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Bundesliga-Krisenklub : Mainz bekommt Wunschtrainer

  • -Aktualisiert am

Richtungsweisend: Svensson (rechts) und Sportdirektor Schmidt, hier 2015 Bild: Jan Huebner

Der abstiegsbedrohte FSV Mainz 05 setzt auf einen früheren Profi als Trainer. Bo Svensson soll die Rheinhessen aus der Krise führen. Zuvor schon sind weitere altbekannte Gesichter zurückgekehrt.

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          Bo Svensson wird neuer Cheftrainer des FSV Mainz 05. Am Montagnachmittag bestätigte der Verein die allgemein erwartete Rückkehr des Dänen an den Bruchweg. Der 41-Jährige, der als Profi von 2007 bis 2014 für die Rheinhessen aktiv war und anschließend unter anderem die U17 und die U19 in der Junioren-Bundesliga trainierte, war vor anderthalb Jahren zum österreichischen Zweitligaklub FC Liefering, dem Akademieteam von RB Salzburg, gewechselt.

          Bundesliga

          „Bo bringt alle Qualitäten mit, die wir uns für die Besetzung unseres Trainerpostens wünschen“, sagt Christian Heidel, seit einer Woche Vorstand für Strategie, Sport und Kommunikation der 05er. „Er hat den Trainerjob in unserem Nachwuchsleistungszentrum von der Pike auf gelernt und zusätzlich als aktiver Profi die Arbeit von Trainern wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel kennengelernt. Er weiß, wie sich unser Fußball anfühlen muss. Wir sind überzeugt, dass er über die Persönlichkeit und Durchsetzungsstärke verfügt, dieses Wissen auch auf die Mannschaft zu übertragen.“

          Der vierte Trainer in der laufenden Saison

          Svensson ist bereits der vierte Mann in der laufenden Saison, der versuchen soll, die Mainzer in der Erstklassigkeit zu halten. Achim Beierlorzer, seit Mitte November 2019 im Amt, war nach zwei Spieltagen entlassen worden, Jan-Moritz Lichte wurde nach Weihnachten freigestellt. Für das erste Spiel des Jahres sprang Jan Siewert, der Junioren-Cheftrainer, ein.

          Und der wirkte am Sonntagabend unglücklich. Für das Lob, das seine Mannschaft nach dem Spiel beim FC Bayern München ernten würde und damit auch er für die sechstägige Arbeit, die er geleistet hatte, konnte er sich nichts kaufen. Und zu einer Sensation, nach der es 50 Minuten lang ausgesehen hatte, hatte es nicht gereicht. Dass zum Abschluss dieses 14. Bundesligaspieltags eine 2:5-Niederlage stand, empfanden die Mainzer als unbefriedigend. Auch der Interimstrainer. „Am Ende siehst du die Qualität von Bayern München“, sagte Siewert.

          Siewert haderte nicht nur damit, dass es seiner Elf nicht länger gelungen war, den bis zur Halbzeitpause durch Jonathan Burkardt und Alexander Hack herausgeschossenen Zwei-Tore-Vorsprung länger zu behaupten, sondern insbesondere mit der verpassten Chance, diese Führung sogar auszubauen. Danny Latza war mit einem Schuss aus spitz gewordenem Winkel aufs kurze Eck an Manuel Neuer und dem Pfosten gescheitert (48.).

          Optimismus trotz Niederlage

          Schon im ersten Durchgang hatte der Nationaltorhüter mit zwei spektakulären Paraden weitere 05-Treffer verhindert. „Mit dem 3:0 wäre das Spiel in eine ganz andere Richtung gegangen“, sagte Siewert. Ob dies dann tatsächlich für einen Mainzer Erfolg gereicht oder lediglich gegen dennoch aufdrehende Bayern zu einer knapperen Niederlage geführt hätte, sei dahingestellt. Immerhin räumte auch Joshua Kimmich ein: „Wir hatten Glück, dass die Mainzer nicht das dritte Tor gemacht haben.“

          Trotz der Niederlage war es für die Rheinhessen kein schlechtes Wochenende. Zum einen, weil die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib ebenfalls mit Niederlagen ins neue Jahr einstiegen. Zum anderen, weil ihre beste Halbzeit in dieser Saison die Hoffnung auf eine Wende weckt. Siewert wollte nicht, dass seine Leute die Bayern tief stehend erst am eigenen Strafraum empfangen, wie dies zuletzt unter Jan-Moritz Lichte zu den Niederlagen gegen Werder Bremen und im Pokal gegen den VfL Bochum geführt hatte. In München attackierten sie wesentlich früher, mal liefen sie die gegnerischen Verteidiger beim Spielaufbau an, mal warteten sie an der Mittellinie. Mit ihrer Mittelfeldraute verdichteten sie lange Zeit das Zentrum, und dank ihres aggressiven Gegenpressings kamen sie häufig zu gefährlichen Angriffen.

          Auch auf der gezeigten Leidenschaft kann Bo Svensson, der am Dienstag seine erste Pressekonferenz als Mainzer Cheftrainer geben wird, aufbauen. Ausgesprochen erfreulich war es für die 05-Verantwortlichen zudem, die Gewissheit zu erlangen, in Finn Dahmen über einen exzellenten zweiten Torwart zu verfügen. Was bisher nur Theorie war, bestätigte der für den verletzten Robin Zentner ins Team gerückte 22-Jährige bei seinem Bundesligadebüt eindrucksvoll. Bei den Gegentoren machtlos, erhielt er von Sky-Experte Lothar Matthäus einen verbalen Ritterschlag für seine Leistung: „Das war Weltklasse.“

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