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Borussia Mönchengladbach : Jupp Heynckes tritt zurück

  • Aktualisiert am

Heynckes verzichtet auf alle Ansprüche aus seinem Vertrag bis 2008 Bild: REUTERS

Jupp Heynckes hat die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt auf Abstiegsrang 16 gezogen und ist als Trainer in Gladbach zurückgetreten. Nachfolger soll Assistent Jos Luhukay werden. Es gab blumige Abschiedsworte.

          Cheftrainer Jupp Heynckes hat selbst die Konsequenzen aus der Talfahrt des fünfmaligen deutschen
          Meisters Borussia Mönchengladbach gezogen: Der 61-Jährige erklärte 14 Stunden nach dem torlosen Remis gegen den 1. FC Nürnberg und nach nur 215 Tagen Amtszeit seinen sofortigen Rücktritt. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld wird der bisherige Heynckes-Assistent Jos Luhukay als verantwortlicher Coach auf der Gladbacher Bank sitzen.

          „Wir alle bedauern diesen Schritt von Jupp Heynckes sehr, denn wir haben mit ihm in einem sehr freundschaftlichen und guten Verhältnis zusammengearbeitet. Er ist ein großartiger Mensch und absoluter Ehrenmann. Jupp Heynckes wird immer ein Borusse bleiben“, sagte Borussias Präsident Rolf Königs. Heynckes verzichtet laut Borussia-Presseerklärung auf eigenen Wunsch auf alle Ansprüche aus seinem bis 30. Juni 2008 datierten Arbeitsvertrag.

          „Wir haben kein Ultimatum gestellt“

          Der Traditionsklub vom Niederrhein ist seit 13 Pflichtspielen ohne Sieg. Der letzte Dreier datiert vom 14. Oktober 2006 durch das 3:1 gegen Wolfsburg. Der ehemalige Borussia-Torjäger Heynckes war seit dem 1. Juli 2006 wieder als Cheftrainer bei den „Fohlen“ tätig. Der vierte Trainerwechsel in dieser Saison und der 299. in der Bundesliga-Geschichte seit 1963 ist damit perfekt. Zunächst hatte die Borussia am Mittwochmorgen noch Meldungen, der Klub habe die Zusammenarbeit mit Heynckes beendet, dementiert.
          Kurz vor 12.00 Uhr kam dann die Mitteilung, dass der erfahrene Fußball-Lehrer selbst die Konsequenzen gezogen hatte.

          Jupp Heynckes übernahm vor Saisonbeginn das Traineramt am Niederrhein

          Jupp Heynckes jedenfalls fuhr am Mittwochmorgen am Borussiapark vor, um mit der Mannschaft - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - die erste Trainingseinheit zur Vorbereitung auf das nächste Spiel in Bielefeld aufzunehmen. Die Nullnummer vom Vortag hatte die sportlich prekäre Situation weiter verschärft. Die Borussia dümpelt mit 16 Punkten weiter auf einem Abstiegsplatz. „Wir haben keine Ultimaten gestellt und auch keine Punktvorgaben gemacht“, hatte Manager Peter Pander am späten Dienstagabend zum wiederholten Male zur Trainer-Situation erklärt.

          Heynckes sprach von medialer „Schmutzkampagne“

          Der frühere Manager des VfL Wolfsburg rückte das Spiel gegen Bielefeld in den Vordergrund: „Wir müssen in die Punkte - und das am besten in Bielefeld. Wir müssen einen Dreier setzen, um in eine andere Spur zu kommen.“ Pander pochte am Dienstag nochmals deutlich darauf, dass dieses Vorhaben unter der Leitung von Heynckes geschehen sollte. Aber Heynckes sah offenbar keinen Sinn mehr, weiter als verantwortlicher Coach auf der Bank der Borussia zu sitzen.

          Ein Reporter stellte dem Coach nach der Nullnummer gegen Nürnberg die Frage, ob er glaube, dass er am
          Samstag in Bielefeld noch auf der Bank sitzen werde. Heynckes hielt kurz inne und antwortete mit hochrotem Kopf: „Wenn Sie weiter so eine Schmutzkampagne fahren, muss ich mir das überlegen.“ Danach sprang der Borussia-Coach auf, gab seinem Kollegen Hans Meyer die Hand und verließ kopfschüttelnd den Raum. Am Mittwochmittag war das Trainerkapitel Heynckes bei Borussia dann beendet.

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