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Borussia Mönchengladbach : Intelligenztest bestanden

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Wachgeküsst: Borussia Mönchengladbach und Marco Reus sind die Überraschungen der Saison Bild: dpa

Trainer Favre und Manager Eberl haben Mönchengladbach überraschend zum Erfolgsteam geformt. Ein Vergleich mit den „Fohlen“ von früher erscheint vor der Partie gegen Mainz (17.30 Uhr) aber voreilig.

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          Manches in der Bundesliga erinnert an die Börse, vor allem die Volatilität, die Sprunghaftigkeit einiger Werte. Kurz vor dem Ende des ersten Halbjahres dieser Saison stehen die meisten Mannschaften zwar ungefähr dort, wo sie hingehören, aber es gibt Ausnahmen: Wolfsburg und Mönchengladbach. Die einen haben, trotz hoher Investitionen, ihr Kursziel deutlich verfehlt; die anderen liegen, mindestens genauso überraschend, weit über den Prognosen der Fußball-Analysten.

          Gladbach kann am letzten Spieltag der Hinrunde (17.30 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) mit einem Sieg über Mainz 05 Anschluss halten an die Spitzengruppe mit Branchenführer Bayern, Meister Dortmund sowie Schalke und Bremen. Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht? Die Antwort fällt leicht: Niemand. Nicht einmal Max Eberl. Der Sportdirektor war zwar immer davon überzeugt, dass in der Mannschaft mehr stecke, als viele glaubten. Kurz vor der Winterpause die „internationalen Plätze“ in Reichweite zu haben findet er jedoch „schon überraschend“.

          Überbewertet? Die Borussia im Höhenflug
          Überbewertet? Die Borussia im Höhenflug : Bild: dpa

          Skeptiker fragen sich: Ist die Borussia nicht überbewertet? Spätestens jetzt kommt Lucien Favre ins Spiel, der erfolgreiche Architekt des Wiederaufbaus. Sobald Gladbachs Rolle in der Hierarchie der Liga erörtert wird, mahnt der Trainer dazu, bloß nicht zu vergessen, wo die Borussen herkommen. Und er meint damit nicht die traditionsgetränkten Zeiten der „Fohlen“, jene mit Titeln dekorierte Ära, die viele jetzt wieder als Vergleichsgröße heranziehen - voreilig, wie die Verantwortlichen betonen.

          Favre warnt

          Niemand dürfe sich blenden lassen von der ansehnlichen Hinrunde, sagte Favre. „Wir dürfen eins nicht vergessen: Im Mai haben wir uns in der Relegation nur knapp gegen Bochum durchgesetzt.“ Gegen eine Mannschaft, die mittlerweile in der zweiten Liga nur noch Mittelmaß verkörpert. Drei Monate vorher hatte Favre von seinem irrlichternden Vorgänger Michael Frontzeck ein Ensemble übernommen, das als Tabellenletzter dem Abstieg geweiht schien. Nahezu alle Sachverständigen zollten dem Fußball-Lehrer vor allem deshalb Respekt, weil er bereit war, auch in die zweite Liga zu gehen.

          Mit Lucien Favre unter die Top-4 der Liga: der Monsieur aus der Schweiz hat die Borussia nach oben geführt
          Mit Lucien Favre unter die Top-4 der Liga: der Monsieur aus der Schweiz hat die Borussia nach oben geführt : Bild: dpa

          Der Monsieur aus der Schweiz machte sich voller Elan an die Arbeit, nicht nur weil er froh war, wieder einen erstklassigen Job in Deutschland zu haben, sondern auch, weil er von Anfang an davon überzeugt war, dass sein Personal die wichtigste Voraussetzung für Fußball à la Favre erfülle: Spielintelligenz. „Ohne Spielintelligenz ist der Trainer tot“, sagt Favre. Diese Eigenschaft, verbunden mit Lerneifer und Disziplin, hat Gladbach nach oben gebracht, und zwar in drei Etappen. Zunächst gelang die Konsolidierung im Abstiegskampf, dann startete die Mannschaft mit einem Auswärtssieg über Bayern München in die neue Saison - ein Startschuss, wenn auch noch nicht zur deutschen Meisterschaft.

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