https://www.faz.net/-gtm-z5ba

Borussia Mönchengladbach : Stürmische Fohlen wehren den Tiger ab

  • Aktualisiert am

„Tiger” mit „Raute im Herzen” oder den falschen Freunden? Bild: dpa

An diesem Dienstag will sich die „Initiative Borussia“ um Stefan Effenberg der Öffentlichkeit präsentieren. Doch mit jedem weiteren Erfolg der Gladbacher im Kampf gegen den Abstieg verlieren Effenbergs Umsturzpläne an Kraft und Brisanz.

          2 Min.

          Vor der Partie in Hannover hatte Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre gesagt, mit neun Punkten aus den verbleibenden drei Partien bleibe seine Mannschaft sicher in der Bundesliga. Tatsächlich scheinen die Gladbacher nach der grausamen Vorrunde nun spät, aber vielleicht nicht zu spät einen Endspurt einzuläuten, der sie besser als die Konkurrenz aussehen lässt. Favre hat die „Fohlen“ in der Defensive stabilisiert und ihnen Vertrauen in die eigene Leistung gegeben - fast ohne Fouls kamen die gut stehenden und mannschaftlich geschlossen wirkenden Gladbacher in Hannover dank des späten Treffers von Marco Reus zum verdienten 1:0-Erfolg.

          Eine Art Niederlage war der Sieg indes für die Gladbacher Opposition um Möchtegern-Chef Stefan Effenberg. Mit klaren Umsturzplänen für die Zeit nach der Mitgliederversammlung am 29. Mai greift der ehemalige Profi als Kopf der sogenannten „Initiative Borussia“ nach der Macht. Ziemlich unfein hatte Effenberg Präsident Rolf Königs und vor allem Sportchef Max Eberl in Interviews attackiert.

          Effenberg: „Ich trage die Raute im Herzen“

          Effenberg wirft der Clubführung vor, den ehemaligen Trainer Michael Frontzeck zu spät durch Lucien Favre ersetzt zu haben. „Wenn Favre von Anfang an dagewesen wäre, würde man jetzt nicht so zittern“, sagte Effenberg, der betonte, mit seiner Mannschaft auch einen klaren Plan für den Fall des Abstieges zu haben. Sein Rückhalt in Fan-Kreisen scheint indes nicht allzu groß zu sein: „Tiger, du hast die falschen Freunde“ war auf einem Plakat in der Fankurve der Borussia zu lesen.

          Stratege will Macht: Stefan Effenberg
          Stratege will Macht: Stefan Effenberg : Bild: dapd

          Namen und Details seines Konzeptes will der einstige Borussen-Kapitän an diesem Dienstag in einer Pressekonferenz (18 Uhr) bekanntgeben. „Es wird kein großes Team um mich herumgeben“, sagte Effenberg, der Vorsitzender der Geschäftsführung und Sportdirektor werden will. „Ich möchte mit anpacken, damit sportlich erfolgreicher und schöner Fußball gespielt wird. Ich trage die Raute im Herzen.“ Sicher ist, dass der frühere Trainer Horst Köppel zum „Tiger-Team“ gehören würde. „Seine fachliche Kompetenz steht außer Frage. Er ist eine Identifikationsfigur“, sagte Effenberg über Köppel.

          Die Amtsträger lassen Effenberg abblitzen

          Eberl ließ sich nichts anmerken, als er zu den vollmundigen Versprechungen des namhaften, aber als Sportchef unerfahrenen Konkurrenten sagte: „Spieler, Trainer, Trainerstab, wir alle lassen uns nicht davon behelligen, was Leute von außen sagen. Wir wissen, was wir können.“ Auch Königs reagierte gelassen auf die Initiative und erklärte, er sei bis 2013 gewählt und wolle auch so lange im Amt bleiben. Schmallippig wurde Favre, als man ihn mit dem Namen Effenberg konfrontierte: „Ich kümmere mich nur um die Mannschaft“, sagte der Schweizer Diplomat.

          Für Königs, Eberl und auch Vizepräsident Bonhof könnte die Zeit spielen: Ein Sieg gegen Freiburg am Samstag und drei Punkte eine Woche später beim HSV, dann hätte Favre der Borussia womöglich den Klassenverbleib geschenkt - und seinen Vorgesetzten den Job.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Menschen gehen am Sonntag bei Sonnenschein am Rheinufer in Düsseldorf spazieren.

          Vor Beratungen : Öffnen beim Anblick der dritten Welle?

          Deutschland steht vor einer neuen Pandemie-Welle. Die Politik sucht eine Gratwanderung zwischen Vorsicht und Lockerungen. Sind regionale Strategien und Schnelltests die Lösung?
          Einer Ärztin wird am Freitag in der Hauptstadt von Paraguay der russische Impfstoff Sputnik V verabreicht.

          Sputnik V : Einer der gefragtesten Impfstoffe der Welt

          Allein vergangene Woche haben fünf weitere Länder Russlands Corona-Impfstoff zugelassen. Auch ein EU-Land hat das Vakzin schon registriert. War die Skepsis des Westens unangebracht?
          Am Boden und vor dem Absturz: Schalke 04 zerstört sich selbst.

          Selbstzerstörung in Bundesliga : Vergifteter Boden bei Schalke 04

          Die Rauswurforgie ist die jüngste Wendung einer sagenhaften Geschichte der Selbstzerstörung. Dass drei Spieler, die erst kurz im Klub sind, so etwas anzetteln können, zeigt, wie kontaminiert die Schalker Erde ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.