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Mats Hummels : „Es wundert mich sehr. Das ist Quatsch“

  • Aktualisiert am

„Es gibt keine Differenzen mit dem Trainer“: Mats Hummels Bild: EPA

Mats Hummels sorgt mit Aussagen zur Taktik von Borussia Dortmund für Gesprächsstoff. Steckt dahinter Kritik an Lucien Favre? Nun wehrt sich der Spieler gegen diese Interpretation – und lobt den Trainer.

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          Fußballprofi Mats Hummels hat Gerüchte über ein angespanntes Verhältnis mit Coach Lucien Favre zurückgewiesen. „Es gibt keine Differenzen mit dem Trainer. Das ist Quatsch. Wir haben eine sehr gute Basis und reden viel, tauschen uns oft aus“, sagte der 30 Jahre alte Abwehrroutinier von Borussia Dortmund der „Sport Bild“. „Ich bin von seinen Ideen angetan. Es wundert mich sehr, wenn man mir meine Worte als Kritik am Trainer auslegt. So denke ich überhaupt nicht.“

          Bundesliga

          Hummels hatte mit seinen Äußerungen („Wir tun uns im 4-1-4-1 leichter zu pressen“) zur Taktik nach dem 3:3 gegen Bundesliga-Schlusslicht Paderborn für Gesprächsstoff gesorgt. Der frühere Nationalspieler bekräftigte das jetzt: „Wenn wir pressen müssen und pressen wollen, ist meine Meinung, dass wir uns in diesem System (4-1-4-1) leichter tun. Ich habe das Gefühl, dass der Trainer gegen Paderborn den gleichen Eindruck hatte, sonst hätte er nicht darauf umgestellt.“

          Favre setzt sonst auf ein 4-2-3-1-System. Der BVB ist nach 13 Bundesliga-Spieltagen Tabellen-Fünfter – fünf Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach. Zu den sportlichen Problemen kommt in Dortmund die Frage nach der Zukunft der Mannschaft. Wie es etwa mit BVB-Talent Jadon Sancho weitergeht, wird kurz vor der Winterpause heiß diskutiert. Mit wiederholten Disziplinlosigkeiten nährte der von vielen europäischen Topklubs umworbene 19-Jährige Gerüchte, einen Weggang aus Dortmund schon im Winter anzustreben.

          Entsprechende Medienberichte hält Michael Zorc aber für unbegründet bis haltlos. „Ich habe nicht den Eindruck, dass ein Wintertransfer vorbereitet wird“, sagte der BVB-Sportdirektor zuletzt. Und dennoch ist es wie so oft, wenn es beim Revierclub nicht optimal läuft: Geht es nicht gerade um die Zukunft von Trainer Favre, ranken sich Spekulationen um unzufriedene Profis, Bankdrücker, Toptalente oder deren potenzielle Nachfolger. Schließlich öffnet sich in 28 Tagen für einen Monat bis einschließlich 31. Januar 2020 wieder das Transferfenster.

          Und spätestens dann wird auch irgendwann Klarheit herrschen über die Zukunft des englischen Nationalspielers Sancho, der zuletzt im italienischen Sport-Blatt „Tuttosport“ und am Montag auch vom französischen Fachmagazin „France Football“ als zweitbester Nachwuchsspieler der Welt ausgezeichnet worden war. Nach Informationen des TV-Senders Sky verdichten sich die Anzeichen, dass Sancho beim Champions-League-Sieger aus Liverpool anheuern könnte.

          Doch die Wogen zwischen dem BVB und dem wankelmütigen Offensivtalent, das von Favre aus disziplinarischen Gründen im Champions-League-Spiel in Barcelona zunächst auf die Bank gesetzt worden war und nach seiner Einwechslung zum 1:3 traf, sollen geglättet sein. Bei Hertha BSC stand Sancho wieder in der Startelf und schraubte seine Saisonbilanz als bester BVB-Scorer auf fünf Tore und sieben Vorlagen. „Es ist abgehakt, wir schauen nach vorne. Jadon ist ganz normaler Bestandteil der Mannschaft“, sagte Zorc schon vor dem Berlin-Spiel. Dennoch heißt es, für eine dreistellige Millionen-Ablöse könne der BVB geneigt sein, Sancho (Vertrag bis Mitte 2022) vorzeitig ziehen zu lassen.

          Abschiedsgedanken werden auch Paco Alcácer zugeschrieben. Obwohl der Spanier erst im Sommer für 21 Millionen Euro von Barcelona fest verpflichtet worden war. Vor allem in Spaniens Medien wird dem 26-Jährigen ein Rückkehrwunsch nachgesagt. Doch es ist kaum vorstellbar, dass der BVB seinen einzigen echten Stürmer schon wieder ziehen lässt. Zumal Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Mitgliederversammlung den Verzicht auf die Verpflichtung einer zweiten Nummer neun im Sommer als Fehler bezeichnete.

          Doch längst wird schon über mögliche Nachfolger spekuliert. Schon im Winter 2018 galt Olivier Giroud, damals noch beim FC Arsenal, als sicherer Zugang, ehe er sich für den FC Chelsea entschied. Auch der Name des Kroaten Mario Mandzukic (Juventus Turin) geistert immer wieder durch Dortmund. Andere berichten, er habe kein Interesse. Neueste Gerüchte ranken sich um den Brasilianer Antony (FC Sao Paulo) und Salzburgs Toptalent Erling Haaland. Beide sind wie Sancho 19 Jahre jung. Antony wird laut Sky von den BVB-Scouts schon länger beobachtet.

          Die „Bild“ (Dienstag) berichtete hingegen, Dortmund wolle unbedingt Haaland haben. Auf den norwegischen Shootingstar ist längst halb Europa heiß. Zwar heißt es, Haaland wolle mittelfristig in die Premier League, erhoffe sich aber beim BVB derzeit noch mehr Einsatzzeit. Und die Borussia sei bereit, rund 30 Millionen Euro für den Jungstar hinzublättern. Doch die Konkurrenz überbietet sich dem Vernehmen nach schon. Von bis zu 80 Millionen Euro ist die Rede. Vielleicht kommt Haaland ja doch nach Dortmund und benutzt die Bundesliga als Sprungbrett. So wie möglicherweise Jadon Sancho? Es bleibt spannend in Dortmund.

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