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Vorreiter in Corona-Krise : Die Bundesliga und das Stadion-Experiment

  • -Aktualisiert am

Volles Haus wie hier in Leipzig im März wird es auch mit den DFL-Plänen nicht geben. Doch Zuschauer sollen zurück in die Stadien. Bild: dpa

Der Politik könnten die Pläne der Bundesliga, bald wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen, sehr gelegen kommen. Und den Bürgern auch. Doch warum sollte die Gesellschaft dieses Risiko eingehen?

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          „Kommen Sie mir nicht mit Fußball.“ Das sagten Gesundheitspolitiker wie der Rheinländer Karl Lauterbach sinngemäß in den täglichen Talkshows, als es im Frühjahr um die Zukunft unseres Zusammenlebens ging. Das in Deutschland populärste mittelständische Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche kämpfte derweil um seinen Anspruch auf eine Überlebenschance. Und so setzte die Deutschen Fußball-Liga (DFL) als Vordenker der 36 Profivereine im Mai ein Hygienekonzept zur Existenzsicherung durch, gegen die Warnungen auch des SPD-Gesundheitsexperten. Das Ergebnis: Niemand wurde gefährdet, nicht einen einzigen Corona-Test entzog die Fußballbranche für die Wiederaufnahme der Spiele der Gesellschaft. Das erfolgreiche Experiment fand Nachahmer im In- und Ausland. Lauterbach, so stand es zu lesen, freute sich.

          Bundesliga

          Jetzt warnt er wieder. Denn die Bundesligateams wollen zum Start der neuen Saison am 18. September nicht weiter vor leeren Rängen in riesigen Stadien spielen. Sie brauchen Zuschauer, und zwar zahlende. Das ist verständlich angesichts der immensen Gehälter. Mit den Fernseheinnahmen allein sind die Millionenhonorare nicht zu finanzieren. Aber der Kostendruck an sich kann kein Grund sein, dem Werben nachzugeben, sollte die Volksgesundheit auf dem Spiel stehen. In Italien ist ein Fußballspiel als der Ort identifiziert worden, von dem das Masseninfektionsgeschehen im Frühjahr seinen Ausgang nahm. Warum sollte die Gesellschaft dieses Risiko eingehen?

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