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8:0 gegen Schalke : Bayerns Acht-Tore-Ansage

Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft. Bild: EPA

Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.

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          Auf dem Weg zur Fußballarena in München, wo am Freitagabend erstmals wieder Fans mit Schals und Trikots hätten laufen sollen, patrouillierten Polizisten. Sie schritten vorbei an einem rot-weißen Absperrband, hinter dem Sicherheitsleute aufpassten. Um das Stadion war eine Sperrzone errichtet worden. Und im Stadion stand etwas später der Sänger Sasha recht einsam auf dem Rasen und sang die Nationalhymne für ein Publikum, das er nicht sehen konnte.

          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Das Eröffnungsspiel der Bundesliga hat im Vergleich mit den Vorjahren viele ungewohnte Bilder geliefert. Nur eines hat sich nicht verändert: Auf dem Rasen jubelten am Ende wie fast immer die Spieler des FC Bayern München. Dieses Mal besonders oft. Beim 8:0 gegen den FC Schalke 04 schossen Serge Gnabry (4., 46. und 59. Minute), Leon Goretzka (19.), Robert Lewandowski (31., Elfmeter), Thomas Müller (69.), Leroy Sané (72.) und Jamal Musiala (82.) die Tore.

          Bundesliga

          Der Ball rollt wieder. Schon lange vor dem Anstoß stand aber fest, dass es in dieser Saison Dinge gibt, die wichtiger sind als jeder Treffer, als jeder Sieg, selbst wenn er so eindrucksvoll ist wie jener des Meisters. Am Freitagmorgen meldete das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit für die Stadt München eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das liegt über dem Alarmwert von 50, der etwa in Schulen und Kindergärten zu wesentlichen Einschränkungen führen kann. In der Arena durften die Bayern und die Schalker trotzdem spielen, ohne Fans auf der Tribüne. Am Mittwoch hatte die Stadt zwar erlaubt, 7500 Zuschauer zuzulassen, das aber nur einen Tag später wegen der steigenden Infektionszahlen wieder verboten.

          Es gibt in diesen Zeiten aber auch Verlässliches, etwa die Frage, die die Bundesliga auch vor dieser Saison beschäftigt: Wie könnte verhindert werden, dass der FC Bayern – zum dann neunten Mal in Serie – die Meisterschaft gewinnt? Vielleicht gibt es dafür keine Antwort. Die Schalker jedenfalls hatten sie nicht. Als 44 Sekunden gespielt waren, schoss Goncalo Paciencia so fest aufs Tor, dass Manuel Neuer die Fäuste hinhalten musste. Das war’s dann aber schon. In der vierten Minute chippte Joshua Kimmich den Ball über die Schalker Abwehr zu Gnabry, der sich um die eigene Achse und an Benjamin Stambouli vorbei drehte und den Ball zum 1:0 ins Tor schoss. So ähnlich sahen viele Angriffe aus. Im Mittelfeld kontrollierten Leon Goretzka und vor allem Kimmich das Spiel. Sie schauten nach vorne, wo ihre Angreifer immer wieder lossprinteten, obwohl sie den Ball oft gar nicht bekamen. Das überforderte Schalke – und zermürbte sie auch.

          Kein Grund, sich zu verstecken: Serge Gnabry steuert gleich drei Treffer gegen Schalke bei
          Kein Grund, sich zu verstecken: Serge Gnabry steuert gleich drei Treffer gegen Schalke bei : Bild: Reuters

          Es waren am Freitag 26 Tage vergangen, seit die Bayern in Lissabon die Champions League gewannen. Seinen angriffslustigen Spielstil hat Trainer Hansi Flick nicht geändert, seine Aufstellung aber schon. In der Abwehr spielten Süle und Hernandez für Alaba (fehlte laut Verein wegen muskulärer Probleme) und Davies (saß auf der Bank). Weil Pavard wieder auf der rechten Seite verteidigte, rückte Kimmich auf die Position von Thiago, den der FC Liverpool am Freitag offiziell als Zugang vorstellte. Im Angriff stürmte Sané für Coman, der sich weiterhin in Quarantäne befindet. So haben die Bayern noch nie zusammengespielt. Es lag am FC Schalke, dass man das kaum merkte.

          In der 19. Minute legte Gnabry den Ball in den Strafraum, wo er nach Berührungen von Lewandowski und Müller zu Goretzka kam, der ihn flach ins Eck schoss. In der 31. Minute verwandelte Lewandowski einen Foulelfmeter, den er selbst herausgeholt hatte. Davor, dazwischen und danach hätten Lewandowski und Kimmich mehr Tore erzielen können. Sogar Süle, der Innenverteidiger, traf einmal den Pfosten. Und Schalke? Als Harit einmal auf Neuer zu rannte, lief Süle ihn ab.

          In der zweiten Halbzeit ging es weiter mit den Toren: Der superschnelle Gnabry machte die nächsten zwei. Das 6:0 war dann besonders hübsch: Im Strafraum traute sich Lewandowski eine Trickflanke. Er traf den Ball, indem er sein rechtes Bein hinter das linke Standbein schwang. Der Ball flog in die Luft, Müller nahm ihn direkt – drin. Das wäre ein passender Abschluss für dieses Fußballspiel gewesen. Aber so sind sie die Flick-Bayern: Sie hören einfach nicht auf. Nur zwei Minuten später schoss Sané das 7:0. Und der eingewechselte Jamal Musiala, 17 Jahre alt, sogar das 8:0. Ein Moment, bei dem die Fans besonders fehlten.

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