https://www.faz.net/-gtm-943rc

2:1 gegen FC Bayern München : Gladbach bestraft müde Münchner

  • -Aktualisiert am

Matthias Ginter erhöht in der ersten Halbzeit gegen den FC Bayern auf 2:0. Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach schlägt den FC Bayern München nach einer furiosen ersten Hälfte. Bei der 1:2-Niederlage zeigen sich die Bayern ideenlos. Der Gegner nutzt das gnadenlos aus.

          2 Min.

          Jupp Heynckes ist am Samstagabend einen Nimbus los geworden, doch die Tabellenspitze nicht. Nach neun Siegen aus neun Spielen seit seiner Rückkehr zum FC Bayern München und saisonübergreifend 31 ungeschlagenen Pflichtspielen unter dem Traineraltmeister verlor der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Samstagabend 1:2 bei Borussia Mönchengladbach.

          Ein Erfolg, den sich die „Fohlenelf“ aufgrund einer starken ersten Hälfte durch die Treffer von Hazard (38. Minute) per Handelfmeter und Ginter (44.) verdiente. Bayern konnte beim Tabellenvierten nur noch auf 1:2 durch Vidal (74.) verkürzen. Der Vorsprung der Münchner auf den Tabellenzweiten RB Leipzig schrumpfte auf nur noch drei Punkte. Es besteht also wieder Hoffnung für die Konkurrenz, zu der auch die starken Gladbacher gehören.

          Bundesliga

          Für die Bayern war es ein schweres Auswärtsspiel, für den Münchner Trainer Jupp Heynckes aber auch eine besondere Art von Heimspiel. Auf Reisen und zuhause zugleich fühlte sich der gebürtige Mönchengladbacher. Als Heynckes, als Spieler und Trainer ein Held von Borussia Mönchengladbach, mit der Mannschaft des deutschen Meisters längst am Niederrhein weilte, machte ihm von München aus Bayern-Präsident Uli Hoeneß Avancen, nicht wie vorgesehen zum Saisonende sein drittes Trainerengagement an der Säbener Straße zu beenden, sondern doch noch etwas länger zu bleiben.

          „Das halte ich für möglich“, sagte Hoeneß nach der Mitgliederversammlung des größten deutschen Vereins. Dabei hat Heynckes selbst auf Nachfragen stets gesagt, seine dritte Amtszeit als Fußballlehrer des FC Bayern sei mit Saisonschluss vorbei.

          Über das nachzudenken, was im Sommer womöglich sein wird, hatte Heynckes am Samstagabend keine Zeit. Er musste sich vielmehr bei Halbzeit mit einem für ihn ungewohnten Spielstand auseinandersetzen: 0:2 lag der schon am Mittwoch beim Champions-League-Spiel in Brüssel gegen den RSC Anderlecht schwächelnde FC Bayern zurück gegen die frischer anmutende und von Trainer Dieter Hecking exzellent eingestellte Mannschaft. Hecking, einst in Gladbach Spieler unter Heynckes, hatte seinem Team eine kompakte Defensive verordnet, aus der heraus die „Fohlen“ immer wieder zu Kontern ausschwärmten.

          Die Gladbacher mussten aber zunächst einen Rückschlag verarbeiten. Vestergaard rammte seinen Mitspieler, Weltmeister Christoph Kramer, bei einer Abwehraktion, unabsichtlich natürlich, mit der Schulter. Wenig später musste der am Kopf stark blutende Kramer auf einer Trage den Platz verlassen. Für ihn kam Jantschke (12.), der rechts verteidigte. Dafür rückte Elvedi in die Innenverteidigung, während Ginter Kramers Position als „Sechser“ übernahm. Die Borussia musste sich danach erst einmal warmschießen für das, was folgen sollte. Raffael machte jedenfalls nichts aus einer kapitalen Gelegenheit allein vor Torhüter Ulrich (13.).

          Ginter erhöht auf 2:0 in der ersten Halbzeit. Bilderstrecke

          Dann aber war das Tor offen, als Süle den Ball im Zweikampf mit Hazard im Strafraum mit der Hand berührt hatte und Schiedsrichter Gräfe auch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten bei seiner Elfmeterentscheidung blieb. Ulreich war bei Hazards Strafstoß ins linke Eck zwar noch dran, aber der Ball war trotzdem drin. Danach wurden die Bayern mit Lewandowskis sehenswertem Hackenschuss gegen den Pfosten (42.) erstmals gefährlich. Die im Ganzen eher behäbig wirkenden Münchner passten wenig später gar nicht auf, als der Ball über Hazard und Stindl zum freistehenden Ginter kam, der aus kurzer Distanz freie Bahn zum 2:0 hatte.

          Es bahnte sich eine Überraschung im Borussia-Park an, wogegen die Münchner in der zweiten Hälfte zumindest unverdrossen ankämpften. Vidals nicht unhaltbar anmutender Flachschuss zum 1:2 weckte noch einmal Hoffnungen, die sich in der turbulenten Schlussphase nicht erfüllten. Zur Wende fehlte den personell geschwächten Münchnern diesmal das gewisse Etwas.

          Weitere Themen

          Schalke in der Bredouille

          Torwartproblem mit Nübel : Schalke in der Bredouille

          Markus Schubert oder Alexander Nübel – das ist die Frage, die Trainer Wagner in dieser Woche beantworten muss. Der eine kehrt zurück, der andere kann nicht überzeugen. Und beides hat mit dem FC Bayern zu tun.

          Topmeldungen

          Holocaust-Gedenken : Deutschlands Verantwortung

          Taugt die Erinnerungskultur überhaupt, um tatsächlich zu verhindern, was sie verhindern will? Die vergangenen Tage lassen hoffen, dass Leute, die das auf fatale Weise verneinen, nicht triumphieren werden.
          Der frühere EU-Ratspräsident Donald Tusk (r.) im vergangenen Juni mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán am Rande des EU-Gipfels in Brüssels

          Mitglied in der EVP : Keine Mehrheit für Fidesz-Auschluss

          Die christlich-demokratische Parteienfamilie in Europa wird die Suspendierung der ungarischen Regierungspartei aufrecht erhalten. Der Vorsitzende der EVP, Donald Tusk, sagte, für einen Ausschluss gebe es keine klare Mehrheit.
          Wer sich nicht mehr im Spiegel sehen kann – sollte trotzdem nicht verzweifeln.

          Suizide durch Arznei? : Die Pickel und die Angst

          Pickel lassen manche Menschen verzweifeln. Ein Aknemittel soll helfen – doch es wirkt selbst auf die Psyche. Ist es vielleicht für den Selbsttod junger Menschen verantwortlich? Ein schrecklicher Verdacht lebt auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.