https://www.faz.net/-gtm-8f6ar

3:2 gegen Bremen : Dortmund gewinnt verrücktes Spiel

  • -Aktualisiert am

Völlig abgehoben ist nicht nur BVB-Torjäger Aubameyang beim Spiel gegen Bremen. Bild: AP

In der ersten Halbzeit zeigen Dortmund und Bremen ein maues Spiel. Nach der Pause ist die Partie an Dramatik kaum zu überbieten – und der BVB erreicht ein großes Saisonziel.

          2 Min.

          Schon vor dem Anpfiff des Samstagabendspiels war klar, dass Borussia Dortmund dem Tabellenführer Bayern München nach dessen Sieg über Frankfurt nicht würde näher kommen können. Auch die direkte Qualifikation für die nächste Champions-League-Saison hatte der BVB bereits sicher. Also ging es für die Westfalen im Spiel gegen Werder Bremen vor allem darum, sich mit einem Erfolgserlebnis auf die wichtigeren Aufgaben gegen den FC Liverpool und Schalke 04 einzustimmen, die in der kommenden Woche anstehen.

          Das ist ihnen mit einem schwer erkämpften 3:2 am Ende zwar gelungen, doch es wurde viel schwerer als allgemein angenommen. Gegen die zunächst überaus defensiv eingestellten Norddeutschen tat sich der Bundesliga-Zweite schwer. Der Führungstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang brachte die Überlegenheit des BVB zwar zu Beginn der zweiten Hälfte auch im Ergebnis zum Ausdruck (55. Minute).

          Wer jedoch damit gerechnet hatte, alles würde nun wie allseits erwartet seinen Gang gehen, sah sich getäuscht. Mit den Toren von Alejandro Galvez (69.) und Zlatko Junuzovic (75.) drehten die Bremer das Spiel vorübergehend sogar.

          Aber wie zuvor der Außenseiter hatten in der Schlussphase auch die Dortmunder noch etwas zuzusetzen. Shinji Kagawa (77.) und Adrian Ramos (82.) gaben der Partie, die längst mehr hielt, als sie versprochen hatte abermals eine Wende. So gelang es den Borussen doch noch, sich mit einem Sieg zusätzliches Selbstvertrauen für das Wiedersehen mit ihrem vorherigen Trainer Jürgen Klopp zu holen, der inzwischen beim FC Liverpool beschäftigt ist.

          BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte wieder einmal rotieren lassen und seine Elf im Vergleich zur letzten Partie vor der Länderspielpause auf fünf Positionen verändert. Kapitän Mats Hummels etwa bekam einen freien Samstag zugeteilt, um sich für die wichtigeren Aufgaben in der kommenden Woche zu schonen; auch sein Kompagnon Sokratis, der angeschlagen war, fehlte im Dortmunder Aufgebot. Im Abwehrzentrum fiel es aber auch den Ersatzkräften Sven Bender und Matthias Ginter – anfangs – nicht allzu schwer, die harmlosen Bremer unter Kontrolle zu halten, die ohne ihren verletzten Torjäger Claudio Pizarro kaum Gefahr ausstrahlten.

          Eine Sitzblockade hilft in der Bundesliga auch nicht weiter. Bilderstrecke

          Wie zu erwarten richtete sich das Hauptaugenmerk der Dortmunder von Beginn an auf die Offensive. Produktiv waren die Angreifer im ersten Durchgang jedoch nicht. Aubmameyang, Durm und Schmelzer hatten zwar einige Möglichkeiten, doch insgesamt wirkten die Vorstöße des Favoriten noch nicht zwingend genug, um die beherzte Bremer Abwehr um den aufmerksamen Torhüter Felix Wiedwald zu überwinden.

          Das änderte sich kurz nach der Pause. Von Henrich Mchitarjan in Szene gesetzt, verlieh Aubameyang dem Dortmunder Willen mit viel Gefühl Nachdruck und erzielte mit einem Lupfer sein 23. Saisontor in der Bundesliga. Die Bremer ließen sich jedoch nicht beeindrucken, sondern wagten sich plötzlich weiter nach vorn und lieferten dem BVB einen packenden Kampf. Nach den beiden Gegentoren sah sich die Heimelf stärker gefordert, als es zunächst ausgesehen hatte.

          Auch die Dortmunder zeigten Mumm und schlugen zurück. Dabei hatte Trainer Tuchel ein glückliches Händchen mit seinen Einwechslungen. Dass es am Ende zum Favoritensieg reichte, verdankt der BVB zwei Profis, die erst im Laufe des zweiten Durchgangs eingewechselt worden waren und dann ohne lange Anlaufzeit entschlossen ihre Chance(n) nutzten.

          Nach 82 Minuten hatten die Dortmunder sich aus ihrem Zwischentief befreit und lagen wieder in Führung, sie konnten sich ihrer Sache aber erst sicher sein, als auch die Nachspielzeit abgelaufen war. So stark das Aufbäumen nach dem Rückstand auch war – Dortmund wird sich steigern müssen, um gegen Klopp und seine Liverpooler am kommenden Donnerstag im eigenen Stadion ein stabiles Fundament für das Weiterkommen in der Europa League zu legen. „Heute freuen wir uns über den Sieg, morgen kümmern wir uns um die Roten“, sagte Trainer Thomas Tuchel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.