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Sorgen bei Mainz 05 : Svensson beklagt lange Mängelliste

  • -Aktualisiert am

Bo Svensson muss im Spiel gegen Stuttgart auf Dominik Kohr verzichten. Bild: dpa

Der Trainer von Mainz 05 fordert seine Mannschaft vor dem schweren Auswärtsspiel in Stuttgart auf, sich deutlich verbessert zu präsentieren. Dabei muss er aber auf zwei wichtige Spieler verzichten.

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          Die Mängelliste, die Bo Svensson am Donnerstagvormittag vortrug, war lang. Die Körpersprache seiner Spieler hatte ihm nicht gefallen, Ag­gressivität und Intensität ließen zu wünschen übrig. „Gegen den Ball wa­ren die Abstände zu groß, mit dem Ball waren wir zu langsam, aus der Ball­eroberung heraus nicht sauber genug, und wir haben nicht die richtigen Räume bespielt“, monierte der Trainer des FSV Mainz 05. Nach Ballverlusten war er mit Gegenpressing und Restverteidigung unzufrieden. „Und die Standards waren offensiv ordentlich, defensiv aber nicht so gut.“

          Bundesliga

          Erstaunlich genug, dass die Rhein­hessen am vergangenen Sonntag trotz dieser umfangreichen Defizite aus der Partie gegen den 1. FC Köln mit einem Punkt herausgegangen waren. Gleichwohl wäre es fahrlässig, die gleiche He­rangehensweise an diesem Freitagabend zu wählen, wenn sie den 13. Spieltag mit der Begegnung beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) eröffnen. Auch wenn die Schwaben auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht und acht Punkte hinter den 05ern zurück sind, warnt Svensson vor ihnen. Hellwach und taktisch auf der Höhe müsse sein Team sein, um Zugriff zu bekommen und eine Erfolgschance zu haben.

          Mit ihrem guten Positionsspiel, ihrer variablen Raumaufteilung und der Fähigkeit, auch während der 90 Minuten flexibel auf Herausforderungen zu reagieren, könnten die Stuttgarter jedem Gegner Probleme bereiten. Trotz der jüngsten 1:2-Niederlage in Dortmund hätten sie auch ihre „besondere Qualität im Spiel mit Ball“ de­monstriert. „So spielt in der Bundesliga keine andere Mannschaft.“

          Intensität und Aggressivität gefordert

          Dass der VfB es dennoch erst auf zehn Punkte bringt, liege an den zahlreichen Ausfällen, unter anderem den langen Verletzungspausen der torgefährlichen Saša Kalajdzic und Silas Wa­mangituka. Was gegen das Team von Pellegrino Matarazzo zu unternehmen ist, lässt sich rasch auf den Punkt bringen: Es gilt, all das, was zu­letzt des Trainers Unmut erweckte, bes­ser zu machen. „Bo hat uns einige Szenen, die nicht gut waren, gezeigt“, sagte in dieser Woche Rechtsvertei­diger Silvan Widmer. „Ich hatte das Ge­fühl, dass wir alle den Willen ha­ben, es sofort besser zu machen.“

          Vor allem in Sachen Aggressivität und Intensität will Svensson ein anderes Auftreten sehen, ohne diese Elemente könne seine Mannschaft in der Bundesliga nicht mithalten. „Wenn wir unser Spiel mit Leben füllen wollen, müssen wir diese Komponenten auf den Platz bringen.“ Auch ohne Dominik Kohr, die Leihgabe von Eintracht Frankfurt, der schon in der Rückrunde der vorigen Saison eine der zentralen Figuren für den Aufschwung war und auch in der laufenden Spielzeit herausragende Arbeit auf der Sechserposition leistet.

          Kohr hat sich am Sonntag eine Muskelsehnenverletzung am Ober­schenkel zugezogen, musste ausgewechselt werden und wird wohl vor Weihnachten nicht mehr auflaufen. Zu­dem fehlt in Stuttgart der gesperrte Stefan Bell. „Die beiden spielen eine wichtige Rolle, seit ich hier bin“, sagt Svensson, „aber wir haben auch an­de­re Jungs, die nicht ohne Grund im Ka­der stehen. Die müssen sich zeigen, und ich freue mich darauf.“ Leandro Barreiro dürfte erste Wahl als Kohr-Ersatz sein. Und sollte Svensson keine Systemänderung vornehmen, wird wohl David Nemeth zu seinem vierten Pflichtspieleinsatz in der Dreierkette kommen.

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