https://www.faz.net/-gtm-8vppi

Borussia Dortmund : Watzke setzt scharfen Konter gegen Kind

  • Aktualisiert am

„Die Einlassungen von Herrn Kind offenbaren bemerkenswerte gesellschaftsrechtliche Wissenslücken“: Hans-Joachim Watzke. Bild: dpa

Erst teilt Hannovers Präsident aus und wirft dem BVB scheinheilige Stimmungsmache gegen RB Leipzig vor. Einen Tag später setzt sich die Borussia zur Wehr – und fügt noch eine Spitze hinzu.

          2 Min.

          Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich mit deutlichen Worten gegen die Kritik von Martin Kind zur Wehr gesetzt. „Die Einlassungen von Herrn Kind offenbaren bemerkenswerte gesellschaftsrechtliche Wissenslücken“, sagte Watzke am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Damit reagierte er auf Aussagen des Präsidenten vom Zweitligaverein Hannover 96. „In der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA hat der Verein mit seinen 146.000 Mitgliedern als hundertprozentiger Gesellschafter der GmbH den entscheidenden Einfluss“, kommentierte Watzke.

          Kind hatte in einem Interview der „Bild“-Zeitung behauptet, der BVB als Verein habe „keinen Einfluss“. Er sei „ein reines Wirtschaftsunternehmen, börsennotiert mit allen knallharten Regularien des Aktien-Rechts. Man vermittelt den Eindruck, als vertrete man die Interessen des eVs, also des Vereins. Aber es geht ums Geld und die Interessen der AG. Das sagt man den Fans aber nicht.“Watzke verwies zudem auf den sportlichen Erfolg seines Vereins im Gegensatz zu den im Vorjahr abgestiegenen Niedersachsen. „Davon ausgehend, dass der Standort Hannover dem Standort Dortmund von der Struktur und der Wirtschaftskraft her sicher nicht unterlegen ist, sollte Herr Kind sorgfältig hinterfragen, warum in Dortmund Champions League und in Hannover aktuell Zweitligafußball gespielt wird“, erklärte er.

          Kind hatte sich mit deutlichen Aussagen gegen Dortmund zu Wort gemeldet. „Man verkauft sich dort immer gern als letzter Hüter und Beschützer der Tradition“, sagte Kind im Interview der „Bild“ am Mittwoch, in dem er dem Bundesligaklub auch scheinheilige Stimmungsmache gegen den Red-Bull-Klub RB Leipzig vorwarf: „Dortmund trägt einen gewissen Anteil an der Eskalation mit RB Leipzig.“

          Hannovers Präsident Martin Kind hatte zuvor deutliche Kritik an Borussia Dortmund geübt.
          Hannovers Präsident Martin Kind hatte zuvor deutliche Kritik an Borussia Dortmund geübt. : Bild: dpa

          Beim Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg war zuletzt die berühmte Südtribüne des BVB gesperrt – wegen verunglimpfender Plakate Dortmunder Fans während der Partie im Februar gegen Leipzig. Dortmunder Chaoten hatten am Rande des Spiele auch Gäste-Fans, sogar Kinder, angegriffen. „Ich fand das Urteil vergleichsweise mild, wenn ich mir unsere Strafen so anschaue“, kritisierte Kind, der seit Jahren gegen die sogenannte 50+1-Regel kämpft. Diese besagt, dass Investoren nur im Ausnahmefall die Mehrheit an deutschen Proficlubs übernehmen dürfen.

          Kind will derweil dem TSV 1860 München nach dessen jüngsten Differenzen mit dem FC St. Pauli ein guter Gastgeber sein. „Ich kann Hasan Ismaik, alle seine Mitarbeiter und die Vorstandschaft nur herzliche einladen, am Samstag unsere Gäste zu sein. Und wenn für die Münchner ein Tor fallen sollte, dann dürfen natürlich alle nach Herzenslust jubeln“, sagte Kind in einem Interview des „Münchner Merkurs“.

          Am Samstag ist 1860 in Hannover zu Gast. Laut Pauli-Sportchef Andreas Rettig waren Vertreter seines Klubs beim 2:1 am Samstag in München nach ihrem Jubel auf der Ehrentribüne erst zur Mäßigung aufgefordert worden und später dazu, ihre Plätze zu verlassen und sich umzusetzen. Die Münchner sahen das anders. Die restriktive Medienpolitik der Münchner zu bewerten, sei nicht seine Aufgabe, sagte Kind. „Aber grundsätzlich habe ich dazu eine klare Meinung. Bundesliga-Fußball ist ein öffentliches Produkt. Die Presse hat für den Bundesliga-Fußball eine extrem hohe Bedeutung. Im positiven Sinne – manchmal auch im kritischen Bereich. Das macht ja die Pressefreiheit aus. Deswegen kann ich nur empfehlen, die Spielregeln zu akzeptieren“, sagte Kind.

          Wie 1860-Mehrheitsgesellschafter Ismaik ist der Unternehmer Kind entschiedener Gegner der 50+1-Regel im deutschen Fußball. „Grundsätzlich muss ich zu Ismaik sagen: Ich bewundere den Mann, dass er die mutige Entscheidung getroffen hat, sich als 1860-Investor zu engagieren. Obwohl er in manchen Dingen – das spekuliere ich jetzt mal – wenig Kenntnis von der deutschen Rechtslage hatte“, sagte Kind.

          Champions League : Dortmund weiter, aber Barcelona stiehlt BVB die Show

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          3:2 gegen Leipzig : BVB-Sieg macht Bayern zum Meister

          Der BVB gewinnt die dramatische Generalprobe für das DFB-Pokalfinale gegen Leipzig und überholt Frankfurt vorerst im Kampf um die Champions League. Die Niederlage von RB sorgt für Jubel beim Meister in München.
          Rentner an der Côte d'Azur in Nizza.

          F.A.S. exklusiv : Corona steigert die Rente

          In der Corona-Krise sinken die Löhne, dann steigen sie wieder. Allein das führt dazu, dass die Rentenversicherung künftig jedes Jahr zusätzliche Milliarden auszahlt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.