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2:0 in Mainz : Dortmund gewinnt bei Tuchels Rückkehr

Hand drauf: Gündogan (links) und Hummels nach dem erfolgreichen Spiel. Bild: AFP

Nach vier Spielen ohne Sieg ist Dortmund zurück in der Erfolgsspur. Besonders im Fokus stehen beim 2:0-Erfolg BVB-Trainer Thomas Tuchel, Mainz-Manager Christian Heidel – und Marco Reus.

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          Mit Pfiffen begrüßt, mit Punkten im Gepäck abgereist: Thomas Tuchel gewann bei seiner ersten Rückkehr an seinen früheren Arbeitsplatz mit seiner Dortmunder Borussia nach zuletzt vier sieglosen Pflichtspielen – drei in der Bundesliga, eines in der Europa League – gegen Mainz 05 mit 2:0 nach Toren von Marco Reus (18. Minute) und Henrich Mchitarjan (83.).

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Es war ein schweres Spiel gegen starke Mainzer. Wir mussten viel hinterherlaufen, da sie mit viel Mut gespielt haben“, sagte Tuchel. „Deshalb freue ich mich besonders, dass wir gewonnen und keine Unzufriedenheit in schwierigen Spielphasen entwickelt haben.“

          Bei den Toren halfen die Mainzer kräftig mit: Vor dem 1:0 spielte Innenverteidiger Niko Bungert einen Fehlpass in die Füße von Henrich Mchitarjan, beim zweiten Gegentreffer unterlief Rechtsverteidiger Daniel Brosinski ein ähnliches Missgeschick.

          Alter Bekannter in Mainz: BVB-Trainer Thomas Tuchel bei seiner Rückkehr. Bilderstrecke
          Alter Bekannter in Mainz: BVB-Trainer Thomas Tuchel bei seiner Rückkehr. :

          Die Fehler waren auch Folge des couragierten Mainzer Aufbauspiels. Statt mit langen Bällen und dem Prinzip Hoffnung das Dortmunder Pressing zu überspielen, trauten sich die Mainzer gepflegte Ballstafetten zu. „Wir haben uns getraut, gut Fußball zu spielen“, sagte Mannschaftskapitän Julian Baumgartlinger. „Aber mit den beiden Toren machen wir uns dann das Spiel kaputt.“

          Trainer Martin Schmidt haderte derweil damit, dass seine Mannschaft zum wiederholten Male mit einem Spitzenteam auf Augenhöhe gespielt habe, ohne einen Ertrag einzufahren. „All das Schulterklopfen für eine gute Leistung bringt nichts. Wir haben nichts geholt. Das liegt an Sachen, die nicht gut waren. Daran werden wir arbeiten“, sagte der 48 Jahre alte Schweizer, der einst von Tuchel nach Mainz geholt worden war.

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          Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena hätte Reus kurz nach der Pause sogar noch einen weiteren Treffer erzielen können. Ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg), der ein sauberes Tackling von Bungert gegen Pierre-Emerick Aubameyang außerhalb des Strafraums geahndet hatte, nahm der Nationalspieler jedoch nicht an – der Stürmer (47.) scheiterte am Mainzer Torhüter Loris Karius.

          Damit überstanden die Mainzer auch den vierten Strafstoß in dieser Saison ohne Gegentor. BVB-Stürmer Aubameyang blieb derweil in einem abwechslungsreichen Spiel mit vielen Torraumszenen im neunten Saisonspiel erstmals ohne eigenen Treffer, dafür bereitete er beide Tore uneigennützig vor. Dortmund verkürzte den Abstand zum souveränen Spitzenreiter FC Bayern München zumindest für eine Nacht auf vier Punkte.

          „Es war schon komisch. Ich kannte den Weg in die Kabine durch die Tiefgarage gar nicht. Ich bin ja früher immer vor der Haupttribüne vorgefahren“, sagte Tuchel zu den Umständen seiner Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte, wo der 42 Jahre alte Coach insgesamt sechs Jahre als Jugend- und Profitrainer tätig war, eher er im Mai 2014 trotz laufenden Vertrags auf einem Ausstieg beharrte und anschließend ein Sabbatjahr einlegte.

          Tuchels Rückkehr nach Mainz stand allerdings im Schatten der Ereignisse rund um Christian Heidel, der nach 45 Jahren als Anhänger und nach 23 Jahren als Manager von Mainz 05 offensichtlich mit einem beruflichen Wechsel zu Schalke 04 liebäugelt.

          Der 52 Jahre alte gebürtige Mainzer brachte am Rande des Spiels weiterhin keine Klarheit in die Angelegenheit. Präsident Harald Strutz, der am Tag vor dem Spiel offenkundig in einem nicht mit den Vorstandskollegen abgestimmten Alleingang ein Angebot für den Manager bestätigt hatte, wollte sich zu den Beweggründen für seinen Vorstoß nicht äußern.

          Derweil bewies Heidel Stil, indem er sich vor dem Anpfiff einen Weg durch die Fotografenschar bahnte, um Tuchel zu begrüßen. Seit der Trennung im Mai 2014 hatten die einst engen Vertrauten keinen Kontakt mehr.

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