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1:1 zwischen BVB und Hertha : Ein hitziges Spitzenspiel endet unentschieden

  • -Aktualisiert am

Thomas Tuchel konnte mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein Bild: Reuters

Die Hertha führt in einem hektischen Topspiel mit schlauem Konter. Dortmund vergibt ersatzgeschwächt Chance um Chance. Und dann kommt doch wieder Aubameyang – ehe beide Teams in der Schlussphase die Nerven verlieren.

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          Ein Sieg ist den Dortmunder Borussen gegen Hertha BSC Berlin zwar nicht gelungen, dafür hat der BVB beim 1:1 im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga einen Vereinsrekord aufgestellt Die Westfalen blieben im 25. Heimspiel nacheinander ungeschlagen. Hertha erwies sich nicht erst nach Valentin Stockers Führungstor (51. Minute) als unangenehmer Herausforderer und verlangte Dortmund alles ab. So kam der BVB nur noch zum späten Ausgleichstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang (80.). Danach spitzte sich der harte Kampf weiter zu. Beide konnten die Partie nicht in voller Mannschaftsstärke beenden. Erst wurde BVB-Profi Emre Mor wegen Tätlichkeit mit der Roten Karte des Feldes verwiesen (84.), wenig später folgte ihm Hertha-Torschütze Stocker nach einer Grätsche von hinten (90.).

          Herthaer Jubel, Dortmunder Tristesse Bilderstrecke

          Aufgrund zahlreicher Ausfälle sah sich BVB-Trainer Thomas Tuchel gezwungen, seine Elf im Vergleich zur letzten Partie vor der Länderspielpause auf fünf Positionen zu ändern. Rechnet man Rekonvaleszenten wie Marco Reus mit, der in dieser Woche das Mannschaftstraining aufgenommen hat, fehlten Dortmund zehn Profis, darunter Stammkräfte wie André Schürrle, Raphael Guerrero oder Abwehrchef Sokratis. So kam Mikel Merino, der Neuzugang aus der zweiten spanischen Liga, zu seinem Bundesliga-Debüt. Der Mittelfeldspieler half im Abwehrzentrum aus, da sein Landsmann Marc Bartra nur auf der Ersatzbank saß. Einst hochgeschätzte BVB-Größen wie Nuri Sahin und Shinji Kagawa schafften es trotz der personellen Enge nicht in die Startelf – ein weiterer Beleg für den sinkenden Stellenwert dieser beiden Spieler.

          Den Dortmunder Profis, die spielen durften, fiel es schwer, den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Mittelfeldspieler Emre Mor hatte in der Anfangsphase mit einem Volleyschuss im Strafraum mehr versprochen, als die Heimelf im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zu halten vermochte. Das Bemühen der ersten 45 Minuten ließ sich aus Dortmunder Sicht leicht zusammenfassen: Viel Ballbesitz, wenig Effektivität. Die Berliner wirkten bei ihren Gegenstößen durchaus präsent, verbreiteten rund um den Dortmunder Strafraum aber auch nicht gerade Angst und Schrecken. Beiden Mannschaften gelang es nicht, ein Niveau auf den Platz zu bringen, das zu erwarten wäre, wenn der Dritte und der Zweite des Bundesliga-Klassements aufeinandertreffen.

          Nach der Pause setzte der BVB das erste (kleine) Ausrufezeichen. Wie im ersten Durchgang gab Mor einen Warnschuss ab, doch er verfehlte abermals das Ziel. Wieder hatte die erste Chance keine Signalwirkung für den BVB. Im Gegenteil. Die Berliner zeigten sich robust und fanden mehr und mehr Gefallen daran, den vermeintlichen Favoriten zu ärgern, und gingen sechs Minuten nach dem Seitenwechsel in Führung. Die Art, wie sie das 1:0 herausspielten, zeugte von dem Selbstvertrauen, das ihnen der Bundesligastart einer Hertha-Mannschaft seit 46 Jahren eingeflößt hatte. Nach Weisers Einwurf leitete Ibisevic den Ball per Hacke weiter und fand in Stocker einen dankbaren Abnehmer, der ungehindert auf Torhüter Bürki zulief und das 1:0 erzielte.

          Tuchel reagierte mit zwei Wechseln auf den Rückstand. Nach einer Stunde brachte er Kagawa und Dembélé für die enttäuschenden Mittelfeldkräfte Götze und Rode, um den Vorstößen mehr Power zu verleihen. Prompt wurde Dortmund gefährlicher. Aubameyang verpasste zweimal knapp den Ausgleich. Auf dem Weg zum scheinbar sicheren Ausgleich hatte er nur noch Rune Jarstein vor sich, doch der Berliner Torhüter lenkte den Ball mit Glück und Geschick an den Pfosten. Wenig später stand Jarstein dem Ausgleich abermals im Weg. Nach einem Handspiel von Genki Haraguchi wehrte der Norweger den Elfmeter von Aubameyang ab. Der Stürmer aus Gabun ließ sich durch diesen Fehlschuss aber nicht entmutigen, sondern drückte wenig später Dembélés flache Flanke aus kurzer Entfernung zum 1:1 über die Linie. Mehr als dieses Unentschieden war spätestens nach dem Platzverweis gegen Mor in der hektischen Schlussphase nicht drin für den BVB.

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