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Bundesliga-Abstiegskampf : Im Keller geht’s zur Sache

Er hat und er macht Sorgen: Haris Seferovic Bild: AFP

Der 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht im Zeichen des Abstiegskampfs. In Frankfurt muss die zuletzt laue Eintracht gegen die hoffnungsvollen Hoffenheimer treffen.

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          Eintracht Frankfurt (27 Punkte, 29:44 Tore, Platz 17) empfängt in einem der beiden direkten Duelle im Abstiegskampf die TSG Hoffenheim (28 Punkte, 31:44 Tore, Platz 14). Um 15.30 Uhr ist Anpfiff zum Sechs-Punkte-Spiel (live bei Sky und im FAZ.NET-Liverticker). Wie sind die Aussichten bei den beiden Teams?

          Eintracht Frankfurt: Laues Lüftchen im Sturm

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Die eine Problemzone glauben sie halbwegs in den Griff bekommen zu haben. Doch der Angriff ist und bleibt der Schwachpunkt. Die Eintracht ohne Alexander Meier? Keine gute Sache, denn seitdem der Torschützenkönig der vergangenen Bundesligasaison mit maladem Knie nicht mehr aktiv eingreifen kann, ist der Frankfurter Sturm nur ein laues Lüftchen. Seit dem Rückrundenstart haben die Hessen elf Tore in elf Spielen erzielt, wobei der erste von nur zwei Siegen herausragte: Beim 3:2 Ende Januar gegen Wolfsburg machte Meier das Toreschießen zur Chefsache. Alle drei Treffer gingen auf das Konto des schmerzlich vermissten Angreifers, der im Schlussspurt mithelfen soll, ja mithelfen muss, um den drohenden fünften Abstieg der Vereinsgeschichte abzuwenden. „Mit ihm wird es noch klappen“, versicherte Niko Kovac vor dem wegweisenden Tabellen- und Nachbarschaftsduell gegen Hoffenheim.

          Der 44 Jahre alte Trainer hat seit seinem Dienstantritt Anfang März mächtig die Ärmel hoch- und die Mannschaft durcheinandergekrempelt. Das Personal geriet ins Rotieren, der Fokus auf die Stabilisierung der anfälligen Defensive zeigte nach dem 0:3 in Mönchengladbach erste Früchte, als Hannover 1:0 besiegt wurde und die Dienstreise zum alten und mutmaßlich neuen Meister Bayern München nur mit einem 0:1 endete.

          Zuletzt verletzt, schmerzhaft vermisst: Alexander Meier
          Zuletzt verletzt, schmerzhaft vermisst: Alexander Meier : Bild: dpa

          Angst vor dem Abstieg? Kovac verbreitet rund um die Uhr ungebrochene Zuversicht - und scheint auch seine Spieler mit seinem Optimismus infiziert zu haben. „Die Jungs sind mental total entspannt“, sagte er am Freitag. „Wir brauchen keine Tricks und auch keine Psychologen.“

          Was die Eintracht braucht, ist so einfach wie kompliziert: Verlässliche Schützen, Tore und Siege. Und so ruhen große Hoffnungen gegen Hoffenheim auf dem seit Wochen verunsicherten Haris Seferovic. Das Problem des Schweizers: Sein letzter trefflicher Moment liegt eine halbe Ewigkeit zurück und datiert vom 28. November. (raw.)

          TSG Hoffenheim: Zeit des Erwachens

          Sehen Sie Andrej Kramaric und Julian Nagelsmann in: „Zeit des Erwachens“! Zugegeben, die Idee, ein Kinoplakat zu verfremden, ist nicht ganz neu. Dass diese Version des 90er-Jahre-Blockbusters mit Robert De Niro und Robin Williams aus dem Hoffenheimer Klubmagazin ziemlich gut ins aktuelle Bild der TSG passt, lässt sich allerdings nicht bestreiten.

          Junger Mann, der Hoffnung gegeben hat: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann
          Junger Mann, der Hoffnung gegeben hat: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann : Bild: dpa

          Seit Nagelsmann das Team übernommen hat, haben die Kraichgauer in acht Spielen 14 Punkte geholt - genau so viele wie in den 20 Saisonspielen zuvor. Und die besondere Rolle von Kramaric bestand darin, in jedem Spiel, in dem er unter Nagelsmann zum Einsatz kam, etwas beizusteuern. Vier Tore, zwei Assists stehen in der Bilanz. Womöglich sähe die noch besser aus, hätte er sich nicht bei Nagelsmanns Debüt in Bremen eine Gelb-Rote Karte eingehandelt.

          Seit jenem Spiel ist in Hoffenheim jedenfalls alles anders. Man könnte auch sagen: Es ist so, wie es eigentlich sein sollte. Nagelsmann lässt die Mannschaft den Fußball spielen, für den sie einmal zusammengestellt worden ist. Und schon jetzt steht fest, dass die Beförderung des 28 Jahre alten Trainers die Liga bereichert hat. Selten ist ein vorher zutiefst verzagt wirkendes Team den Abstiegskampf so forsch und mutig angegangen, selbst wenn das, wie zuletzt gegen Köln, nicht immer gleich gut gelingt.

          Dicke Backen durch neues Selbstbewusstsein: Kevin Volland dreht auf
          Dicke Backen durch neues Selbstbewusstsein: Kevin Volland dreht auf : Bild: dpa

          Nagelsmann hat nicht nur den Ruf als Taktiktüftler bestätigt, der ihm vorauseilte, er hat auch ein gutes Gespür für Personalien und Positionen bewiesen. Vom Offensivgeist profitieren Kramaric, noch unter Huub Stevens als Leihspieler von Leicester City geholt, und Kevin Volland, der, zurück auf der Außenbahn, alte Stärke zeigt.

          Am Samstag trifft Kramaric auf den Trainer, der ihn für das kroatische Nationalteam entdeckt hat: Niko Kovac. Vielleicht der Stoff für eine schöne kleine Geschichte in der großen. „Nichts ist so phantastisch wie ein einfaches Wunder“, steht als Motto über dem Hoffenheimer Kino-Remake. Inzwischen wäre es fast schon keines mehr. (camp.)

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