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Borussia Dortmund : Favre stört die Diskussion um Reus

  • Aktualisiert am

Findet Marco Reus in Freiburg zu seiner Bestform zurück? Bild: AFP

Nach dem Sieg der Bayern müssen die Dortmunder im Titelrennen der Bundesliga nachlegen. Doch es wartet eine knifflige Aufgabe auf die Borussia. Und dann ist da noch der schwächelnde Kapitän.

          Die aufkommende Diskussion um Marco Reus erstickte Lucien Favre im Keim. „Niemand“, betonte der Trainer von Borussia Dortmund, könne über eine gesamte Saison das hohe Niveau halten, das Marco Reus über weitere Strecken gezeigt habe. Das Problem: Der BVB ist im Schlussspurt des packenden Titelrennens der Fußball-Bundesliga auf seinen Kapitän angewiesen. Nur mit einem Reus in Topform kann Dortmund Spitzenreiter Bayern München, der am Samstag 1:0 gegen Werder Bremen gewann, noch überflügeln.

          Nationalspieler Reus will sich unbedingt den Traum vom Gewinn seiner ersten deutschen Meisterschaft erfüllen. Nach der Geburt seiner Tochter schwächelte der 29-Jährige zuletzt aber ein wenig. Beim 0:5-Debakel in München hing Reus in ungewohnter Position als Stürmer völlig in der Luft, beim 2:1-Zittersieg gegen Mainz spielte er wenig überzeugend auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld und vergab eine Großchance leichtfertig.

          Favre erklärte vor der kniffligen Aufgabe am Ostersonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) beim heimstarken SC Freiburg, dass es sich nun bemerkbar mache, dass Reus in der Vorbereitung auf die Rückrunde aufgrund eines Infekts fast eine Woche ausgefallen sei. Doch in den letzten fünf Spielen setzt der BVB wieder auf die Tore (bisher 15) und Vorlagen (8) seines besten Offensivspielers.

          Freiburg soll nicht zum entscheidenden Stolperstein werden. Die Borussia ist gewarnt. „Freiburg ist immer sehr gut organisiert und läuferisch stark“, sagte Favre. „Freiburg ist bei hohen Bällen sehr gut, sie haben einige Spieler mit starkem Kopfballspiel“. Nur zwei von 18 Bundesliga-Auftritten im Schwarzwald-Stadion haben die Westfalen verloren. Allerdings haben es die Badener von Trainer Christian Streich so manchem großen Favoriten in dieser Saison schwer gemacht. Favre erinnerte an das 3:1 der Freiburger gegen Mönchengladbach, das 3:0 gegen Leipzig und das 1:1 gegen Bayern München.

          Verzichten muss Dortmund auf Lukasz Piszczek und Achraf Hakimi. Der Einsatz von Dan-Axel Zagadou (Knieprobleme) ist fraglich. Dafür kehren Raphael Guerreiro und Christian Pulisic zurück. Ungeachtet des Personals müssen die Westfalen auch spielerisch zurück in die Spur finden. „Es sind immer Details zu verbessern, das gilt für alle Mannschaften“, sagte Favre. „Wir wollen Ergebnisse erzielen, weil wir einen hohen Anspruch haben“, sagte sein Freiburger Kollege Christian Streich, den die beiden jüngsten Auswärtsniederlagen in Mainz und Bremen noch wurmen: „Uns stinkt es gewaltig, weil ich nicht finde, dass wir die letzten beiden Spiele hätten verlieren müssen.“

          In Freiburg muss der achtmalige deutsche Meister aus Dortmund ein weiteres Problem lösen. Die Platzmaße im Breisgau sind ungewöhnlich klein. Der ansonsten so detailverliebte Favre reagierte auf die entsprechende Nachfrage eines Journalisten überrascht. „Das wusste ich nicht“, sagte der Schweizer und fügte lächelnd ein „Merci“ an.

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