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Fußball-Bundesliga : Labbadia kündigt Abschied aus Wolfsburg an

  • -Aktualisiert am

Bruno Labbadia Bild: dpa

Zwei grundverschiedene Typen gehen getrennt Wege: Bruno Labbadia verlässt den VfL Wolfsburg und Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Die Abschiedsworte des Trainers machen das Problem deutlich.

          Das kuriose Binnenverhältnis zwischen Bruno Labbadia und Jörg Schmadtke, das zuletzt zu einer Belastung für den VfL Wolfsburg geworden war, findet im Sommer sein erwartetes Ende. Labbadia hat verkündet, dass er kein Interesse an einer weiteren Beschäftigung als Cheftrainer der Niedersachsen hat. Schmadtke kommt als Geschäftsführer dank dieser Entscheidung um die Verlegenheit herum, einen recht erfolgreichen und beliebten Trainer nicht weiterbeschäftigen zu wollen. Am 30. Juni endet die Zweckgemeinschaft im Dienst eines Vereins, der in der Fußball-Bundesliga derzeit eine gute Rolle spielt. Zwei grundverschiedene Typen gehen danach getrennt Wege. Labbadias Abschiedsworte lassen auf Unzufriedenheit schließen.

          Die vielen Fragen nach dem Warum und Wann können ihm kein Spaß gemacht haben. Immer wieder wurde Labbadia in den vergangenen Wochen mit dem Umstand konfrontiert, wie ungewöhnlich sein Schwebezustand sei. Wenn ein erfolgreicher Cheftrainer mit festem Arbeitsvertrag im März noch nicht weiß, wo er ab Juli tätig sein wird, klingt das unüblich für den Profisport. Am Dienstagnachmittag verkündete Labbadia vor seinen Spielern und seinem Arbeitgeber, dass ihm neue Aufgaben künftig mehr Spaß machen werden als die bisherige in Wolfsburg.

          „Eine weitere Zusammenarbeit wäre für den VfL nur zielführend und sinnvoll, wenn ein konsequenter fachlicher Austausch zwischen den sportlichen Verantwortlichen über die gesamte Saison gegeben wäre“, erklärte Labbadia. Er geht mitsamt seines gesamten Funktionsteams. Es steht zu vermuten, dass eine attraktive Folgelösung innerhalb des deutschen Profifußballs in Aussicht steht. Der FC Schalke 04 wird häufig als Option für den 53 Jahre alten Trainer genannt.

          Dieses merkwürdige Fremdeln hatte sich einfach nicht mehr verbergen lassen. Stück für Stück war in den vergangenen Wochen durchgesickert, dass Labbadia und Schmadtke als grundverschiedene Typen keine Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit finden. Im Mai 2018 hatte Labbadia mit dem stark abstiegsgefährdeten VfL den Klassenerhalt geschafft. Danach verpasste es der zur Folgesaison geholte Schmadtke, sich rechtzeitig von einem Cheftrainer zu trennen, dessen Art und Denke nicht nach seinem Gusto sind. Labbadia hat seit dem Februar 2018 in Wolfsburg bewiesen, dass er mehr als nur ein Trainer für den Übergang sein kann. Eine vernehmbare Wertschätzung von der Geschäftsführung ist ihm nicht entgegengebracht worden.

          „Wir hätten gerne das von beiden Seiten geplante ergebnisoffene Gespräche mit ihm geführt“ – so lässt sich Schmadtke in einer Mitteilung des Vereins zitieren. Wirklich überrascht kann niemand beim VfL gewesen sein, dass Labbadia geht. Welche Art von Trainer passt eigentlich zu einem VfL Wolfsburg, der sich verändert hat? Einem Kandidaten wie Marco Rose von RB Salzburg wird zugetraut, nicht dank teurer Spieler, sondern mit Hilfe guter Spielstrategien zu glänzen. Obwohl der VfL-Hauptsponsor Volkswagen immer noch großzügige Budgets genehmigt, wird unter der Regie von Schmadtke defensiver agiert.

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