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Köln 2:2 gegen Leverkusen : Das nächste Abenteuer unter Steffen Baumgart

  • -Aktualisiert am

Zwei Tore, bitte: Anthony Modeste erfüllt die Kölner Wünsche. Bild: Reuters

Nach einem 0:2 und einer Fülle vergebener Leverkusener Großchancen spielt der 1. FC Köln noch 2:2. Dabei wird das Team von seinem Trainer angetrieben. Und der Torjäger schlägt doppelt zu.

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          Ein besonders hochklassiges Fußballspiel haben die Zuschauer am Sonntag in Köln nicht zu sehen bekommen; und einen Sieg konnten sie auch nicht bejubeln. Dafür hat ihnen das von dem enthusiastischen Trainer Steffen Baumgart betreute Team wieder einmal ein großes Abenteuer beschert. Nach einem 0:2 und einer Fülle vergebener Leverkusener Großchancen haben die Kölner doch noch 2:2 gespielt, weil Anthony Modeste in der zweiten Hälfte zwei Tore gelangen. Ärgern mussten sich unterdessen die Leverkusener, die ein hitziges Spiel, das lange gut gelaufen war, doch noch aus der Hand gaben.

          Bundesliga

          Baumgart hatte die Stimmung mit einigen Provokationen aufgeladen, wohl mit dem Vorsatz, sein Team und das Stadion unter Spannung zu setzen. Der FC Köln hätte auch in Leverkusen ein Heimspiel gehabt, weil das dortige Publikum weniger imposant erscheint und andere Fans oft gut zu hören sind, hatte er verkündet. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hatte der selbstbewusste Fußball-Lehrer zudem daran erinnert, dass der Werksklub ein Gentlemen Agreement gebrochen habe, als Florian Wirtz 2020 vom FC zu Bayer 04 wechselte. Bayer Leverkusen, Kölner und Mönchengladbacher haben sich eigentlich darauf geeinigt, sich gegenseitig keine Jugendspieler abzuwerben.

          Nun spielte der 18 Jahre alte Wirtz, den viele Experten für einen künftigen Weltstar halten, erstmals in einem vollen Stadion bei dem Klub, wo er zehn Jahre lang ausgebildet worden war, und wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Im Gegenzug beschimpften die Leverkusener Anhänger Baumgart als „Hurensohn“. Es herrschte Derbyatmosphäre. Aber die giftige Stimmung half den Kölnern zunächst nicht, und dem Spielniveau war sie auch nicht zuträglich.

          Zwei frühe Leverkusener Tore

          Beide Teams agierten in vielen Situationen ungenau und nervös. Besonders den Kölnern unterliefen immer wieder Fehler im Spielaufbau, so dass Bayer zu Ballgewinnen in hochinteressanten Räumen kam. Wie vor dem 0:1, das Modeste mit einem schlimmen Fehlpass an der Mittellinie einleitete. Patrik Schick vollendete den folgenden Konter mit der Fußspitze (15.) zur Führung für Bayer 04. Und nachdem Karim Bellarabi zwei Minuten später zum 0:2 getroffen hatte, war die Stimmung zwischenzeitlich so, dass die Leverkusener Anhänger sagen konnten: Das fühlt sich an wie ein Heimspiel.

          Die Ultras des FC sind immer noch nicht zurück, weil sie nicht damit einverstanden sind, dass einige Leute durch die 2G-Regel ausgeschlossen werden. Außerdem wird das aktuelle Verfahren mit der Vergabe personalisierter Tickets kritisch gesehen. Ohne den organisierten Support war die Südkurve ziemlich ruhig nach dem frühen Schock. Bayer hätte schnell noch deutlicher führen können, doch Jeremie Frimpong traf aus guter Position nur die Latte (25.), und etliche andere Angriffe spielte die Werkself nicht sauber zu Ende.

          Trainer Steffen Baumgart treibt seine Mannschaft von der Seite an.
          Trainer Steffen Baumgart treibt seine Mannschaft von der Seite an. : Bild: Reuters

          Der 1. FC Köln hatte nun mehr und mehr Ballbesitz, erspielte sich viele Freistöße und Eckbälle, und Jonas Hector hatte kurz vor der Pause das 1:2 auf dem Kopf, traf den Ball jedoch nicht sauber (44.). Aber das Spiel war nun offen. Schick (57.) und Wirtz (62.) vergaben fabelhafte Abschlusssituationen für Bayer 04, bevor Modeste die Begegnung drehte. Zunächst traf er nach einer schönen Flanke von Hector aus kurzer Distanz zum 1:2 (63.). Und das 2:2 erzielte der Angreifer per Kopf nach einem von Sebastian Andersson verlängerten Einwurf (82.).

          Am Ende konnten die Kölner einen – gemessen an den Chancen – glücklichen Punktgewinn bejubeln, aber in der Tabelle rutscht der so stark in die Saison gestartete Klub immer weiter ab. Von den vergangenen sechs Spielen haben sie nur das Duell gegen den Tabellenletzten aus Fürth gewonnen. Dem 0:5 in Hoffenheim vom vorigen Wochenende folgte nun dieses Derby-Unentschieden, und am kommenden Wochenende steht eine Reise zum BVB bevor.

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