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Bundesliga in Bielefeld : Zum Glück keine Pause für die Eintracht

  • -Aktualisiert am

Wie alles begann: André Silva hat das erste Saisontor für die Eintracht erzielt. Neben ihm Daichi Kamada. Bild: Imago

Die Eintracht fühlt sich im „Flow“ und will in Bielefeld den positiven Trend der vergangenen Wochen fortsetzen. Doch diesmal fehlt Aymen Barkok. Dafür rückt entweder Daichi Kamada oder Luka Jovic in die Startelf.

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          Waren das noch Zeiten, als es in der Fußball-Bundesliga nach dem Abschluss der Hinrunde ein paar Tage Zeit gab, erst ein Fazit und dann daraus die Schlüsse für die zweite Halbserie zu ziehen. In Zeiten von Corona liegen im Fall der Frankfurter Eintracht zwischen dem letzten Bundesligaspiel der Vorrunde und dem ersten der Rückrunde drei Tage. Weiter, immer weiter. Trainer Adi Hütter ist das sogar recht. „Wir sind im Flow, eine Unterbrechung wäre vielleicht gar nicht so gut.“

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das 2:2 in Freiburg ergab das Kuriosum, dass die Frankfurter in der vierten von fünf Halbserien unter Hütters Regie 27 Punkte holten. Nur einmal brachte das Team lediglich 18 Punkte zustande. In der zweiten Jahreshälfte 2019 forderten zwei Jahre Dauerbelastung durch die Europa League ihren Tribut. „Der Schnitt von 25 Punkten ist gut, aber nicht gut genug, um in Europa zu spielen, dazu braucht es 27 bis 30“, sagte Hütter am Freitag. Und gab danach gleich die Marschroute für den Rest der Saison aus. „Wie viele Punkte wir letztlich holen, ist mir egal, Hauptsache, es reicht für das internationale Geschäft.“

          „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen“

          Nach der deutlichen spielerischen Steigerung seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen und der Verstärkung durch Rückkehrer Luka Jovic hat der sonst so besonnene Vorarlberger jegliche Zurückhaltung beim Benennen seiner Ziele aufgegeben. Mit Blick auf die nächste Aufgabe an diesem Samstag bei Arminia Bielefeld (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky)  sagt er ohne Umschweife: „Wir wollen auf der Alm auf jeden Fall gewinnen.“ Dabei erwartet er einen ähnlichen Spielverlauf wie am vergangenen Mittwoch.

          „Bielefeld ist unangenehm, extrem laufstark, es wird so intensiv wie in Freiburg.“ Obwohl Hütter auch die Offensivkräfte der Ostwestfalen, Klos und Doan, lobend erwähnt, besteht ein gravierender Unterschied zwischen den Arminen und dem SC: Sie verbreiten deutlich weniger Torgefahr als die Breisgauer. Und sie haben keinen Stürmer wie Nils Petersen, der sich auf die Eintracht eingeschossen hat. Der frühere Bayern-Stürmer hat in jeder der letzten vier Begegnungen mit den Hessen für Freiburg ein Tor geschossen.

          Die Bielefelder Torschützenkönige Klos und Doan haben jeweils dreimal getroffen und damit knapp die Hälfte der 13 Arminen-Tore der Hinrunde erzielt. Die Stärke der Arminia liegt in der Defensive. Der Neuling hat nur 24 Gegentore hinnehmen müssen, zwei weniger als die Eintracht. Und seit Dezember wehren sich die Ostwestfalen noch erfolgreicher als zu Beginn der Runde: In den letzten fünf Auseinandersetzungen musste Torwart Ortega nur einmal hinter sich greifen, in den letzten drei Begegnungen stand die Null. Ein Wert, von dem Kevin Trapp träumt. „Die Bielefelder sind nicht mehr mit dem Team zu vergleichen, das zum Saisonauftakt 1:1 gegen uns gespielt hat. Sie haben sich richtig reingekämpft, sie sind in der Bundesliga angekommen“, meint Hütter. Mit 17 Punkten liegen sie zehn Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt.

          Hütter rechnet mit verbesserter Arminia-Abwehr

          Am ersten Spieltag hatte der Aufsteiger noch viele Torchancen der Eintracht zugelassen und das Glück benötigt, dass die Frankfurter beste Gelegenheiten verschluderten. Hütter erwartet, dass die Arminia deutlich besser verteidigen wird, aber er erwartet auch, dass sein Team deutlich inspirierter und flexibler angreift. „Wir sind jetzt spielerisch weit, weit besser als in diesem Spiel.“ Vor dem Ballbesitzfußball, den die Bielefelder der Eintracht aufnötigen werden, ist Hütter längst nicht mehr bange, seine Mannschaft entwickelt nun Lösungen und Ideen, einen tiefstehenden Gegner auszuspielen. „Das hat natürlich viel mit Amin Younes zu tun. Aber ich sehe auch, wie wir immer besser aus der Abwehr herausspielen, und ich sehe einen Djibril Sow in überragender Form“, sagt der Eintracht-Trainer.

          Aymen Barkok wird diesmal nicht der Kreativabteilung der Eintracht angehören, der marokkanische Nationalspieler fehlt wegen einer Gelbsperre. Ob ihn Daichi Kamada ersetzt oder ob Luka Jovic erstmals als Doppelspitze neben André Silva von Beginn an zum Einsatz kommt, ließ Hütter offen: „Beides ist möglich.“ Auch auf Sebastian Rode könnte der Trainer wieder zurückgreifen, der Mittelfeldspieler hat seine Knieverletzung überwunden.

          Dagegen gehört Danny da Costa nicht mehr dem Eintracht-Kader an. Der rechte Außenverteidiger folgt Dominik Kohr zum FSV Mainz 05. Beide sind bis Saisonende ausgeliehen. Hütter wurde gefragt, ob der Kader damit gefährlich ausgedünnt sei, schließlich steht den Abgängen von Dost, Abraham, Kohr und da Costa nur Neuzugang Jovic gegenüber.

          Der Österreicher reagierte gelassen: „Wenn wir sehr viel Verletzungspech bekämen und viele Sperren, dann könnte es eng werden. Aber davon ist nicht auszugehen. Wir haben nur noch 17 Spiele, und wir sind auch so mehr als ausreichend besetzt.“ Weitere Verpflichtungen seien nicht geplant. „Aber ich will nicht ganz ausschließen, dass noch jemand hereinschneit, wenn alles passen sollte.“

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