https://www.faz.net/-gtm-a7kdi

BVB patzt gegen Mainz : Kopflos im Titelkampf

  • -Aktualisiert am

Ärgerlich: Marco Reus verschoss einen Foulelfmeter. Bild: dpa

Borussia Dortmund zeigt sich beim 1:1 gegen Mainz wieder einmal als wankelmütiger Riese. Dabei hätte der BVB die Partie binnen zwei Minuten drehen können. So bleibt Schwäche der Bayern ungenutzt.

          2 Min.

          Borussia Dortmund hat zwar in Edin Terzic einen neuen Trainer, aber das große Problem dieser Mannschaft, die prägnanteste Schwäche dieses Klubs sind sie immer noch nicht losgeworden. Um nach 2012 endlich einmal wieder deutscher Meister zu werden, mangelt es an Konstanz im Alltag, auf große Spiele wie den 3:1-Sieg in Leipzig aus der Vorwoche folgen häufig bittere Enttäuschungen. So wie beim 1:1 gegen den bisherigen Tabellenletzten Mainz 05, der wieder einmal zwei kostbare Punkte kostete. In dieser wankelmütigen Verfassung sind die Dortmunder kein echter Titelkandidat.

          Bundesliga

          Terzic hatte vor der Partie immer wieder an das Duell vom 32. Spieltag der Vorsaison erinnert, als die Rheinhessen mit Finesse, Selbstvertrauen und einer klugen Strategie 2:0 in Dortmund gewonnen hatten. „Das war auch keine einfache Situation, wir werden versuchen, das zu kopieren von damals“, hatte Bo Svensson, der Trainer der Mainzer, vor dem Spiel gesagt, und das gelang erstaunlich gut.

          Nach 80 Sekunden hatte Erling Haaland zwar nach einer schönen Kombination ein sehenswertes Tor geschossen, in dessen Entstehung allerdings Thomas Meunier mit der Fußspitze im Abseits gestanden hatte. Einen ähnlich brillanten Spielzug bekam der BVB dann lange nicht mehr hin. Und so kam der Mainzer Danny Latza mit einem Schuss aus 16 Metern zur besten Chance der Anfangsphase, Roman Bürki hielt den Ball (19.). Aber der BVB fing sich, die erste Halbzeit war ordentlich. Marco Reus vergab eine tolle Gelegenheit, als ihm ein Chip aus zehn Metern über den Mainzer Torhüter Robin Zentner misslang (26.), der starke Jude Bellingham traf aus spitzem Winkel den Pfosten (31.), zudem köpfte der junge Engländer eine Ecke knapp am Tor vorbei (40.). Und Julian Brandt, der für den an einem Infekt erkrankten Giovanni Reyna zum Einsatz kam, schoss oft zu unpräzise.

          Es fehlte die Effizienz, auch weil es den Mainzern gut gelang, Haaland unter Kontrolle zu halten. Wie schon bei ihrem ersten Spiel unter dem neuen Trainer Bo Svensson, einem 0:2 gegen Eintracht Frankfurt, wirkte die kriselnde Mannschaft stabiler als in den Wochen zuvor. Mainz verteidigte stark mit einer Fünferkette und einem Dreiermittelfeld davor und entlastete sich regelmäßig mit eigenen Angriffen, und die Dortmunder wurden immer hektischer.

          Die aktuell Schwäche der Bayern scheint jedenfalls keine beflügelnde Wirkung auf den BVB zu haben, zu dessen Grundsatzplan es ja gehört, die seltenen Titelchancen möglichst zu nutzen, die sich bieten, wenn der FC Bayern Probleme hat. Diese Probleme sind nicht mehr zu übersehen, nachdem der Dauermeister in seinen Spielen nach Weihnachten gegen Mainz 0:2 zurücklag, in Mönchengladbach nach 2:0-Führung verlor und bei Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal ausgeschieden ist. Terzic wich der Frage nach möglichen Auswirkungen dieser seltenen Chance für alle Konkurrenten vor dem Dortmunder Spiels allerdings aus.

          „Wir müssen da sein, das stimmt. Aber das ist unabhängig von dem, was bei Bayern passiert. Wir müssen in jedem Spiel da sein und unsere Leistung auf den Platz bringen“, sagte der Trainer. Aber selbstverständlich wissen die Spieler und die Verantwortlichen beim BVB, dass sie in diesen Winterwochen die große Chance haben, die Grundlage für ein offenes Meisterrennen bis in die letzten Tage der Saison hinein zu legen. Das kann aber auch lähmen, erst recht, wenn die Mannschaft beginnt sich davor zu fürchten Punkte zu verschenken. Spätestens mit dem 0:1 stellte sich auch am Samstag genau dieser Zustand ein.

          Nach 57 Minuten traf Levin Öztunali mit einem brillanten Schuss aus 20 Metern in den Winkel zum 0:1. Mats Hummels hatte vor dem Gegentor zu riskant verteidigt. Die Dortmunder waren geschockt, und Mainz wurde immer besser. Alexander Hack traf mit einem Kopfball nach einem Freistoß die Latte (64.), und der BVB wurde immer nervöser. Erst ein Kraftakt des eingewechselten Youssoufa Moukoko an der Grundlinie und ein Fehler von Philipp Mwene ermöglichten Meuniers 1:1 per Flachschuss (73.). 38 Sekunden später wurde Meunier von Hack im Strafraum gefoult, der BVB bekam einen Elfmeter. Doch Marco Reus schoss am Tor vorbei. In der Schlussphase waren die Mainzer dem Siegtreffer sogar näher als der kopflose Favorit aus dem Revier.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in der Kleinstadt Wohlen im Kanton Aargau am 20. Februar 2021

          SVP gegen Corona-Regeln : Die Schweiz, eine Diktatur?

          Die SVP gehört der Schweizer Regierung an. Das hindert die Führung der größten Partei des Landes nicht daran, es wegen der Corona-Politik als Diktatur zu bezeichnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.