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2:4 beim Aufsteiger : Dortmund wird von Hannover überrumpelt

  • -Aktualisiert am

Jarmolenko enttäuscht: Borussia Dortmund verliert gegen Hannover 96. Bild: HECKER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Vier Gegentore und ein Platzverweis. Borussia Dortmund hat in einem turbulenten Spiel bei Aufsteiger Hannover 96 verloren. Der Aufsteiger legt die Defensivschwächen der Borussia gnadenlos offen.

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          Die Schlusspointe dieses turbulenten Nachmittages blieb verdientermaßen Ihlas Bebou vorbehalten. Seinen Tricks und schönen Dribblings ließ er den Höhepunkt des Spiels folgen. Wieder ein Konter, beendet mit einem frechen Schuss ins kurze Ecke: Dieses Tor in der 86. Minute war die beste aller Varianten, um die aufbegehrenden Dortmunder endgültig auszubremsen. Es war der Treffer zum entscheidenden 4:2.

          Dem Außenseiter gelang es durch Jonathas (20. Minute/Foulelfmeter), Ihlas Bebou (40.) und Felix Klaus (60./Freistoß), dreimal in Führung zu gehen. Weil der Gast aus Dortmund jeweils nur durch Dan-Axel Zagadou (28.) und Andrej Jarmolenko (52.) ausgleichen konnte, war die Niederlage für den BVB folgerichtig. Neben der Auswärtspartie ging auch Zagadou mit einer Roten Karte (59.) nach einer Notbremse gegen Jonathas verloren. Genau dieser Szene war das 3:2 durch den zielsicheren Klaus gefolgt, ehe Bebou zur Krönung in eigener Sache ansetzte.

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          Natürlich wird die Ursachsenforschung an einem Wochenende, an dem die Spitzenmannschaft aus Dortmund beim Aufsteiger aus Hannover ins Stolpern gekommen ist, auch eine Torhüterdebatte beinhalten. Roman Bürki ist in den vergangenen Wochen in den Verdacht geraten, nicht der allerbeste Rückhalt für den BVB zu sein. In Hannover flog der Ball in der ersten Halbzeit drei Mal in Richtung des Dortmunder Tores. Zwei Mal musste ihn der Schweizer passieren lassen.

          Bürki darf zumindest angelastet werden, sich in der Anbahnung des Elfmetertors zum 0:1 ungeschickt gegen Hannovers heraneilenden Felix Klaus verhalten zu haben. Aber er hätte hinterher auch die Frage stellen können, warum sich seine Vorderleute immer wieder überrumpeln ließen. Sie bekamen mit Julian Korb und Matthias Ostrzolek die beiden schnellen Hannoveraner Außenspieler nicht in den Griff. Und von Bebou wurde sie im Minutentakt überrumpelt.

          Bundesliga

          Die Schwächen von Borussia Dortmund bleiben eindeutig eine Frage der Balance. Wenn der bezahlte Fußball eine Einbahnstraßen-Sportart wäre, müsste der BVB zwangsläufig zur gehobenen europäischen Elite gezählt werden. Christian Pulisic etwa hatte in Hannover den 49 000 staunenden Zuschauern mehrfach vorgeführt, wie man sich mit hohem Tempo und dem Gefühl für den entscheidenden Moment immer wieder in den Fokus spielt. Der Amerikaner war abgesehen von Bebou der beste Mann auf dem Platz, was allerdings nur bedingt weiterhalf. In der Rückwärtsbewegung offenbarten die angriffslustigen Dortmunder eklatante Schwächen.

          Hannover gelang auf dem Weg zum 2:1 ein nahezu perfekter Konter. Gekonnter Pass von Klaus in die Spitze, scharfe Hereingabe durch Jonathas – und schon war Bürki bezwungen. Der Torhüter wurde beim zweiten Führungstreffer für Hannover durch einen Schuss gegen seine Laufrichtung düpiert. Bei den Gegentreffern drei und vier blieb er chancenlos.

          Zu viel Kritik am Dortmunder Auftritt würde die gute Leistung von Hannover ungerechterweise schmälern. Die Niedersachsen müssen der Konkurrenz mit nur zwei Niederlagen nach zehn Spieltagen wie eine Wundertüte vorkommen. Zuletzt hatte der eingewechselte Stürmer Niklas Füllkrug mit zwei Toren geglänzt. Gegen Dortmund saß er wie der erkältete Torjäger Martin Harnik zunächst auf der Bank, während sich Neuzugang Jonathas von Beginn an beweisen durfte.

          Der hünenhafte Angreifer ist der bisher teuerste Einkauf in der Historie von Hannover 96. Mit einem Treffer, einer Vorlage und einem Zweikampf gegen Zagadou, dem der Platzverweis gegen den Dortmunder folgte, war seine Quote beachtlich. Jonathas führt eindrucksvoll vor, wie man sich als Sturmspitze inszeniert. Für diese Aufgabe ist im Team der Borussia eigentlich Pierre-Emerick Aubameyang zuständig. Doch der prominenteste Profi auf dem Platz kam während der gesamten, äußerst sehenswerten Partie so gut wie nicht zur Geltung.

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