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0:2 in Augsburg : Schlimmer Rückschlag für Dortmund

  • Aktualisiert am

Dortmund-Stürmer Erling Haaland konnte seine Klasse diesmal nicht ausspielen. Bild: EPA

Mit vielen großen Talenten will der BVB Serienmeister FC Bayern an der Spitze angreifen. So aber wird das nichts. Nach dem Auftaktsieg zeigen die Dortmunder eine erschreckende Vorstellung beim neuen Spitzenreiter.

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          Borussia Dortmund hat vor dem brisanten Supercup-Duell gegen den FC Bayern einen kräftigen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verlor am Samstag im ersten Auswärtsspiel der Saison beim FC Augsburg mit 0:2 (0:1). Felix Uduokhai (40. Minute) und Daniel Caligiuri (54.) sorgten bei der ersten Partie seit über einem halben Jahr in der heimischen Arena wieder vor Zuschauern für großen Jubel bei 6000 Fans.

          Bundesliga

          Die Schwaben deckten beim abschlussschwachen BVB vier Tage vor dessen Kräftemessen am Mittwoch mit dem frisch gekürten europäischen Supercup-Sieger aus München einige Schwächen auf. Sie selbst freuten sich erstmals über einen Sechs-Punkte-Start in der Fußball-Bundesliga und die zumindest temporäre Tabellenführung.

          Die von FCA-Trainer Heiko Herrlich, einst neun Jahre in Dortmund Profi, vor dem Spiel als „europäische Spitzenmannschaft“ betitelte Borussia-Boygroup präsentierte sich zwar spielstark im Mittelfeld. Sie zeigte gegen extrem lauffreudige und einsatzfreudige Augsburger aber zumindest in diesem Spiel, dass sie noch reichlich Entwicklungsbedarf hat. „Wir müssen das besser machen. Offensiv und defensiv war das zu wenig“, sagte Manuel Akanji bei Sky.

          Anders als bei seinem furiosen Bundesliga-Debüt vor 252 Tagen in Augsburg mit drei Toren beim 5:3 konnte sich auch Erling Haaland nicht besonders in Szene setzen. Er sah nach einer Rangelei erstmals in seiner kurzen Bundesliga-Karriere gelb. Die Dortmunder starteten mit ihrer ballgewandten Offensive dominant. Mit vereinten Abwehr-Kräften hielten die Augsburger die ganz große Gefahr im von Rafal Gikiewicz sicher behüteten Tor jedoch weitestgehend weg. Dazu fehlte es bei der klar überlegenen Borussia zu oft an der Präzision beim letzten Pass.

          Mehr und mehr ließen sich die Dortmunder vor der Pause durch das aggressive Zweikampfverhalten des FCA in ein körperbetontes Spiel verwickeln. Nachdem BVB-Verteidiger Emre Can seinen Gegenspieler Michael Gregoritsch bei einem Laufduell im Gesicht getroffen hatte, gab es Freistoß vom linken Flügel.

          Neuzugang Caligiuri brachte den Ball in seinem 300. Bundesliga-Spiel scharf vor das Tor – und Uduokhai köpfte zum ersten Treffer für die Augsburger ein. Borussen-Keeper Roman Bürki klebte beim Gegentor aus wenigen Metern auf der Linie. Ein wenig ratlos verließen die Gäste angesichts von 71:29 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte und einem 0:1-Pausenrückstand den Rasen.

          Auch im zweiten Durchgang setzte sich die Dortmunder Überlegenheit fort, doch den Punch hatten wieder die Augsburger. Nach einem Traumpass von Florian Niederlechner in den Lauf von Caligiuri setzte sich dieser willensstark durch und vollendete zum 2:0. „Es ist ein überragendes Gefühl, wenn die Zuschauer wieder dabei sind“, sagte der starke Neuzugang Caligiuri bei Sky: „Es ist immer schön gegen Dortmund zu treffen, vor allem als Ex-Schalker. Heute waren Wille, Mentalität und Kompaktheit gefragt. Wir haben sehr, sehr stark gegen den Ball gearbeitet.“

          Dortmund um die eingewechselten Marco Reus und Julian Brandt drückte, blieb aber ohne Durchschlagskraft. Gikiewicz verhinderte mit einem Riesenreflex gegen Mats Hummels den Anschluss (85.) und rettete auch gegen Haaland (90.). „Ich habe schon das Gefühl, dass wir ein ordentliches Spiel gemacht haben“, sagte Routinier Hummels, „aber wir haben unsere Gelegenheiten nicht genutzt.“ Augsburg grätschte und rannte, hoffte seinerseits auf den erlösenden Konter. Auch ohne diesen durften die Schwaben beim Zuschauer-Comeback jubeln.

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