https://www.faz.net/-gtm-ysvn

Borussia Dortmund : Nur keine Furcht zeigen

  • -Aktualisiert am

Nervös? Borussia-Trainer Jürgen Klopp verneint die Fragen Bild:

Noch reagiert Tabellenführer Borussia Dortmund gelassen auf Störfälle und Unkenrufe. Doch am Samstag (15.30 Uhr) wartet der nächste Härtetest: Das Überraschungsteam von Hannover 96 reist an.

          Bevor die Dortmunder Borussen gegen Hannover 96 wieder vor großem Publikum gegen den Ball treten, haben sie sich erst einmal mit einem anderen Gegner auseinandergesetzt. „Bloß keine Furcht zeigen und dabei möglichst überzeugend wirken“, lautete das Leitmotiv zum Spitzenspiel gegen den Bundesliga-Dritten, das Dortmund nicht nur sportlich in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Einen unerwarteten Grund zur Sorge lieferte ein Fund der Polizei: Beamte hatten zwei Tage vor der Partie auf einem Parkplatz nahe des Stadions Sprengstoff gefunden. Der mutmaßliche Täter, der offenbar eine Erpressung im Sinn hatte, ist gefasst, die Gefahr nach Einschätzung der Polizei gebannt.

          Für die mehr als 80.000 Zuschauer bestehe „keine Gefahr“, heißt es. Reinhard Rauball kündigte an, „ohne Angst“ ins Stadion zu gehen. „Ich hoffe, dass sich die Gemeinschaft der Vernünftigen nicht von einem Fehlgeleiteten die Freude verderben lässt“, sagte der BVB-Präsident. Jens Volke, der Fanbeauftragte des Vereins, erwartet „das wohl sicherste Spiel, das es in Dortmund je gegeben hat“ – zumindest, was die körperliche Unversehrtheit der Zuschauer betrifft.

          Anderen Schaden abzuwenden fällt nicht in die Zuständigkeit der Sicherheitsbehörden. Dortmund, lange als kommender Meister gehandelt und manchmal schon gefeiert, bleibt zwar Titelkandidat Nummer eins, scheint aber in dieser Rolle nicht mehr über jeden Zweifel erhaben. Der Vorsprung vor dem Zweiten Bayer Leverkusen ist im März von zwölf Punkten auf sieben Zähler geschrumpft. Also sieht Hannover 96, die unerwartet stabile Überraschungsmannschaft der Liga, die Chance, auf dem Rasen mit den Mitteln des Fußballs ein Geschäft mit der Angst zu machen und so die Spannung an der Spitze zu steigern. „Der BVB ist angeschlagen. Wir werden versuchen, auch dort etwas zu holen“, sagt Cheftrainer Mirko Slomka.

          Anzeichen von Schwäche: Die Dortmunder nach der Niederlage in Hoffenheim

          Zumindest weiß Slomka, wie es sich anfühlt, im Kampf um den Titel angeschlagen zu sein. Unter seiner Regie verspielte Schalke 04 im Mai 2007 in Dortmund die Meisterschaft. Slomka hat danach viel Häme ertragen müssen. Es wäre ihm sicher ein Vergnügen, gerade in diesem Stadion ein Störfeuer zu entfachen. „Wenn wir den BVB ärgern können, machen wir das gerne – für uns, nicht für die Liga.“

          Zuletzt nicht mehr so zwingend

          Nach allgemeiner Ansicht geht Dortmund auch in diese Partie als Favorit, und die Hinweise auf eine Schwächeperiode sind dünn gesät. Zwei Spiele nacheinander nicht zu gewinnen, eins davon sogar zu verlieren, das ist anderen Meistern im Laufe einer Saison auch schon passiert, manche von ihnen haben dabei schwächere Leistungen gezeigt als die Borussen beim 0:1 in Hoffenheim und beim 1:1 daheim gegen Mainz. „Ich habe schon von schlimmeren Krisen gehört“, sagt der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp, der nach dem späten Ausgleichstreffer der Mainzer vor zwei Wochen allerdings vorübergehend die Contenance verloren hatte.

          So gering der Anlass zu zweifeln auch sein mag, um einen Befund kommt der Tabellenführer nicht herum: Zuletzt haben sie nicht mehr so zwingend, so unwiderstehlich gespielt wie in jener Phase, in der sie die Liga nach Belieben beherrschten. Zuletzt gelangen in drei Spielen nur zwei Tore. Und die vier jungen Nationalspieler haben bei der Niederlage der deutschen Elf gegen Australien am Dienstag auch nicht viel Spaß gehabt.

          Liga hofft auf Spannung

          Aber all diese kleinen Anzeichen wollen die Dortmunder nicht als Vorboten eines größeren Störfalls deuten. Sportdirektor Michael Zorc erinnert an die drei Meisterschaften, die er als Spieler und sportlicher Leiter gewonnen hat – damit hat er seinem bislang titellosen Trainer Jürgen Klopp etwas voraus. „Zweimal haben wir das am letzten Spieltag erst in der zweiten Halbzeit geschafft, einmal am vorletzten Spieltag in der Nachspielzeit. Wir haben nie gesagt, dass wir mit 20 Punkten Vorsprung deutscher Meister werden wollen.“

          Unkenrufe mag es aus Dortmunder Sicht geben, ob zu Recht oder zu Unrecht. Die Liga hofft nun einmal auf einen spannenden Schlussspurt. Aber es ist auch Zuspruch von einer Stimme zu hören, die sonst gerade den Westfalen gegenüber die Abteilung Attacke anführt. Uli Hoeneß, dessen Bayern mittlerweile frei von Titelambitionen sind, hat sich ausnahmsweise als Sympathisant des BVB zu Wort gemeldet. Der Präsident wünscht sich eine Niederlage der Hannoveraner, die im Ringen um den dritten Platz knapp vor den Münchnern stehen. „Ich bin selten ein so großer Fan des BVB gewesen wie an diesem Wochenende“, sagt er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Start der siebzehnten Vogtland-Veteranenrallye.

          AKK und Maaßen in Sachsen : Er war schon vor ihr da

          Annegret Kramp-Karrenbauer macht im sächsischen Vogtland Wahlkampf. Auch Hans-Georg Maaßen war dort schon für die CDU unterwegs – und sorgte dafür, dass für den Bundestagsabgeordneten Heinz eine Welt zusammenbrach.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.