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Bayer Leverkusen : Bender-Zwillinge beenden ihre Karrieren

  • Aktualisiert am

Hinterlassen eine große Lücke in der Mannschaft: die Brüder Lars und Sven Bender Bild: Picture-Alliance

Sven und Lars Bender beenden ihre erfolgreiche Fußball-Karriere. Grund dafür sind auch die gesundheitlichen Probleme der Zwillingsbrüder. Mit ihrem Abgang verliert Bayer Leverkusen gleich zwei Führungsspieler.

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          Mal ein Zwicken hier, mal eine schwere Verletzung da – die Benders haben genug. Nach Jahren voller Wehwehchen und Blessuren ziehen die Zwillinge Lars und Sven Bender einen Schlussstrich. Die verletzungsgeplagten Brüder werden ihre am Saisonende auslaufenden Verträge beim Fußball-Bundesligaverein Bayer Leverkusen nicht verlängern und ihre aktive Karriere im Alter von dann 32 Jahren beenden.

          Bundesliga

          „Nach langer Bedenkzeit und unzähligen Gedankenspielen hinsichtlich unserer Zukunft sind wir letztlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir unsere Reise mit Bayer 04 nicht fortführen werden“, erklärten die Zwillinge in einer gemeinsamen Stellungnahme. Es sei keine Entscheidung „gegen den Verein“, sondern „für die Gesundheit und die Familie. Wir haben erkannt, dass es schwierig wird, über den Sommer hinaus auf diesem hohen Niveau Fußball zu spielen“.

          Es falle ihnen „mit all den Schmerzen und körperlichen Problemen zunehmend schwerer“, kontinuierlich 100 Prozent abzurufen, erklärten die früheren Nationalspieler. Mit ihrem frühzeitigen Entschluss wollen sie dem Verein Planungssicherheit geben.

          „Nur wenige Spieler wie Lars und Sven“

          „Es gibt nur wenige Spieler wie Lars und Sven in der Bundesliga“, lobte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler: „Sie stehen für fußballerische Klasse, extreme Professionalität und absolute Verlässlichkeit, für Willensstärke und Einsatzbereitschaft.“  Lars Bender sagte: „Ich bin stolz darauf, Teil der Geschichte von Bayer 04 zu sein.“ Der Verlust der beiden Brüder wiegt schwer bei der Werkself. Denn die Benders sind bei Bayer mehr als nur „normale“ Stammspieler.

          In der hochtalentierten, aber auch unerfahrenen Mannschaft geben die Zwillinge als unumstrittene Führungsspieler den Takt an, ihr Wort hat Gewicht. Lars Bender war 2009 von 1860 München zur Werkself gewechselt und führte Bayer jahrelang als Kapitän aufs Feld. Sein Bruder folgte ihm acht Jahre später über den Umweg Borussia Dortmund.

          Zahlreiche Verletzungen

          Seitdem bildeten sie gemeinsam das Herzstück der Leverkusener Defensive – sofern nicht gerade mal wieder einer von beiden verletzt fehlte. Unzählige Muskel-, Sprunggelenks- oder Knieblessuren plagten die beiden während ihrer über ein Jahrzehnt andauernden Profikarriere, hin und wieder kam auch noch eine Gesichtsverletzung hinzu.

          Diese Problematik kennt auch Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, der Sven Bender aus seiner BVB-Zeit kennt. „Beide haben in ihrer gesamten Karriere mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Beide, Geburtsjahr 89, sind noch in einem sehr guten Alter, um Höchstleistungen bringen zu können. Das kann ja nur Gründe haben, die im körperlichen Bereich liegen. Beides sind tolle Jungs, charakterlich einwandfrei“, sagte Zorc.

          Trotz aller Widrigkeiten vollbrachten die Zwillinge eine „außergewöhnliche sportliche Lebensleistung“ (Völler) – die sie in ihrem letzten Halbjahr krönen möchten. „Natürlich werden wir alles daran setzen, um hier in Leverkusen ein erfolgreiches Schlusskapitel zu schreiben“, betonten sie. Angesichts der guten Ausgangslage in allen drei Wettbewerben könnte dieser Wunsch sogar in Erfüllung gehen. Sofern nicht doch wieder eine schwerere Verletzung dazwischenkommt.

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