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Dortmunder Probleme : Der BVB zieht die richtigen Lehren

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Borussia Dortmund sollte es weiter mit Trainer Lucien Favre versuchen. Bild: EPA

Der FC Bayern hatte Probleme in der laufenden Saison. Doch wieder kann der BVB das nicht nutzen. Es sind Fehler passiert, von denen viele mit klugen Maßnahmen korrigiert wurden. Das ist ein guter Auftakt für den nächsten Versuch – mit Lucien Favre.

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          Beim BVB hat es während der laufenden Saison mehrfach Momente der Hysterie gegeben, Wochen des Selbstzweifels und der Selbstzerfleischung. „Wir spielen nicht wie Männer“, hatte Roman Bürki nach einem 2:2 gegen Bremen in der Hinrunde erklärt. „Wenn es drauf ankommt, dorthin zu gehen, wo es weh tut, dann sind wir nicht da“, hatte er gesagt und damit eine Geschichte fortgeschrieben, die Kapitän Marco Reus zuvor zornig als „Mentalitätsscheiße“ abgetan hatte. Diese Debatte über den Charakter der Mannschaft und das Wesen des Trainers Lucien Favre blieb das prägende Sujet dieser Dortmunder Fußballsaison, die wohl wieder ohne Titel enden wird.

          Bundesliga

          Am vergangenen Dienstag im großen Duell um den Titel war der FC Bayern abermals gieriger, energischer, bereiter für die entscheidende Schlacht, kurz: das Team mit der besseren Mentalität. Aber der Unterschied war in dieser Rückrunde nicht mehr sehr groß. Dieser erkennbare Fortschritt steht im krassen Kontrast zur Enttäuschung über eine weitere verpasste Chance. Im dritten Jahr nacheinander kämpfte der FC Bayern mit großen Schwierigkeiten, verschliss seit dem Herbst 2017 die Trainer Carlo Ancelotti und Niko Kovac, bestritt kein Spieljahr ohne sportliche Krise. Am Ende waren sie aber immer besser als der BVB.

          Es ist unmöglich, den einen Hauptgrund für dieses wiederholte Auslassen der zweifellos vorhandenen Dortmunder Titelchance zu benennen, die Verantwortung tragen viele gemeinsam: Spieler, Funktionäre, Trainer. Es sind Fehler passiert, von denen viele mit klugen Maßnahmen korrigiert wurden, auf dem Transfermarkt, mit Veränderungen im Umfeld des Teams und dem Zugewinn an Expertise in der Klubführung. Sie könnten mit viel Zuversicht in die Zukunft blicken.

          Trainer Favre mag seine Schwächen haben, sicher passt er mit seiner Art als Spielerklärer nicht perfekt zu diesem wilden Verein. Er hat aber viele Stärken, und ein Besserer ist derzeit für den BVB eher nicht zu haben. Es wäre daher einen Versuch wert, in diesem Sommer auf eine grundlegende Neuausrichtung zu verzichten, Geduld zu haben und darauf zu vertrauen, dass die Erfahrungen der vergangenen Jahre zu einem reiferen Umgang mit schwierigen Momenten führen.

          Der BVB, das an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) in Paderborn antritt, hat seine Titelchance verspielt, als viel zu affektiv und selbstzweiflerisch auf die Rückschläge der Hinrunde reagiert wurde. Nach dem 0:1 gegen den FC Bayern sind alle Dortmunder erstaunlich ruhig geblieben. Das ist ein guter Auftakt für den nächsten Versuch.

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