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Probleme bei der Borussia : Aus der Gladbacher Stärke wird eine Schwäche

  • -Aktualisiert am

Müssen mit alten Problemen zurechtkommen: Trainer Hütter (links) und Manager Eberl Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach startet in die neue Saison mit Problemen, die aus der letzten bekannt sind. Und es mangelt an neuen Talenten, die nicht verpflichtet werden konnten, weil alle geblieben sind.

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          Es ist erst ein paar Wochen her, dass die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach sich auf ihrer Mitgliederversammlung feiern lassen konnten. „Wir sind kein Patient“, sagte Finanzchef Stephan Schippers im August, „ein Patient ist krank, wir sind nicht krank, wir sind gesund.“

          Bundesliga

          Die während vieler Jahre durchgehaltene wirtschaftliche Besonnenheit hat dem Klub gut durch die Pandemie geholfen, und dennoch ist die Borussia nun eine Art tragischer Fall. Vor der Partie gegen Arminia Bielefeld an diesem Sonntag (19.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) steht der ambitionierte Verein tief unten in der Tabelle, und in den Büros sitzen Leute, die ihrer Kernkompetenz beraubt wurden.

          Die ausgeprägte Fähigkeit zur fortwährenden Kadererneuerung, mit der viel Geld verdient wurde und zugleich erstaunliche Erfolge möglich waren, ist zum Markenkern dieses Klubs geworden. Nun hatten Sportdirektor Max Eberl und seine Mitarbeiter wochenlang auf eine größere Einnahme durch den Transfer eines Spielers gehofft. Vergeblich. Es gab etliche Kandidaten, aber niemand griff zu. Trotzdem größer zu investieren hätte gegen die eigenen Grundsätze verstoßen. Und so funktionierte das bewährte Geschäftsmodell, mit Transfereinnahmen neue Talente zu verpflichten, in diesem Sommer nicht.

          Fehlstart in die Bundesliga

          Zwar versichert Eberl, dass die Mannschaft weiterhin „sportlich sehr stark“ sei, aber die Kräfte der personellen Auffrischung nach einem eher schwermütigen Jahr und der Trennung von Trainer Marco Rose fehlen dem Team in diesem Jahr. Es ist nun der neue Trainer Adi Hütter, der für belebende Energie sorgen muss, nach den ersten drei Partien ist jedoch eher die Schwere der Vorsaison zu spüren am Borussia-Park.

          Der FC Bayern, Leverkusen und Union Berlin waren zwar starke Gegner, aber dieser Gedanke hilft wenig gegen den Eindruck, die Saison mit einem Fehlstart begonnen zu haben. „Wir dürfen jetzt noch nicht von einer Krise reden“, sagt Hütter in einem Interview mit der Rheinischen Post und bittet um Zeit: „Ich möchte auch schon weiter sein, aber es dauert vielleicht ein bisschen. Du brauchst die Ruhe und Gelassenheit, um zu sagen: Das kommt.“

          Der Druck ist allerdings groß, was auch Hütters Worten zu entnehmen ist. „Gegen Bielefeld müssen wir einfach gewinnen“, sagt der frühere Frankfurter. Im Herbst kann Hütter mit verbesserten Bedingungen rechnen. Nachdem in den ersten Saisonwochen immer wieder Schlüsselspieler wie Ginter, Pléa, Stindl, Bensebaini und Embolo ausfielen, fehlen jetzt nur noch Lainer und Thuram. Zudem werden viele Konkurrenten Kräfte im Europapokal lassen.

          Eberl dämpft dennoch die Erwartungen: Die Qualifikation für die Champions League, die nach der guten Entwicklung der vergangenen Jahre ein heimliches Ziel ist, sei nur schwer erreichbar, hat der Sportdirektor nach den zurückliegenden Wochen erkannt. „Weil andere Vereine größere Möglichkeiten haben.“ Gesund zu sein ist eben manchmal nicht genug.

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