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Bundesliga : Mainz unter Druck im Abstiegskampf

Mainz-Trainer Sandro Schwarz. Bild: Reuters

Die Mainzer wissen nach den direkten Duellen der Tabellennachbarn am Vortag, was die Stunde geschlagen hat. Bislang bestanden sie in solch besonderen Drucksituationen stets. Und gegen Leipzig?

          2 Min.

          In den vergangenen beiden Wochen musste Mainz 05 jeweils zum Abschluss des Spieltags ran, also dann, wenn die Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga schon ihre Chancen genutzt oder verspielt hatten. An diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) ist das Team gegen RB Leipzig ein weiteres und letztes Mal in dieser besonderen Situation: Die Mainzer wissen nach den direkten Duellen der Tabellennachbarn, was die Stunde geschlagen hat.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie wissen, dass Freiburg durch einen 3:2-Sieg gegen den nun sicher abgestiegenen 1. FC Köln die Rheinhessen auf Relegationsrang 16 verdrängt hat. Und die Mainzer mussten zur Kenntnis nehmen, dass der sportlich schon totgesagte HSV durch einen 3:1-Sieg in Wolfsburg plötzlich wieder Morgenluft schnuppert. Der Bundesliga-Samstag hat den Druck zweifellos erhöht: Plötzlich droht nicht mehr nur der Relegationsplatz, sondern der direkte Abstieg ist wieder wahrscheinlicher geworden bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den HSV.

          Bislang hatten die Mainzer in einer von vielen Tiefs geprägten Saison solche besonderen Drucksituationen stets bestanden und in vermeintlichen Endspielen in Hamburg und Köln immerhin Unentschieden errungen oder gegen Freiburg vor zwei Wochen gewonnen. Ohne den ganz großen Druck verspielten sie hingegen in der Vorwoche in Augsburg die Chance auf einen im Abstiegskampf so wichtigen Auswärtssieg.

          Stephan Kuhnert, seit drei Jahrzehnten zunächst als Torwart, anschließend seit Mitte der neunziger Jahre als Torwarttrainer im Klub angestellt und somit aus zahlreichen Abstiegskämpfen erfahren im Umgang mit der sportlichen Extremsituation, hat dieser Tage in einem Interview mit der „Mainzer Allgemeinen“ seinen Optimismus zum Ausdruck gebracht, dass die Profis vom Bruchweg am Sonntag nun wieder ihr anderes Gesicht zeigen: „Wenn ich unsere Form sehe, die Leistung im Training und wie die Mannschaft in der Kabine drauf ist, dann stimmt mich das optimistisch. Die Mannschaft ist ein Stück weit zusammengewachsen“, sagt Kuhnert.

          Den Mainzern könnte zugutekommen, dass der Gegner auch nicht gerade einen Lauf hat: Die Leipziger verloren zuletzt dreimal in Serie in der Bundesliga und sind in der Europa League ausgeschieden. Das im vergangenen Jahr bei Rang zwei so hochgelobte Red-Bull-Projekt ist in die erste schwere Krise geraten, auch Trainer Ralph Hasenhüttl scheint zur Disposition zu stehen. „Die Leipziger haben aktuell auch ein paar Wunden zu lecken. Da werden wir die Finger schön reinlegen“, sagt Kuhnert. Auf dem Feld soll das vor allem durch ein mutiges Auftreten geschehen. „Wir müssen zielstrebig mit einer klaren Spielidee dagegenhalten, selbst unsere Abschlussmöglichkeiten suchen und ein Top-Heimspiel machen“, sagt Trainer Sandro Schwarz. Das wäre wohl auch dringend nötig angesichts eines dann bevorstehenden Auswärtsspiels in Dortmund.

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