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Neuer Trainer in Mainz : „Wir haben die Qualität“

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Der Rückkehrer: Bo Svensson ist neuer Trainer in Mainz. Bild: dpa

Die neue Mainzer Führungsriege stattet Trainer Svensson mit einem Dreieinhalb-Jahres-Vertrag aus. Der war von Heidels Kontaktaufnahme überrascht: „Ich dachte, er sitzt auf Mallorca und will kurz mal mit mir quatschen.“

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          Weihnachten 2020 wird der neuen Sportlichen Führung des FSV Mainz 05 wahrscheinlich in ewiger Erinnerung bleiben. An Heiligabend nämlich nahm Christian Heidel, mit der Frage befasst, ob er als Vorstandsmitglied zu seinem alten Klub zurückkehren soll, sowohl Kontakt zum früheren Trainer Martin Schmidt als auch dem ehemaligen Profispieler Bo Svensson auf – mit der Frage, ob sie sich ebenfalls ein Comeback am Bruchweg vorstellen können. Sie konnten. Und damit war Heidels wichtigste Voraussetzung für sein abermaliges Engagement gegeben.

          Bundesliga

          „Ich wollte eine Mannschaft zusammenbekommen, von der ich das Gefühl habe, dass sie zusammenpasst“, sagte Heidel am Dienstagmittag, als er mit Sportdirektor Schmidt den neuen Cheftrainer Svensson bei einer digitalen Pressekonferenz vorstellte. Es sollte eine Mannschaft sein, „der man Mainz 05 nicht erklären muss und die man den Mainzern nicht erklären muss. Und Bo ist dafür ein ganz wichtiger Grundstein. Der Trainer ist die wichtigste Person im Klub, das habe ich immer gesagt.“

          In der Tat kennt Svensson den Verein, und die Fans kennen den Dänen, der vor 13 Jahren nach Mainz kam und hier so viele Jahre (sieben) verbrachte wie nirgendwo sonst außer in seiner Heimatstadt Kopenhagen. Der Innenverteidiger spielte unter Jürgen Klopp in der zweiten Liga, stieg mit Jörn Andersen in die erste Liga auf, und wurde besonders in den fünf Jahren unter Thomas Tuchel geprägt.

          Hätte ihn nicht des Öfteren das Verletzungspech ereilt, wären es deutlich mehr als 109 Ligaspiele für die Rheinhessen geworden. „Zurück nach Mainz zu gehen, war eine besondere Entscheidung für mich“, sagt der 41-Jährige, dessen Familie auch in den vergangenen anderthalb Jahren am Rhein blieb, die er beim österreichischen Zweitligaverein FC Liefering, dem Akademieteam von RB Salzburg, verbrachte.

          „Mit Bo ein neues Projekt beginnen“

          Anders als Abstiegskampfkonkurrent FC Schalke 04, der sich die Rettung durch den reaktivierten Ruheständler Christian Gross verspricht, denken die Mainzer langfristig. Svensson bekam einen Vertrag bis Mitte 2024. Dreieinhalb Jahre, die nötigenfalls auch die zweite Liga umfassen. „Wir wollen mit Bo ein neues Projekt beginnen“, erläuterte Heidel. Svensson sei „ein Stück Mainz 05“ – doch dies sei nicht der Grund dafür, ihn verpflichtet zu haben.

          Ausschlaggebend sei vielmehr Svenssons Arbeit, die er bereits mehrere Jahre im vereinseigenen Nachwuchs von der U 16 bis zur U 19 und zuletzt auch in Österreich geleistet habe. Deshalb waren die Mainzer auch bereit, den Dänen aus seinem Vertrag bei RB herauszukaufen. Rund 1,5 Millionen hatten sie Mitte 2019 für Svenssons Freigabe aus Österreich kassiert, dieselbe Summe „plus ein Schnapsglas obendrauf“ überweisen sie jetzt zurück.

          Bo Svensson weiß, welche schwierige Aufgabe er übernimmt. „Die Tabelle ist nicht die allerbeste Ausgangslage, aber ich wäre nicht hier, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass wir diese Herausforderung meistern können“, sagte er. Die Zuständigkeit für einen Kader übernommen zu haben, dem in den vergangenen Wochen, Monaten, Jahren immer wieder nachgesagt wurde, schwer trainierbar zu sein und nicht über die erforderliche Identifikation zu verfügen, schreckt ihn offenkundig nicht. Noch müsse er sich einen genauen Eindruck verschaffen. Gleichwohl ist er überzeugt: „Wir haben die nötige Qualität. Aber wir müssen knallhart daran arbeiten, die Sache zu drehen.“ Schon am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky).

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