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0:1-Niederlage in Bielefeld : Hertha bleibt weiter im Abstiegskampf

  • Aktualisiert am

Abstiegskampf statt Europacup-Träume: eine resignierte Hertha nach der Niederlage in Bielefeld Bild: dpa

Nächste Enttäuschung für die Hertha: Bei Aufsteiger Bielefeld kassieren die Berliner bereits die siebte Saison-Pleite. In der Verfassung muss sich die Elf von Bruno Labbadia auf einen Abstiegskampf einstellen.

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          Bruno Labbadia hatte die Hände tief in den Taschen seines hellbraunen Mantels vergraben und stand für eine ganze Weile wie versteinert am Spielfeldrand. Wieder einmal war er von seiner Hertha enttäuscht worden, von den einstigen Zielen ist spätestens nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Arminia Bielefeld am Sonntag nicht mehr viel übrig geblieben. Abstiegskampf statt Europacup-Träume, heißt es für die Berliner, die in der Fußball-Bundesliga einfach nicht vom Fleck kommen und den Blick weiter nach unten richten müssen.

          Bundesliga

          „Wir haben heute die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Dafür können wir uns echt in den Arsch beißen. Wir sind enttäuscht über die Niederlage und die Art und Weise“, sagte Labbadia, der nicht mit dem Rückschlag gerechnet hatte: „Es gab keine Anzeichen, dass es so kommt, daher ist es sehr schade. In den letzten Wochen und mit dem Spiel gegen Schalke haben wir das Gefühl gehabt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir waren fest davon überzeugt, heute den nächsten Schritt zu gehen. Das haben wir nicht getan, das haben wir uns selbst zuzuschreiben.“

          „Wir müssen solche Spiele richtig angehen“

          Hertha-Kapitän Niklas Stark kritisierte, dass Bielefeld in den entscheidenden Situationen den Kampf mehr angenommen habe. „Wir waren da einen Tick nicht so wach. Daraus müssen wir lernen und die Schlüsse ziehen“, sagte Stark und fügte hinzu: „Wir müssen solche Spiele richtig angehen. Wenn man Gegenwehr bekommt, auch körperlich, müssen wir das besser annehmen.“

          Nach der Niederlage zum Abschluss des 15. Spieltags ist für den Hauptstadt-Club der nun vom 1. FC Köln belegte Relegationsplatz nur fünf Punkte entfernt, die angestrebten Europacup-Plätze dagegen neun Zähler weit weg. Die Kölner sind am Samstag der nächste Gegner der Berliner, eine weitere Niederlage dürften sie und möglicherweise auch Trainer Bruno Labbadia sich nicht erlauben.

          Die Ostwestfalen verließen dagegen erstmals seit Ende November wieder die letzten drei Plätze und haben nach dem vierten Saisonsieg nur noch drei Punkte Rückstand auf die Berliner. Den goldenen Treffer für die schwächste Offensive der Liga erzielte Reinhold Yabo mit seinem ersten Bundesliga-Tor (64.).

          Hertha zu Beginn dominant

          „Ich bin nur glücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten. Die Saison war bis dato nicht einfach für uns. Wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht und uns belohnt“, sagte Matchwinner Yabo und fügte hinzu: „Wir konnten einen großen Schritt machen und haben uns bewiesen, dass wir Fußball spielen können.“

          Die Hertha war zu Beginn das dominante Team und hätte auch früh in Führung gehen können. Stürmer Jhon Cordoba wurde gleich zweimal gut in Szene gesetzt (7./10.), traf aber beide Male den Ball nicht richtig. Danach erlahmte die Partie. Die Hertha war dominant, ohne den kurzfristig wegen Leistenproblemen fehlenden Matheus Cunha fehlte aber nahezu jede Kreativität. Die Arminia hingegen stieß überhaupt nicht in gefährliche Räume vor.

          Viel Wirbel um Foul

          In der 35. Minute kam dann Bewegung in die Partie. Herthas Niklas Stark hatte im Strafraum Fabian Klos im Rückwärtslaufen mit dem Arm gegen die Brust geschlagen. Schiedsrichter Guido Winkmann entschied zunächst auf Elfmeter und nahm diese Entscheidung nach einem 4:13 Minuten dauernden Videobeweis zur Überraschung vieler wieder zurück.

          Nach der Pause war die Arminia dann auf einmal die bessere und dominante Mannschaft und wäre auch fast schnell in Führung gegangen. Nach einem Querschläger von Fernandez Aldarete traf Sergio Cordova aber aus der Drehung nur das Außennetz (48.). Eine Viertelstunde später fiel das 1:0 dann doch. Einen weiten Einwurf von Cedric Brunner verlängerte Berlins Lucas Tousart unglücklich mit dem Kopf, Yabo behauptete sich gegen Stark und ließ dem früheren Bielefelder Alexander Schwolow mit einem Schuss unter die Latte keine Chance. Die Berliner, die wegen einer verletzungsbedingten Behandlung von Jessic Ngankam zu diesem Zeitpunkt nur zu zehnt waren, protestierten vergeblich wegen eines vermeintlichen Foulspiels an Stark.

          Die Hertha war nun geschockt, die Arminia beschwingt. Bei einem Schuss von Ritsu Doan aus knapp 20 Metern verhinderte der Pfosten das 2:0 (70.). Labbadia lamentierte und fluchte am Spielfeldrand und wechselte offensiv, wirklich besser wurde seine Mannschaft aber nicht. Das Ausgleichstor von Krzysztof Piatek wurde wegen Handspiels zurecht nicht gegeben (84.).

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