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Bundesliga: 5. Spieltag : Bayern-Stars sind auch nur Menschen

  • Aktualisiert am

Die Bayern waren mit einem Punkt zufrieden Bild: dpa

Ein Fernglas braucht die Bundesliga-Konkurrenz dank des FC Schalke 04 nicht, um die Bayern an der Spitze noch ausmachen zu können. Am Sonntag setzte sich Karlsruhe in Wolfsburg mit 2:1 durch, Duisburg unterlag Hertha BSC.

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          Ein Fernglas braucht die Bundesliga-Konkurrenz nach fünf Spieltagen dank des FC Schalke 04 nicht, um den FC Bayern München an der Tabellenspitze noch ausmachen zu können. Das 1:1 gegen die „Königsblauen“ holte die „Überirdischen“ auf den Boden zurück.

          „Auch bei uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel“, meinte Bayern-Kapitän Oliver Kahn. Über sich hinausgewachsen sind Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt (Siehe auch: 2:1 gegen HSV: Eintracht „einfach geiler“ auf den Sieg), die mit den dritten Saisonsiegen und nur einem Punkt Rückstand zu den ersten Bayern-Jägern aufstiegen.

          In den Sonntagsspielen siegte Aufsteiger Karlsruhe mit 2:1 Toren in Wolfsburg, Hertha BSC holte mit dem gleichen Ergebnis beim MSV Duisburg einen „Dreier“. Wie Anwärter auf den Abstieg präsentierten sich am Samstag die zum fünften Mal sieglosen Ostklubs Energie Cottbus und Hansa Rostock (Siehe auch: ).

          Punkte brüderlich geteilt: Die Altintops Hamit (München) und Halil (Schalke)

          Beweis der Verwundbarkeit

          „Eine Mannschaft, die zusammenhält und leidenschaftlich kämpft, kann dagegen halten“, sagte Schalke-Manager Andreas Müller, der seinen Klub auf „Augenhöhe mit den Bayern“ sah. Nach dem zweiten Beweis der Verwundbarkeit der Münchner - sie hatten schon beim Hamburger SV nur 1:1 gespielt - stellte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld fest: „Unsere Stars sind auch nur Menschen“ (Siehe auch: ).

          Dies musste am Anfang der Saison auch sein Kollege Armin Veh feststellen, nachdem der Meister VfB Stuttgart nur sehr schwer in Gang gekommen ist. Mit dem 3:0 gegen Energie Cottbus wendeten die Schwaben eine drohende Krise ab und schafften eine gelungene Generalprobe für den Champions-League-Start am Mittwoch gegen Glasgow Rangers.

          Bremen mit Respekt nach Madrid

          „Ohne Erfolg hätten wir nach zuvor nur vier Punkten ein Problem gehabt“, sagte Veh. Während Stuttgart und Schalke (gegen FC Valencia) fit für Europa sind, macht sich bei Werder Bremen nach dem 0:3 bei Borussia Dortmund immer mehr Verunsicherung breit. „Wenn wir so gegen Real Madrid auftreten, kriegen wir wieder eine Packung“, befürchtet Werders Geschäftsführer Klaus Allofs.

          Fürchten muss sich auch Petrik Sander, dem nach dem fünften Spiel ohne Sieg beim Tabellenvorletzten Cottbus der Rauswurf droht. „Für Energie ist die Bundesliga das, was für den VfB die Champions League ist. Das haben schon einige vergessen“, sagte Sander. Auf die Fragen nach seiner Zukunft in Cottbus reagierte er gereizt: „Ich werde den Teufel tun, das zu kommentieren.“

          Favre: „Nicht gut gespielt und trotzdem gewonnen“

          Hertha BSC und Aufsteiger Karlsruher SC haben in den Sonntagsspielen Auswärtssiege gefeiert. Die Berliner setzten sich dank eines Doppelpacks von Stürmer Marko Pantelic 2:1 beim MSV Duisburg durch und kletterten auf den fünften Tabellenplatz. Klemen Lavric konnte für die Hausherren nur noch verkürzen. „Wir haben nicht gut gespielt, aber trotzdem gewonnen. Das zeigt die Qualität der Mannschaft“, sagte Hertha-Trainer Lucien Favre.

          Der KSC gewann ebenfalls mit 2:1 beim VfL Wolfsburg und ist nun Sechster. Mario Eggimann und Christian Eichner wendeten nach dem Wolfsburger Führungstreffer durch Jacek Krzynowek noch das Blatt. Der VfL bleibt damit auf einem Abstiegsrang. KSC-Trainer Edmund Becker zeigte sich zufrieden. „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und bewiesen, dass wir auch auswärts in der Lage sind, in der Bundesliga mitzuhalten.“

          Arminia gibt sich bescheiden

          Als nicht bundesligatauglich erwies sich dagegen Aufsteiger Hansa Rostock, der nach dem 2:4 bei Arminia Bielefeld ohne Punktgewinn dasteht. Dagegen versetzen die Bielefelder die Liga als Tabellenzweiter mit zweistelliger Torausbeute in Erstaunen. „Es wäre vermessen zu sagen, wir wollen jetzt die Bayern jagen“, sagte Manager Reinhard Saftig. Auch Trainer Ernst Middendorp gab sich zurückhaltend: „Wir wollen 42 Punkte, das ist das Maß der Dinge. Aber es muss auch nicht sein, dass es immer nur Platz 15 sein darf.“

          Eine ähnliche Sichtweise herrscht bei der Frankfurter Eintracht vor, die sich mit dem 2:1 gegen den Hamburger SV nach langer Zeit mal wieder als Dritter in der Spitze festsetzte. „Noch haben wir nichts erreicht“, sagte Alexander Meier, der mit seinem „Doppelpack“ für den Sieg sorgte. Einen empfindlichen Dämpfer vor dem Uefa-Cup-Auftakt am Dienstag bei Litex Lowetsch musste der HSV einstecken. „Die Frankfurter waren williger und engagierter. Wir stehen vor einer Menge Arbeit“, sagte HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer und kündigte Gespräche mit den Spielern an.

          „Gott wendet sich von uns ab“

          Rechtzeitig vor dem ersten Uefa-Cup-Auftritt gegen UD Leiria am Donnerstag meldete sich Bayer 04 Leverkusen in der Spitzengruppe zurück. „Wir haben ein schlechtes Spiel gewonnen, so wie wir vorher bessere Spiele nicht gewonnen haben“, bekannte Bayer-Chefcoach Michael Skibbe nach dem wenig glänzenden 2:0 gegen den VfL Bochum.

          Der deutsche Pokalsieger 1. FC Nürnberg musste dagegen mit einem „gefühlten Sieg“ zufrieden sein. „Eineinhalb Jahre war der liebe Gott ein Clubberer, jetzt wendet er sich von uns ab“, befand „Club“-Trainer Hans Meyer, für den das 2:2 gegen Hannover 06 angesichts einer großen Verletztenmisere ein „Erfolgserlebnis“ war.

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