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3:0 gegen Frankfurt : Bayern siegt mit Lewandowski-Traumtor

  • -Aktualisiert am

Ein Kuss für die Fans: Torschütze Robert Lewandowski jubelt. Bild: Reuters

Ohne Ribery und Robben zeigt sich Bayern-Stürmer Lewandowski in beeindruckender Form. Auf seine zwei Treffer hat die überforderte Eintracht aus Frankfurt keine Antwort. Ein Weltmeister sorgt für die Entscheidung.

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          So sehr Bayern-Trainer Pep Guardiola vor dem Anpfiff auch gejammert hatte, auch ziemlich dezimiert stellen die Bayern in der Bundesliga eine Klasse für sich dar. Deutlicher als es das Ergebnis von 3:0 ausdrückt, beherrschte der Rekordmeister am Samstag in der ausverkauften Münchner WM-Arena die Frankfurter Eintracht. Neben den beiden Toren des überragenden Robert Lewandowski und von Thomas Müller erkannte der schwache Schiedsrichter Schmidt einen weiteren Treffer von Müller zu unrecht ab. Überdies trafen Götze und Lewandowski jeweils den Pfosten.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Blick auf den Mannschaftsbogen enthüllte die ganze Personalnot, die bei den Bayern herrscht. Guardiola ließ nur noch vier Namen auf die Liste der Ersatzspieler schreiben: Neuer, Gaudino, Rode und Badstuber. Für Boateng, der angeschlagen aus dem Pokalspiel in Leverkusen zurückgekehrt war, gab Außenverteidiger Rafinha sein Saisondebüt als Innenverteidiger, ihn ersetzte der junge Weiser auf der rechten Außenseite. Da Reina wieder einmal einen Praxistest zwischen den Pfosten erhielt, standen vier Spanier und vier Deutsche in der ersten Bayern-Elf.

          Die ungewohnte Formation wirkte sich überhaupt nicht auf das Münchner Spiel aus. Der haushohe Favorit dominierte, wie es sich gegen ein Mittelfeldteam in einem Heimspiel ziemt. Die Eintracht versuchte mutig dagegenzuhalten. Trainer Schaaf ersetzte den verletzten Torjäger Meier nicht durch einen defensiven Mittelfeldspieler, sondern durch Ersatzstürmer Valdez.

          Nationalspieler Thomas Müller muss sich im Zweikampf mit Eintracht-Verteidiger Alexander Madlung strecken. Bilderstrecke

          Und so verteidigte die Eintracht mit vier offensiven Kräften, neben Valdez noch Kittel, Aigner und Seferovic. Und sie begann die Selbstverteidigung schon tief in der Münchner Spielhälfte. Doch all das redliche Bemühen reichte nicht aus, die überlegene Qualität der Bayern zu neutralisieren. Ein Genuss zu beobachten, wie Lewandowski und Thiago Ball und Körper beherrschten, faszinierend wie sich Müller und Lahm ihren Gegenspielern entzogen.

          Nicht alles gelang, weil die Frankfurter sich entgegenstemmten. Aber es gelang genug, um in der ersten Halbzeit vier Tore zu schießen, wovon allerdings nur eines zählte. Bei Lewandowskis und Müllers Treffern pfiff Schmidt die Torschützen zurecht zurück, weil sie von zu schnell ausgeführten Freistößen profitierten, die er nicht frei gegeben hatte.

          In der 41. Minute irrten allerdings der Unparteiische und sein Assistent Voss, als sie ihre ursprüngliche Entscheidung zurücknahmen und das Tor von Müller aberkannten. Der Nationalspieler stand zwar im Abseits, aber der Ball war nicht von Götze, sondern von einem Frankfurter Abwehrspieler zu Müller gekommen.

          Damit hielt Schiedsrichter Schmidt die Partie auch für die zweite Halbzeit spannend. Für das 1:0 hatte Lewandowski in der 15. Minute gesorgt. Mit dem Rücken zum Frankfurter stehend, legte sich der Pole den Ball selbst vor und schmetterte ihn nach einer Drehung volley in den Torwinkel. Danach hatte Lewandowski noch zweimal die Gelegenheit, zu erhöhen, doch scheiterte er jeweils im 1:1-Duell am Frankfurter Torwart Trapp.

          In der zweiten Halbzeit ließen es die Münchner ruhiger angehen, schließlich steht in dieser Woche auch noch das Champions-League-Spiel in Porto an. Dann hoffen die Bayern auf die Rückkehr der verletzten Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger. „Ich hoffe, dass die beiden am Montag mit der Mannschaft nach Porto reisen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Ribéry befindet sich nach einer Stauchung des Sprunggelenks bereits wieder im Lauftraining. Schweinsteiger laboriert nach einem Kapselriss am Fuß aktuell an einem Virusinfekt. Beide Akteure seien als erfahrene Spieler wichtige Stützen, betonte Rummenigge: „Es wäre gut, wenn sie in Porto eine Option für Pep Guardiola darstellen würden.“

          Die Eintracht nutzte eine Art Schein-Überlegenheit zu vielen Fehlpässen und zwei halben Torchancen für Valdez. Dann entschied Lewandowski in 66. Minute die Partie durch sein 2:0. Dieses Tor hätte nicht zählen dürfen, denn in der Vorbereitung setzte sich Götze durch ein grobes Foulspiel vor den Augen des Schiedsrichters durch. So gab Schmidt den Bayern zurück, was er ihnen zunächst genommen hatte. Müller erhöhte dann noch auf 3:0.

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