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1:0 gegen Mainz : Gladbach mit viel Glück zum Sieg

  • -Aktualisiert am

De Blasis traf für Mainz, Schiedsrichter Hartmann (rechts) erkannte das Tor aber nicht an. Bild: dpa

Nach acht Spielen ohne Erfolg zittert sich die Borussia zum Heimsieg über Mainz und setzt sich von den Abstiegsplätzen ab. Große Aufregung aber gibt es kurz vor dem Abpfiff.

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          Acht Bundesligaspiele ohne Sieg hatte Borussia Mönchengladbach zuletzt zu verdauen. Am Sonntag, in einem der schwächsten Borussen-Spiele seit langem, kehrte zumindest der Erfolg an den Niederrhein zurück. Dank des Treffers von Innenverteidiger Christensen (73. Minute) endete zumindest die Ergebniskrise der Rheinländer. Dass bei ihnen trotz des 1:0-Erfolges gegen Mainz noch sehr viel im Argen liegt, war aber dennoch unverkennbar. Die Mainzer, wie die Borussia im Mittelfeld der Bundesliga angesiedelt, machten zu wenig aus ihrer Gelegenheit, dieses Auswärtsspiel zu gewinnen. Den Borussen war‘s egal und ihrem Trainer André Schubert sowieso. Der zuletzt umstrittene Fußballlehrer festigte fürs erste seine Position.

          Es war eine mausgraue Woche, die hinter den Gladbachern lag. 1:4 in Dortmund, 0:4 beim vorerst letzten Champions-League-Auftritt in Barcelona, dazu das Karriereende von Alvaro Dominguez, verbunden mit heftigen Vorwürfen des spanischen Verteidigers an die Adresse der Borussia und ihrer Ärzte. Und deshalb schien die Zeit, zumal angesichts der Bundesliga-Sieglosserie, reif, mal wieder ein Positiverlebnis zu feiern.

          Andernfalls stünde, wie zuletzt kolportiert wurde, das Ende der gemeinsamen Zeit mit Trainer André Schubert zur Diskussion. Eine Debatte, an der sich der angeblich vom FC Bayern München umworbene Sportdirektor Max Eberl, versteht sich, nicht beteiligen wollte. Dessen Forderung war auch so unmissverständlich genug, und sie lautete: Punkten in den drei Spielen bis zur Winterpause daheim gegen Mainz und Wolfsburg und auswärts in Augsburg.

          Christensen sei Dank: Gladbach freut sich mit dem Torschützen (rechts). Bilderstrecke
          Christensen sei Dank: Gladbach freut sich mit dem Torschützen (rechts). :

          „Natürlich muss jeder seine Leistung bringen, auch der Trainer“, hatte Eberl hinzugefügt, ohne dabei bedrohlich klingen zu wollen. Die Mainzer dagegen gingen dieses Sonntagsspiel wesentlich gelöster an. Nach dem Ende ihrer Europa-League-Saison am Donnerstag, begleitet von einem 2:0 über den aserbaidschanischen Klub FK Qäbäla, hatte Trainer Martin Schmidt seinen Spielern zugerufen: „Das soll nicht das letzte Spiel in Europa gewesen sein, denn es hat Lust auf mehr gemacht.“

          Die Vorzeichen trogen nicht. Während die Borussen dieses Sonntagsspiel reichlich verunsichert angingen, dominierten die Mainzer mit ihrem unkomplizierten Balleroberungsfußball, dem aber auch die letzte Präzision und Entschlossenheit fehlte. Onisiwo (21.) war einem Treffer am nächsten, doch Christensen grätschte im Nachgang noch einmal waghalsig dazwischen und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand. Schiedsrichter Hartmann hätte acht Minuten später auch auf Elfmeter für Mainz entscheiden können, als Strobl den Kopfball von Bussmann nach Mallis Freistoß mit der Hand blockte. Bei Halbzeit durften sich die Rheinländer nicht beschweren, dass Teile des Publikums ihr Team mit Pfiffen bedachten.

          Mit Hazard für Hahn nach der Pause nahm das Gladbacher Durcheinander auch keine stabileren Konturen an. Immerhin übte die Borussia nun etwas mehr Druck auf das Mainzer Tor aus. Doch mit bedrohlicher Zielstrebigkeit hatte das noch nichts zu tun. Auch die Mainzer taten nun nicht mehr viel, um das Spiel zu gewinnen. Sie hatten wohl nicht richtig erkannt, welche Chance sie am Sonntag besaßen.

          So kam es wie so oft, wenn eine Mannschaft die Verunsicherung der anderen nicht ausnutzt: Das einzige Tor an diesem Nachmittag der schweren Fußballkost erzielte Mönchengladbach, als Christensen nach einem Eckball den Fuß hinhielt (73.) und damit die schwarze Serie der Borussia beendete. Zum Glück für den Gewinner erkannte Hartmann De Blasis’ Treffer zum vermeintlichen 1:1 wegen eines angeblichen Fouls des Mainzers an Torhüter Sommer nicht an (88.). „Für mich war es ein reguläres Tor. Erst kommt der Fuß, dann die Hand“, sagte der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder. Auch Sommer sprach von einer „schwierigen Entscheidung“. Und es kam noch dicker für die Mainzer, weil Gbamin (90.) auch noch per Gelb-Roter Karte vom Platz geschickt wurde.

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