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Bundesliga, 28. Spieltag : Bayern müssen die Katze im Dorf lassen

Bild: ddp

München hatte die Quittung ohne den Gast gemacht, Schalke treibt es auf die Spitze. Hoffenheim beendet immerhin die Ladehemmung. Und Hannover rüttelt am Tor zur zweiten Liga. Die automatisierte Berichterstattung zum 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

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          Dank guter Verbindungen ins Online-Geschäft hat FAZ.NET schon jetzt die Beta-Version eines Programms zur Verfügung, das eine amerikanische Statistik-Firma für Sommer angekündigt hat: es kann automatisch Spielberichte schreiben. Die Sport-Berichterstattung eigne sich ideal zur Erprobung solcher Programme, erklärte der Firmensprecher, da die Sprache des Sport-Journalismus standardisiert und auf Floskeln fixiert sei. Eine neue Dimension in der Industrialisierung von Journalismus. Wollen wir doch mal sehen oder vielmehr lesen, was der 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga so zu bieten hatte:

          „Die Luft an der Tabellenspitze wird für Bayern München immer dicker. Im Hacke- und Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart wollten die Bayern ihr Punktekissen aufblasen, hatten die Quittung aber ohne den Gast gemacht, den sie offenbar auf die hohe Schulter genommen hatten. Nach ihrem 2:1-Auswärtssieg sind die Schwaben weiter auf der Erfolgsspur, während die Bayern anschließend tatenlos zuhören müssen, wie ihr Denkmal vom Sockel geschossen wurde. In Lauerstellung hatten Schalke und Leverkusen Abendluft gewittert - doch nur die in Weiß angetretenen Königsblauen trieb es auf die Spitze: Schalke gewann 2:0 Auf Bayer und ist damit erster Anwärter auf den Titel Tabellenführer der Herzen.

          Den Letzten beißen die Pferde, und Schlusslampe Hertha BSC Berlin hatte mit dem Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg in der vergangenen Woche auch Licht am Ende der Straße gesehen. Diesen Samstag mussten die Hauptstädter gegen Borussia Dortmund aber erkennen, dass die Kirchen nicht in den Himmel wachsen und die Blaue Laterne weiterhin im Olympiastadion funkelt. Denn erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu: Gekas traf ins Tor, doch das Unparteiischentrio entschied auf Abseits.

          Auswärtsfreude ist die schönste Freude: Stuttgart gewinnt 2:1 in München

          Die Katze im Dorf lassen ist das Hauptohrenmerk des Übungsleiters von Mainz 05, Thomas Tuchel. Der Neueinsteiger hat schon frühzeitig genug Zahlen gesammelt, um in der Klasse sitzen zu bleiben. Der Weg in die Europa-Liga ist aber wohl doch zu lang. Der noch den Titel „Deutscher Meister“ tragende VfL Wolfsburg dümpelt zwar ambitionslos im gleichen Niemandsfluss herum, stellte in der Schlussphase aber das Spiel auf die Füße und gewann 2:0.

          Der frühe Fisch fängt den Wurm: Bremens Mertesacker traf schon nach 40 Sekunden zum 1:0. Doch nach der lupenreinen Anfangsphase kam Werder Bremen gegen den 1. FC Nürnberg gerade noch mit einem grünen Auge davon. Nach 3:0-Führung rettete Werder so eben noch den 4:2-Erfolg. Die Franken hatten den Punkt schon fast in der Hand, aber offenbar den Sieg nicht auf dem Dach und am Ende ließen sich die Hanseaten dank eines empty-goal-goals die Butter nicht vom Boot ziehen.

          Von allen guten Gedanken verlassen war Balitsch von Hannover 96, der gegen den 1. FC Köln erst mit der Hand zum Ball und dann mit dem Bein zum Gegner ging: Gelb-Rot noch vor dem Pausenkaffee und ab zum Baden. Seine Mitspieler waren auch zu zehnt keinen Euro besser und musste eine verdiente 1:4-Quittung zeichnen. Jetzt rütteln wieder mal Hannoveraner am Zaun: „Ich will da rein“ - doch es ist die Pforte zur zweiten Liga. Die Kölner zeigten wiederum, dass die Mannschaft ohne Star eben doch ein Team ist: Podolski blieb draußen, und das war für Tosic und Novakovic wie offene Türen nach Athen tragen: schon klappte es auch mit den Toren.

          Die TSG Hoffenheim beendete am Sonntag nach drei Spielen ohne Torerfolg die Ladehemmung und verhinderte mit einem 1:1 gegen den SC Freiburg trotz schwacher Leistung auch den Besuch des Abstiegsgespenstes.

          Zum Abschluss des Spieltages schlitterte dann der HSV bei der 0:1-Niederlage in Mönchengladbach bei Schneemangel auf einem Schlitten recht holprig endgültig in die Krise und muss in der Osterzeit so mühsam Punkte suchen wie andere Ostereier.Schon am Freitag hatte Eintracht Frankfurt gemeinsam Fahrt aufgenommen, und zwar ins Ruhrgebiet, und dank eines 2:1-Erfolgs beim VfL Bochum seine Position ins gehobene Mittelfeld verbessert. Den Bochumern steht dagegen wieder das Wasser bis zum Knie.“

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