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1:4 in Gladbach : Werder befindet sich schon wieder in höchster Not

  • Aktualisiert am

Verschnupft: Vor allem in der ersten Halbzeit sieht Viktor Skripnik ein desolates Bremer Team Bild: dpa

Drei Spiele, drei Pleiten: Bremen steht schon zu Beginn der Bundesliga-Saison am Abgrund. Beim 1:4 in Mönchengladbach spielt die Skripnik-Elf vor allem im ersten Durchgang desolat. Ein Werderaner erzielt dann aber noch den schönsten Treffer.

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          Für Chefcoach Viktor Skripnik dürfte das Aus beim Tabellenletzten Werder Bremen immer näher rücken. Das 1:4 (0:4) bei Borussia Mönchengladbach in der 200. Fußball-Bundesligapartie des Ukrainers als Spieler und Trainer der Hanseaten war ein sportlicher Offenbarungseid. Thorgan Hazard (11./17. Minute) und Raffael (21., Foulelfmeter/41.) sorgten vor 54 014 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park für ein Debakel des viermaligen deutschen Meisters, für den der Olympia-Zweite Serge Gnabry (73.) zum 1:4 seinen Premierentreffer in Liga eins erzielte.

          Mit der dritten Niederlage im dritten Erstligaspiel ist der Werder-Fehlstart perfekt. Letztmals startete Bremen 1998 mit der gleich bitteren Bilanz in eine Saison. Ob Skripnik angesichts dieser Bilanz in den Heimspielen am Mittwoch gegen Mainz und am Samstag gegen Wolfsburg noch Werder-Trainer sein wird, scheint fraglich.

          Skripnik schließt Rücktritt aus

          Skripnik selbst schloss nach der Partie einen Rücktritt allerdings aus: „Ich stehe unter Vertrag und ich will weitermachen.“ Auch Bremens Sportdirektor Frank Baumann meinte: „Wir sind von Viktor überzeugt und von seinem Team.“ Der ehemalige Profi gab allerdings mit Blick auf das vor allem desolate Auftreten in der ersten Halbzeit zu: „Da haben wir keine Argumente, mit der Leistung braucht man in der Bundesliga nicht antreten.“

          Baumann will offensichtlich auch die Spieler in die Pflicht nehmen, bevor es an diesem Mittwoch zuhause gegen den FSV Mainz 05 weitergeht. „Unsere Geduld ist auch nicht ewig haltbar. Wir sind sehr ungeduldig, wir werden das auch mit den Spielern intensiv besprechen.“

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          Im 101. Pflichtauftritt zwischen Mönchengladbach und Bremen gingen die Borussen am Samstag sofort in den Angriffsmodus. Und als Fallou Diagne in der 5. Minute als letzter Mann den Ball an Hazard verlor, war eigentlich die frühe Gladbacher Führung fällig; der Senegalese Diagne machte seinen Fauxpas wett und rettete artistisch. Sechs Minuten danach war die Werder-Abwehr völlig hilflos: Fabian Johnson bediente Hazard, der nur noch einschieben musste. Das Werder-Unheil nahm seinen Lauf: Hazard legte in der 17. Minute zu seinem zweiten Liga-Doppelpack nach.

          Und als Bremens Keeper Jaroslav Drobny wenig später Lars Stindl zu Fall brachte, zögerte Schiedsrichter Tobias Stieler keine Sekunde mit dem Elfmeterpfiff. Raffael (21.) wuchtete das Spielgerät so wuchtig ins Netz, dass Drobny überhaupt keine Chance hatte. Vier Minuten vor dem Pausenpfiff gelang Raffael gegen desolate Bremer das 4:0. Wie kläglich Werder agierte, wurde in der 55. Minute offenbar, als Sambou Yatabaré frei vor Gladbach-Towart Yann Sommer auftauchte, den Ball aber stümperhaft verzog. Skripnik stand zumeist in seiner Coaching-Zone und wirkte in seiner Körpersprache völlig deprimiert.

          Immerhin: Seine Elf gab nicht auf und hatte in der 69. Minute durch Ulisses Garcia und in der 71. durch Aron Johannsson zwei weitere Chancen, die aber nichts einbrachten. Gnabry traf zum 1:4, ehe bei einem Hazard-Versuch der Pfosten den fünften Gladbacher Treffer verhinderte. Dann wurde der Amerikaner Johannsson - wahrscheinlich wegen Schiedsrichterbeleidigung - mit Rot des Feldes verwiesen (80.).

          Drei Tage nach dem 0:4 in der Champions League bei Manchester City und eine Woche nach dem 1:3 von Freiburg rotierte Borussia-Coach André Schubert und nahm in dem ehemaligen Bremer Jannik Vestergaard, Hazard, Ibrahima Traoré, Tony Jantschke und Julian Korb gleich fünf Neue in seine Startformation. Skripnik überraschte mit einer später als missglückt einzuordnenden  Umbesetzung: Nach zehn Gegentreffern in den zuvor drei verlorenen Pflichtspielen 2016/17 rückte Drobny für Felix Wiedwald in das Werder-Tor. Drobny und Vestergaard bestritten jeweils ihre erste Ligabegegnung für ihre neuen Vereine.

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