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2:0 gegen Hamburg : Reus macht für Dortmund den Unterschied

  • -Aktualisiert am

Marco Reus (links) ist wieder da, Neuzugang Michy Batshuayi trifft wieder. Bild: AP

Mehr als acht Monate war er verletzt. Nun ist der Nationalspieler wieder da und liefert gleich die Lichtblicke beim Sieg des BVB über Hamburg. Ein anderer Dortmunder hebt eindrucksvoll ab.

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          Einem Händedruck für seinen Freund Mario Götze folgte noch eine Umarmung, dann ging Marco Reus vom Feld. Der Kapitän von Borussia Dortmund wurde nach 71 Minuten mit viel Applaus verabschiedet. Der Beifall drückte zum einen die Freude über die Rückkehr aus, er war aber auch angemessen. Reus war gleich wieder die bestimmende Figur im Offensivspiel eines weiterhin biederen BVB, dem ein sehr mühevoller 2:0-Sieg über den HSV gelang. Der Hamburger Trainer Bernd Hollerbach musste damit die erste Niederlage nach zuvor zwei Unentschieden hinnehmen. Der Abstiegskandidat scheiterte abermals daran, zu selten gefährlich zum Torabschluss zu kommen. Dortmund gewann das zweite Spiel nacheinander und bleibt unter Trainer Peter Stöger ohne Niederlage in der Bundesliga. Spielerisch blieben aber viele Wünsche offen.

          Bundesliga

          Mehr als acht Monate waren vergangen, seitdem Marco Reus zuletzt in einem Wettkampf Fußball spielte. Am 27. Mai 2017 gewann er mit dem BVB den DFB-Pokal und damit den ersten Titel in seiner Karriere. Während des Endspiels zog er sich allerdings auch den Anriss des hinteren Kreuzbandes zu, der ihn wieder mal zu einer langen Pause zwang. „Wenn ein Junge dieser Qualität bereit ist, habe ich ihn gerne von Anfang an auf dem Platz. Er kann den Unterschied ausmachen“, sagte Stöger über das Comeback des Nationalspielers, der nach zwei verpassten Turnieren mit aller Macht bei der WM dabei sein möchte.

          Am Samstag waren gerade 50 Sekunden gespielt, als Reus zum ersten Mal auffiel. Nach seinem Steilpass kam André Schürrle zum Schuss, der am vergangenen Spieltag beim 3:2-Sieg in Köln den entscheidenden Treffer erzielt hatte. Zwei Verteidiger blockten den Ball ab. Die Fans des BVB mussten zur Pause ernüchtert feststellen, dass sie die rasanteste Szene ihrer Mannschaft in der ersten Halbzeit damit schon ganz am Anfang gesehen hatten. Den Dortmundern fehlte es wieder mal an Tempo und Präzision im Offensivspiel. Gab es lichte Momente, war stets Reus beteiligt.

          Der Hamburger SV, bei dem Gideon Jung den gesperrten Kyriakos Papadopoulos in der Mitte der Dreierkette ersetzte, zeigte eine stabile Abwehrleistung und suchte auch den Weg nach vorne. Die Abwehr des BVB bekam vor allem dann Probleme, wenn Filip Kostic mit Tempo auf sie zudribbelte. Manuel Akanji, der vom FC Basel in der Wintertransferperiode geholt worden war und erstmals in der Startelf stand, machte allerdings einen guten Eindruck als BVB-Innenverteidiger neben Ömer Toprak. Die Probleme lagen außen bei Lukasz Piszczek und Jeremy Toljan, die auch nach vorne Schwächen zeigten. Auf dem Weg in die Kabine gab es Pfiffe für den harmlosen BVB, der nur eines der vorangegangenen sieben Heimspiele in der Bundesliga gewonnen hatte.

          Wieder trifft Neuzugang Michy Batshuayi für Borussia Dortmund.
          Wieder trifft Neuzugang Michy Batshuayi für Borussia Dortmund. : Bild: Reuters

          Vier Minuten nach der Pause hellte sich die Stimmung bei der Borussia allerdings auf. Michy Batshuayi grätschte in einen missratenen Schuss von Christian Pulisic und erzielte mit seinem schon dritten Tor im zweiten Spiel das 1:0. Wie angekündigt, feierte er den Treffer vor der Südtribüne mit einem sauber gestandenen Salto. Reus wirkte auch mit fortschreitender Spielzeit immer noch spritzig und ideenreich. Schürrle erhielt von ihm eine zweite gute Chance serviert, dieses Mal wehrte der Hamburger Torwart Christian Mathenia ab (63.). Im Nachschuss vergaben Mahmoud Dahoud, der für den angeschlagenen Shinji Kagawa eingewechselt worden war, und Pulisic, der seit Wochen in einem Tief steckt.

          Hollerbach versuchte, mit personellen Wechseln Schwung in die Offensive zu bringen. Aber das Bemühen war vergebens, die Chancen blieben aus. Dortmund erzielte durch Götze in der Nachspielzeit noch das 2:0. Der Tabellensiebzehnte reiste ohne Punkt nach Hause, auch wenn die Dortmunder außer Marco Reus kaum etwas zu bieten hatten.

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