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1:2 bei Hoffenheim : Ein böses Ende für Borussia Dortmund

  • -Aktualisiert am

Nico Schulz und Borussia Dortmund stehen in Hoffenheim mit leeren Händen da. Bild: dpa

Auf das irre 3:3 gegen Leipzig folgt die nächste Dortmunder Enttäuschung. Beim Spiel in Hoffenheim führt der BVB, verspielt aber letztlich alles. Dazu kommt Verletzungspech. Auch einige Fans geben nicht das beste Bild ab.

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          Borussia Dortmund hat zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde eine letzte Enttäuschung verkraften müssen. Statt einen 1:0-Vorsprung bei der TSG 1899 Hofffenheim durch den Treffer von Götze (17. Minute) erfolgreich zu verteidigen, setzte es zum bösen Ende eine 1:2-Niederlage durch die Tore von Adamyan (79.) und Kramaric (87.). Damit hatten sie beim nach der Pause allzu sorglosen Tabellenvierten nicht mehr gerechnet. So wächst der Abstand zu den führenden Klubs der Bundesliga, und die Meisterschaftshoffnungen werden geringer. „Ich werde davon nicht sterben, aber es ist natürlich schwer. Jede Niederlage tut weh, gerade bei so vielen Chancen“, sagte Julian Brandt im ZDF-Interview. Die Meisterschaft sei „momentan kein Thema, mit dem ich befasse. Wir müssen zusehen, dass wir uns so gut wie möglich regenerieren.“

          Bundesliga

          Einige Personalien hatten vorher für Gesprächsstoff gesorgt: beim BVB das durch einen Muskelfaserriss schlüssig erklärte Fehlen von Kapitän Marco Reus, der nach Wochen der stillen Bankreserve mal wieder durch den in Dortmund zur Randfigur geschrumpften Mario Götze in der Sturmspitze ersetzt wurde: bei der TSG der komplette Verzicht von Trainer Alfred Schreuder auf Kapitän Vogt („Kevin weiß genau, warum er nicht im Kader war“), der am Dienstag beim 2:0-Sieg in Berlin gegen Union nicht mal im Kader war und diesmal auf der Auswechselbank saß und der Rundumschlag des von einer Kreuzbandoperation genesenden Stürmers Ishak Belfodil, der den Vereinsmedizinern gegenüber der „Bild“-Zeitung vorwarf, anfangs falsch behandelt worden zu sein, wodurch seine weitere Karriere als Profi gefährdet gewesen sei. Die TSG widersprach dieser Schilderung und stellte ihren Ärzten ein 1a-Zeugnis aus.

          Von denen, die spielten, ruhte am Freitag so mancher Blick auf dem früheren Hoffenheimer Nico Schulz, den die Borussia im Sommer gegen die üppige Zahlung von 25,5 Millionen Euro erwarb. So richtig glücklich sind sie in Dortmund mit dem linken Flügelmann noch nicht geworden, weil der Nationalspieler bisher weit unter seinen Möglichkeiten spielte. Die BVB-Fans freuten sich dafür über Jadon Sancho, der sich nach muskulären Problemen nach dem irren 3:3 gegen RB Leipzig am Dienstag rechtzeitig fit zurückmeldete. Dazu war man gespannt, wie sich ein Teil der BVB-Fans, die bei der letzten Visite in Sinsheim auf geschmacklose Weise den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp beleidigt hatten, diesmal verhalten würde. Die Ultras sangen an diesem vorweihnachtlichen Freitag altbekannte Schmährufen gegen Hopp, in der zweiten Halbzeit wurden Spruchbänder entrollt.

          Ansonsten erfreuten sich die Dortmunder Anhänger an der immer wieder aufblitzenden Spielfreude der Westfalen, die aus einem ihrer vielversprechenden Angriffe das 1:0 machten. Passend zu Trainer Favres Wiederentdeckung des Abends nutzte Götze seine erste große Gelegenheit, eingeleitet von den genauso umtriebigen Hazard und Hakimi. Rudys Versuch, den an Torhüter Baumann vorbeigeleiteten Torschuss noch zu klären, scheiterte. Eine weitere große Gelegenheit bei Hazards Gewaltschuss vereitelte Torhüter Baumann mit einer fabelhaften Parade (38.). Die Hoffenheimer hatten genug damit zu tun, sich des Dortmunder Tempofußballs, illustriert durch zügige Kombinationsstafetten, zu erwehren. Nach vorn spielten die Kraichgauer eher bieder und ohne Überraschungseffekt. Am gefährlichsten war noch Skovs Freistoß aus dreißig Metern, der gegen die Latte klatschte (26.).

          Zur Pause musste Favre zweimal wechseln: für den an der linken Hand verletzten Hummels und den angeschlagenen Hazard kamen Piszczek und Bruun Larsen, was auch zur Folge hatte, dass der BVB vom bewährten 3-4-3-System auf die seit einigen Wochen eingemottete 4-2-3-1-Formation umstellte. Beim vorläufigen Tabellensechsten kam Angreifer Adamyan für den unauffälligen Samassékou, um den Druck auf das Dortmunder Tor zu erhöhen.

          Der wuchs zwar an, erschrak die nun tiefer verteidigenden Borussen zunächst aber nicht sonderlich. Hakimi und Sancho besaßen gute Chancen, auf 2:0 zu erhöhen, waren aber im Abschuss zu unkonzentriert (56./68.). Auf der anderen Seite machte es Adamyan besser, als er einen Moment der Unachtsamkeit in der Dortmunder Deckung zum 1:1 nutzte und damit den Dortmunder Plan, den Sieg über die Zeit zu bringen, zerstörte. Es kam noch schlimmer für die Dortmunder, als Kramaric seine einzige Torchance mit einem sehenswerten Kopfball zum 2:1-Sieg für die spielerisch unterlegenen, kämpferisch aber überzeugenden Hoffenheimer gegen die unkonzentrierten Westfalen nutzte. „Ich bin einfach nur glücklich. Wir haben die erste Halbzeit gebraucht, und dann haben wir gemerkt, dass heute etwas geht“, sagte Adamyan.

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