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2:0 in Darmstadt : Dortmund siegt im Sparmodus

  • -Aktualisiert am

Dortmund erledigte die Aufgabe in Darmstadt souverän. Bild: AFP

Die Borussia ist bereit für das Gipfeltreffen mit den strauchelnden Bayern. In Darmstadt siegt der BVB 2:0. Dabei schicken die Dortmunder nur eine verstärkte B-Elf auf den holprigen Rasen.

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          Dortmund ist bereit für das Gipfeltreffen. Drei Tage vor dem Gastspiel des FC Bayern München hat die Borussia im Kraftsparmodus ihr Soll in Darmstadt erfüllt und nach Toren von Ramos (38.) und Durm (53.) 2:0 gewonnen. Der Abstand zu den Münchnern, die gegen Mainz 1:2 verloren, beträgt nunmehr nur noch fünf Punkte, und bei einem Sieg am Wochenende würde die deutsche Meisterschaft für die Borussia wieder in den Bereich des Möglichen rücken.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Dazu allerdings werden die Dortmunder eine andere Leistung brauchen als in Darmstadt – und auch eine andere Mannschaft. Beim Aufsteiger hatte Trainer Thomas Tuchel den Schongang eingelegt und vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Böllenfalltorstadion eine Art verstärkte B-Elf auf den holprigen Platz geschickt. „Heute hat alles gepasst. Wir haben gewonnen, die Bayern verloren – das ist natürlich super“, sagte Durm: „Wir freuen uns jetzt alle auf Samstag. Dass wir die Bayern zu Hause schlagen können, weiß jeder.“ Auch Weltmeister Mats Hummels meinte: „Jetzt wollen wir es am Samstag nochmal spannend machen.“

          Tuchel, der in der Einstimmung auf das Spiel noch am Dienstag immer wieder versichert hatte, die Partie absolut ernst zu nehmen, hatte munter durchgewechselt und im Vergleich zum 3:1 gegen Hoffenheim am Sonntag acht neue Spieler gebracht. Weidenfeller stand für den erkrankten Bürki im Tor. Bender, Schmelzer, Sahin, Kagawa und Mchitarjan saßen auf der Bank, Reus und Piszczek waren erst gar nicht mit nach Darmstadt gereist.

          Das 0:1 – Ramos staubt für Dortmund ab in Darmstadt. Bilderstrecke

          Neu im Dortmunder Startaufgebot waren neben Weidenfeller auch Ginter, Hummels, Durm, Gündogan, Castro, Ramos und der erst 17 Jahre alte Felix Passlack, der sein Debüt in der Bundesliga gab. Das klang nach Schonung der Dortmunder Ressourcen für die Spitzenpartie gegen den FC Bayern. Aber das klang auch ein bisschen nach Überheblichkeit.

          Und tatsächlich sah das in der ersten Halbzeit alles andere als souverän aus, was die Borussia bot: eine Menge Ballbesitz zwar, aber auch viel trostloses Ballgeschiebe. Immerhin hatte der Favorit die erste Chance nach fünf Minuten, als Castros Freistoß gefährlich durch den Strafraum sauste und erst auf Umwegen in den Armen von Torhüter Mathenia landete. Darmstadt konterte eine Minute später mit Vrancic, der den verletzten Rosenthal vertrat, doch Wagner hatte zuvor im Abseits gestanden.

          Es war das erwartete Spiel, die „Lilien“ bearbeiteten den Gegner in der Defensive und setzten bei Ballgewinn meist auf hoch und weit geschlagene Bälle. Was Dortmund bis zur Führung bot, konnte man wohlwollend als taktisches Geduldsspiel beschreiben – oder als Ausdruck fehlender Ideen.

          Der beste Tabellenzweite Europas, wie der Darmstädter Trainer Dirk Schuster die Borussen genannt hatte? In dieser Besetzung gewiss nicht. Die „Lilien“ trauten sich bald öfter in die Offensive und hatten nach 36 Minuten die große Chance zur Führung, doch nach Wagners Schuss zischte der Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Statt 1:0 stand es zwei Minuten später 0:1, die Darmstädter Abwehr war einmal unsortiert, und Ramos konnte den Ball aus drei Metern zur Dortmunder Führung über die Linie drücken.

          Die Borussia war nun auf Kurs und zog das Tempo nach dem Wechsel an. Aubameyang verpasste in der 51. Minute noch das zweite Tor, doch Durm holte dies nach. Nach einem schönen Pass von Castro hatte er wenig Mühe, den Ball im Darmstädter Tor unterzubringen. Die „Lilien“ vergaben noch eine dicke Anschlusschance durch Vrancic (60.), der nach Vorarbeit des starken Wagner den Ball aus zehn Metern in den Abendhimmel schoss.

          Auf der Gegenseite zeigte Mathenia seine Klasse, als er das Duell gegen den durchgebrochenen Sprinter Aubameyang für sich entschied. Am Ende war es ein standesgemäßer Sieg für den Favoriten, der sich nun mit voller Kraft und komplettem Personal der nächsten Aufgabe widmen kann: der Herausforderung des Meisters.

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