mit einigen Paraden sogar noch Schlimmeres.

          Bundesliga

          „Das war ein bodenloser Auftritt. Es muss sich jeder hinterfragen, was wir für ein Mist hier gespielt haben“, sagte Wolfsburgs Maximilian Arnold und Paul Verhaegh ergänzte: „Die erste Halbzeit geht gar nicht. Es sieht so aus, als ob wir uns unserer Situation nicht bewusst waren. Gladbach war von der ersten Minute an die bessere Mannschaft.“

          Bezeichnend für das Wolfsburger Desaster war das dritte Gladbacher Tor. Bei einem Freistoß an der Strafraumgrenze waren die Gäste noch damit beschäftigt, Spieler für die Mauer zu finden, als Schiedsrichter Tobias Stieler schon längst den Ball freigegeben hatte. Kramer bedankte sich und schoss den Ball ins leere Tor.

          Stindl und Raffael: Gladbachs Sturmduo trifft wieder

          Es war der Tiefpunkt einer katastrophalen ersten Hälfte, als die Wolfsburger bei allen drei Toren kräftig mithalfen. Beim Führungstor von Stindl spielte Riechedly Bazoer einen unerklärlichen Rückpass und brachte damit den Nationalspieler ins Spiel, der wuchtig abschloss.

          Beim zweiten Gegentor ließ William seinen Gegenspieler Jonas Hofmann nach einem 50-Meter-Pass von Jannik Vestergaard in aller Ruhe den Ball annehmen und abschließen. Casteels konnte zunächst parieren, war dann aber gegen Raffael im Nachschuss machtlos. Der VfL-Keeper verhinderte mit einer starken Fußabwehr gegen Stindl sogar noch einen weiteren Gladbacher Treffer (26.).

          Die Abstimmung in der Wolfsburger Hintermannschaft war kaum vorhanden. Das galt auch für den millionenschweren Sommer-Neuzugang John Anthony Brooks, der erstmals seit Dezember nach überstandener Knieverletzung spielte und rot-gefährdet in der 28. Minute ausgewechselt wurde.

          In der zweiten Halbzeit ließen es die Gladbacher gemächlicher angehen. Konnten sie auch, denn vom VfL gab es kein Aufbäumen. Hofmann hätte sogar erhöhen können, als er ohne Gegenwehr durch die Wolfsburger Abwehr marschierte und knapp das Tor verpasste (66.).

          Weitere Themen

          Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.

          Duplantis siegt auch ohne großen Höhenflug

          Diamond League : Duplantis siegt auch ohne großen Höhenflug

          Zuletzt meisterte Stabhochspringer Armand Duplantis 6,15 Meter. In Doha bei der Diamond League bleibt er nun weit unter seinem Rekord. Dennoch gewinnt er. Auch ansonsten gibt es wenige überragende Leistungen.

          Topmeldungen

          Besucherinnen bei der Kampagnenveranstaltung Donald Trumps Mitte September in Phoenix.

          Wahlkampf in Amerika : Mein Latino, dein Latino

          Amerikas Demokraten haben im Wahlkampf Arizona, einst eine republikanische Bastion, im Visier. Der demographische Wandel ist auf ihrer Seite. Doch Donald Trump hält dagegen.
          Bas Dost traf für die Eintracht zum 2:0.

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.
          Pandemie in der Luft: Eine Flugbegleiterin auf einem Flug von Kairo nach Scharm al Scheich

          Reisewarnungen wegen Corona : Wie wird eine Region zum Risikogebiet?

          Das Auswärtige Amt tüftelt an den neuen Regeln für Reisen während der Corona-Pandemie. Einige Warnungen könnten wegfallen. Aber das ist kein Grund für allzu große Freude mit Blick auf Herbst- und Winterferien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.