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0:0 gegen Köln : Dortmund kommt gegen das Bollwerk nicht an

  • -Aktualisiert am

Dortmunds Aubameyang versucht vergeblich an den Ball zu kommen Bild: AFP

Nach dem Coup im Pokal nun der Rückschlag im Liga-Alltag: Der BVB trifft gegen gut organisierte Kölner einfach das Tor nicht – allmählich gerät sogar das Saisonziel in Gefahr.

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          Nach dem Halbfinaltriumph im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München hatte Thomas Tuchel seine Mannschaft aufgefordert, „sich in der Liga mit aller Energie weiter zu verausgaben und über Grenzen gehen“. Sonst wird es nicht reichen gegen einen schwierigen Gegner wie den 1. FC Köln, der sich in den vergangenen beiden Jahren stets als unangenehm erwiesen hatte. „Wir brauchen die mentale Bereitschaft, uns noch mal zu quälen. Alle, die ein Zipperlein spüren, müssen da noch mal drüber hinweg.“

          Der Cheftrainer von Borussia Dortmund lag richtig mit seiner Annahme, dass es gegen Köln überaus schwer werden würde. Die Kölner verlangten seiner Mannschaft in einer umkämpften Partie alles ab. Grenzen vermochten die Dortmunder, bei allem Bemühen, jedoch nicht zu verschieben, so sehr sie es in ihrem neunten Pflichtspiel in diesem Monat auch versuchten. Trotz deutlich mehr Ballbesitz gelang es ihnen nicht, die robuste, hoch konzentrierte Abwehr des FC zu überwinden. Die Dortmunder blieben im 36. Heimspiel nacheinander ungeschlagen, kamen aber vor 81.360 Zuschauern über ein 0:0 nicht hinaus. Dieses Unentschieden ist wieder ein kleiner Rückschlag im Kampf um den dritten sicheren Champions-League-Platz. Mitbewerber 1899 Hoffenheim, aktuell Bundesliga-Vierter, kann an diesem Sonntag mit einem Heimsieg über Eintracht Frankfurt wieder an den Borussen vorbeiziehen.

          Im Vergleich zur Pokalpartie in München auf vier Positionen verändert, versuchte der BVB von Beginn an, den Gegner unter Druck zu setzen. Und wieder sah so aus, als würden die Borussen sich mit einem frühen Tor einen Vorteil verschaffen; in den dreißig Spielen zuvor hatte keine andere Mannschaft in der Bundesliga so viele Tore innerhalb der ersten Viertelstunde erzielt. Doch bei Pierre-Emerick Aubameyangs vermeintlichem Führungstreffer hatte Schiedsrichter Tobias Stieler eine Abseitsposition gesehen. Kurz darauf klärten die Kölner Abwehrkräfte Frederik Sörensen und Neven Subotic im Verbund gegen den abermals gut aufgelegten Marco Reus. Später kam Reus zwar zum Abschluss, schoss aber über das Ziel hinaus, bei seinem dritten Versuch vor der Pause beförderte er den Ball an seinen Bestimmungsort, stand dabei aber im Abseits.

          Die Kölner brauchten fast eine halbe Stunde, um sich ein wenig vom Dortmunder Druck zu befreien, kamen dann aber zu zwei Chancen, die Milos Jojic und Leonardo Bittencourt, zwei frühere Borussen, nicht zu nutzen wussten. Dortmund hatte das Spiel im ersten Durchgang zwar überlegen gestaltet, diesem Bemühen aber im Abschluss keinen Nachdruck verliehen. Das mit Spannung erwartete Duell der beiden Torjäger war frei von Höhepunkten. Während für Aubameyang nur ein Abseitstreffer zu Buche stand, hatte Modeste im Verlaufe der Begegnung gar keine Chance, sein 24. Saisontor zu schießen.

          Die zweite Hälfte begann mit einem gefährlichen Distanzschuss von Marcel Schmelzer, den FC-Torhüter Timo Horn parierte. Die Angriffe der Heimelf hatten aber weiterhin nichts Zwingendes. Nach gut einer Stunde wechselte Tuchel Ousmane Dembélé, den Siegtorschützen von München, für Reus. Der Franzose hatte gleich eine Prüfung für Horn parat, doch es fiel den Dortmundern weiterhin schwer, im Bollwerk der Kölner Lücken zu finden. Und allmählich kam für den Favoriten die Zeit, die Energiereserven zu mobilisieren, die nötig waren, um doch noch die Grenzen zu überwinden, die Köln der Borussia setzte. Der BVB drückte und drängte, aber ohne Finesse und ohne Fortune. Die Kölner behielten im und am eigenen Strafraum fast immer den Überblick. Die Dortmunder versuchten es bis zum Schluss und wären beinahe noch belohnt worden. In der Nachspielzeit bot sich Einwechselspieler Raphael Guerreiro die beste Chance zum Siegtor. Doch Horn parierte prächtig und hielt den Kölnern einen hart erkämpften Punkt fest.

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