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1:1 bei Hoffenheim : Dortmund verliert Spitzenplatz an Bayern

Kaum zu fassen? Dortmund und Ramos verlieren die Tabellenführung an die Bayern. Bild: Reuters

Trainer Thomas Tuchel sorgt schon vor dem Anpfiff für die erste große Überraschung – und wird bestraft. Erstmals in dieser Saison gewinnt Dortmund beim 1:1 in Hoffenheim ein Pflichtspiel nicht.

          Borussia Dortmund hat erstmals in dieser Saison ein Pflichtspiel nicht gewonnen – und nach dem 1:1 in Hoffenheim auch prompt die Tabellenführung an Bayern München verloren. Vor 27.000 Zuschauern lagen die Westfalen zur Pause 0:1 zurück, waren dann aber in einer wesentlichen besseren zweiten Halbzeit dem Siegtreffer näher. Hoffenheim wartet damit weiter auf den ersten dreifachen Punktgewinn in dieser Saison.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Es war in der ersten Halbzeit nicht der Zug drin, den wir brauchen. Es hat was gefehlt. Wir waren nicht zwingend genug. Die zweite Halbzeit war top. Wir haben nicht verloren. In drei Tagen werden wir bereit sein, eine neue Siegesserie zu starten“, sagte der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel.

          Für die erste große Überraschung sorgte Tuchel – er verzichtete zunächst auf die zuletzt überragenden Ilkay Gündogan und Henrich Mchitarjan. Dafür war der ehemalige Leverkusener Gonzalo Castro erstmals in die Startelf gerückt, und dazu kehrte Nationalspieler Marco Reus nach seiner Verletzung zurück.

          Der BVB bestimmte die Anfangphase mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft, die in dieser Saison alle elf Pflichtspiele ausnahmslos gewonnen hatte – was allerdings diesmal zu einer Spur zu viel Sorglosigkeit führte.

          Vier Arme, ein Ball: Hummels und Vargas im Luftkampf. Bilderstrecke

          Nach etwa 20 Minuten konnte Hoffenheim dank Dortmunder Ballverluste im Mittelfeld immer wieder Nadelstiche setzen – und jeder schien ein wenig schmerzhafter als der letzte, So verpasste Volland (36.) beim besten Hoffenheimer Konter den Führungstreffer, und kurz danach konnte Vargas (40.) seine Chance nicht nutzen, nachdem Sokratis den Ball an der Mittellinie gegen Volland vertändelt hatte.

          Die Hoffenheimer Führung zur Pause hatte sich also langsam angebahnt – und nach 42 Minuten war sie dann auch gefallen, als Rudy eine Überzahlsituation auf der rechten Seite nutzte.

          Mchitarjan kam zur Pause für Jonas Hofmann, aber der BVB blieb fahrig. Ginter eröffnete Vargas die nächste Chance, aber dessen Schuss landete am Pfosten. Für Reus kam Gündogan (54.) – und sofort der Ausgleich durch Aubameyang (55.) nach Vorarbeit von Castro, der den Ball mit der Brust in den Lauf des Gabuners gelenkt hatte.

          Vom 4-3-3 der ersten Halbzeit stellte Tuchel auf ein 4-2-3-1-System um, was der Borussia offenbar besser behagte. Die Chancen des BVB häuften sich, allerdings zielten Kagawa und Castro zu schlecht.

          Hoffenheim kam nur noch zu Entlastungsangriffen, die allerdings immer gefährlich wurden, wenn Volland in Ballbesitz kam. Von der Tribüne aus, die er wegen zu heftiger Proteste hatte aufsuchen müssen, sah der Hoffenheimer Trainer Markus Gisdol entsetzt, wie Bicakcic (76.) nach einem Freistoß die große Chance zur abermaligen Führung verpasste.

          Das hätte sich rächen können – aber Ramos (85.) vergab auch die letzte BVB-Chance, als er fünf Meter vor dem Tor am Ball vorbei trat. Die Hoffenheimer beklagten sich danach vor allem über den Unparteiischen Tobias Welz. „Das war eine katastrophale Schiedsrichter-Leistung. Stark für Welz wäre ein guter Wechsel gewesen“, sagte Sportchef Alexander Rosen mit Blick auf den vierten Offiziellen Wolfgang Stark an der Linie.

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