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3:2 gegen Leverkusen : Die Leiden von Borussia Dortmund

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Jacob Bruun Larsen (links) und Jadon Sancho bejubeln den Dortmunder Sieg. Bild: EPA

Leverkusen dominiert, aber der BVB gewinnt. Nach fünf Partien ohne Sieg holt Dortmund wieder drei Punkte und pariert den Angriff des FC Bayern auf Platz eins. Und es gibt noch eine gute Nachricht.

          Am Ende des Kraftaktes herrschte große Erleichterung. Erst mit dem erlösenden Schlusspfiff fiel bei den Dortmundern die nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen aufgebaute Anspannung ab. „Wir haben gewonnen – aber wir haben gelitten“, kommentierte Trainer Lucien Favre den 3:2 (2:1)-Zittersieg über Bayer Leverkusen. Über den vor allem in der ersten halben Stunde bescheidenen Auftritt sahen alle Beteiligten großzügig hinweg. „Es ist ein tolles Gefühl, sich von einigen schwierigen Ergebnissen der letzten Zeit zu erholen“, bekannte Taktgeber Axel Witsel.

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          Nur wenige Stunden nach dem TV-Auftritt von Uli Hoeneß bei Sport1, in dem der Bayern-Präsident dem BVB in möglichst furchteinflößender Manier für den Titelkampf die „Hölle“ in Aussicht stellte, behielt das Favre-Team die Nerven. Als sportliche Kampfansage an den drei Zähler entfernten Verfolger taugte die Partie gegen Leverkusen jedoch nur bedingt. „Dass wir in den ersten 30 Minuten so extrem hinterlaufen, habe ich in diesem Stadion lange nicht mehr erlebt“, bekannte Michael Zorc. Doch auch beim Sportdirektor überwog letztlich der Pragmatismus: „Das Ergebnis steht an allererster Stelle, auch wenn es spielerisch durchaus noch Luft nach oben gab.“

          Dank der Treffer von Dan-Axel Zagadou (30.), Jadon Sancho (38.) und Mario Götze (60.) bietet sich der Borussia am nächsten Spieltag im Fernduell mit dem FC Bayern die Chance auf einen Rollentausch. Mit einem Sieg beim kriselnden FC Augsburg am Freitag (20.30 Uhr) könnte die Borussia ihrerseits den Erzrivalen aus München unter Druck setzten. Der Verfolger steht beim Spitzenteam aus Mönchengladbach 22 Stunden später vor der vermeintlich schwereren Aufgabe.

          Die Aussicht auf ein Comeback von Marco Reus verstärkte neben dem 3:2-Sieg die Zuversicht der Dortmunder. „Wir gehen davon aus, dass er nächste Woche wieder dabei ist und uns helfen kann“, sagte Zorc. Der beim Pokal-Aus gegen Bremen am 5. Februar zugezogene Faserriss von Reus ist ausgestanden. Ein leichter Infekt verhinderte den Einsatz des Kapitäns schon gegen Leverkusen. Einen Tag später mischte der Schlüsselspieler ohne Probleme wieder beim Teamtraining mit. Wie wichtig Reus für den BVB ist, hatte Clubchef Hans-Joachim Watzke vor wenigen Tagen zum Ausdruck gebracht: „Wenn er ausfällt, ist das so, als müsse der FC Barcelona auf Messi verzichten.“

          Anders als Reus konnte Manuel Akanji bereits am Sonntag helfen. Der erste Einsatz des Abwehrchefs seit Mitte Dezember trug dazu bei, dass nicht – wie bereits gegen Hoffenheim und Bremen – eine Führung leichtfertig verspielt wurde. Sportdirektor Zorc lobte deshalb: „Es tut uns gut, wenn Manuel auf dem Platz steht. Er strahlt Selbstbewusstheit aus und versucht zu ordnen. Das ist wichtig.“ Akanji genoss die Rückkehr auf den Platz und sieht den BVB auf gutem Weg: „Aus diesem Sieg schöpfen wir wieder Selbstvertrauen.“

          Mit Reus und Akanji scheint der BVB für den Endspurt gerüstet. Und wenn dann auch noch das Spielglück wie gegen Leverkusen zurückkehrt, verheißt dies anhaltende Spannung im Titel-Zweikampf. Der Leverkusener Abwehrspieler Sven Bender räumt seinen einstigen BVB-Kollegen gute Chancen ein: „Auch wenn sie nicht ihren besten Tag haben, holen sie drei Punkte. Am Ende sind das vielleicht genau die Zähler, die man im Meisterkampf holen muss.“

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