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5:1 gegen Augsburg : Furiose Gladbacher stürmen auf Platz eins

  • -Aktualisiert am

Beste Laune nicht nur beim Maskottchen: Gladbach bejubelt ein 5:1. Bild: AFP

Anders als viele Konkurrenten patzt die Borussia nicht im Kampf um den Spitzenrang der Bundesliga – ganz im Gegenteil. Gladbach blamiert die Augsburger schon in einer ganz starken ersten Halbzeit.

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          Fast 65 Minuten lang hielten sich die feiernden Menschen in der Nordkurve des Borussia-Parks zurück, obwohl ihnen längst klar war, dass sie zum ersten Mal seit mehr als acht Jahren die Spitze der Bundesligatabelle erklimmen würden. Erst Mitte der zweiten Halbzeit sangen sie dann doch „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, bevor sie am Ende einen imposanten 5:1-Sieg gegen den FC Augsburg bejubeln durften.

          Bundesliga

          „Ich bin ja schon länger in Mönchengladbach, aber ich war noch nie Tabellenführer“, sagte Mittelfeldspieler Christoph Kramer und kündigte zufrieden an, sich in den kommenden Tagen besonders intensiv mit den schönen Details zu beschäftigen, die dem Tableau derzeit zu entnehmen sind. Noch wichtiger war ihnen aber ihre durch und durch souveräne Leistung. „Das war ein Auftritt, wo alles auf dem Platz zu sehen war, was wir uns vorstellen“, sagte Sportdirektor Max Eberl.

          Die Borussia hatte Augsburg kunstvoll auseinander gespielt. Nach einer Viertelstunde stand es bereits 3:0. Zunächst hatte Denis Zakaria nach einer starken Einzelaktion von Marcus Thuram auf dem linken Flügel getroffen (2. Minute), bevor Patrick Herrman schnell zwei weitere Treffer nachlegte (8. und 13.) und den Augsburgern jeden Glauben an die Möglichkeit eines Punktgewinns raubte. Die Vorlagen für die beiden Treffer des langjährigen Mönchengladbachers, der zuletzt häufig nur auf der Ersatzbank saß, hatte jeweils Alassane Pléa geliefert. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen. Mit einer Zweikampfführung wird man in der ersten Bundesliga kein Spiel gewinnen“, zürnte der Augsburger Philipp Max nach der Partie.

          Den Gladbachern gefiel die Passivität des Gegners natürlich ganz gut. Der Borussia-Park tobte im niederrheinischen Dauerregen. Kramer sprach von einem „rauschhaften Gefühl“, dabei hatte Trainer Marco Rose sein von den Belastungen eines Europapokalteilnehmers gestresstes Team gründlich umgebaut. Florian Neuhaus, Breel Embolo, Nico Elvedi und Oscar Wendt, die zuletzt meist gespielt hatten, bekamen eine Pause. Aber der Gladbacher Kader hat derzeit offenbar auch in der Breite eine beachtliche Qualität. Herrmann spielte wie entfesselt, auch der neue Linksverteidiger Rami Bensebaini deutet mehr und mehr an, dass er die Borussia besser machen kann, ebenso wie Lazlo Benes, der unter Trainer Rose aufblüht. In der Bundesliga hat der Traditionsverein vom Niederrhein sein viertes Spiel in Folge gewonnen bei einer Tordifferenz von 13:1.

          Zwar gab es zwischendurch auch diese Abende in der Europa League in Istanbul (1:1) und gegen den Wolfsberger AC (0:4), wo die Mannschaft unter Verdacht geriet, zur Bequemlichkeit zu neigen. Gegen die Augsburger spielten sie nun aber brillant. Wobei sie natürlich von dem gruseligen Tag profitierten, den die Bayern erwischt hatten. Vor dem ersten Tor verteidigte Tin Jedvaj, der kroatische Weltmeisterschaftszweite, zaghaft wie beim Freizeitkick im Park. Vor dem 2:0 ließ der erfahrene Routinier Stefan Lichtsteiner sich beinahe wehrlos von Vorbereiter Pléa düpieren, und den vierten Treffer schenkte Tomas Koubek mit einer schrägen Slapstickeinlage her. Der Torhüter ließ einen völlig harmlosen Rückpass von Felix Uduokhai durch die Beine glitschen. Pléa konnte den Ball erlaufen und ins leere Tor schieben (39.).

          Nach der Pause passierte dann nicht mehr viel. Die Gladbacher schonten Kräfte, die Augsburger waren froh, nicht noch höher zu verlieren. In der Schlussphase verkürzte Florian Niederlechner noch auf 4:1 (81.), bevor der mittlerweile eingewechselte Embolo doch wieder den alten Abstand herstellte. Einer überschwänglichen Begeisterung wollten sie sich aber auf gar keinen Fall hingeben, zumal Matthias Ginter mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste und auch Pléa und Stefan Lainer Blessuren davon trugen.

          Zudem erinnern sich alle noch ans vorige Jahr, als im Umfeld des Klubs der zarte Gedanke an einen möglichen Meistertitel erblühte, nachdem die Mannschaft im Oktober zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz stand. Das war eine Art Höhepunkt der Jahre mit Trainer Dieter Hecking. Der große Unterschied zur derzeitigen Situation ist allerdings, dass Roses Mönchengladbacher Projekt gerade erst Formen annimmt. Die neue Energie ist schon deutlich sichtbar, an den fußballerischen Feinheiten arbeiten sie zwar noch. Aber das Zwischenergebnis sieht schon einmal sehr, sehr vielversprechend aus.

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