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BVB siegt in Gladbach : Der späte Lohn

  • -Aktualisiert am

Andre Hahn versucht sich gegen Dortmunds Gonzalo Castro zu behaupten. Bild: EPA

Die Nachwirkungen des Anschlags, das Aus in der Champions League: Nach anderthalb schwierigen Wochen siegt Dortmund in Gladbach 3:2 und verbessert sich in der Tabelle.

          Im Laufe dieser Saison ist es zur Regel geworfen, dass Borussia Mönchengladbach gegen die ersten vier Mannschaften der Bundesligatabelle nicht gewinnen kann. Am dreißigsten Spieltag bestand zum letzten Mal die Chance, diese Regel zu durchbrechen. Gladbach ließ sie ungenutzt. Beim 2:3 gegen Borussia Dortmund brauchten die Rheinländer mehr als vierzig Minuten, um wenigstens ein ebenbürtiger Gegner zu werden.

          Das schien jedoch zu reichen, um gegen die anfangs überlegenen Westfalen einen Teilerfolg zu erreichen. Marco Reus hatte den BVB mit einem Foulelfmeter in Führung geschossen (10. Minute). Die Dortmunder zeigten sich zunächst wieder einmal nicht konsequent genug, um klare Verhältnisse zu schaffen. Stattdessen gerieten sie aufgrund eigener Fehler sogar in Rückstand. Nach dem Treffer von Lars Stindl (43.) und dem Eigentor von Marcel Schmelzer (48.) gelang Pierre-Emerick Aubameyang das Ausgleichstor (59.).

          Gerade eingewechselt – und schon zur Stelle: Aubameyang mit dem 2:2 Bilderstrecke

          In der Schlussphase begnügte der BVB sich aber nicht mit einem Punkt, sondern kam bei einer Standardsituation dank Raphael Guerreiros Kopfballtreffer (87.) noch zum insgesamt verdienten Sieg. Mit diesem wertvollen Auswärtssieg verdrängte der BVB die TSG Hoffenheim, die in Köln nur unentschieden gespielt hatte, vom dritten Tabellenplatz.

          Tuchel setzt auf Rotation

          Nach dem Champions-League-Aus gegen Monaco setzte Thomas Tuchel auf Rotation. Im Vergleich zum Auftritt in Monaco änderte der BVB-Trainer seine Startelf auf fünf Positionen. Sogar Aubameyang saß beim Anpfiff auf der Ersatzbank. Der erfolgreichste Torschütze der Mannschaft hatte in drei Wettbewerben ein großes Pensum absolviert und erhielt wie Shinji Kagawa, Lukasz Piszczek und Julian Weigl eine Pause. Abwehrchef Sokratis fehlte wegen einer Muskelverletzung. Trotz der Umstellungen wirkte das Dortmunder Spiel stimmig. Die Westfalen machten sich im Stile eine Heimmannschaft an die Arbeit, bestimmten von Beginn an Tempo und Rhythmus auf dem Rasen.

          Dank Reus' Elfmetertor schlug sich die Überlegenheit BVB früh auch im Ergebnis nieder. Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud, von der kommenden Saison an bei Dortmund unter Vertrag, hatte Christian Pulisic an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht und den routinierten Schiedsrichter Wolfgang Stark so zum Elfmeterpfiff veranlasst. Reus, anstelle von Aubameyang in vorderster Front aufgeboten, übernahm die Verantwortung. Der Stürmerstar wartete, bis Torhüter Yann Sommer sich für eine Ecke entschied, und schoss den Ball dann in die Mitte des Tores.

          Die Dortmunder kontrollierten den Gegner, versäumten es aber, den Vorsprung auszubauen. Dembélé scheiterte an Sommer, der ausgezeichnet parierte, Reus schickte Verteidiger Vestergaard zwar ins Leere, brachte dann aber nicht genug Wucht hinter den Ball, der zur Ecke abgefälscht wurde. Den Ruhrgebietsborussen fiel es nicht sonderlich schwer, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten – bis Mikel Merino den Gladbachern unfreiwillig zu Hilfe kam. Der junge Spanier, nach zwanzig Minuten für den verletzten Sahin eingewechselt, leistete sich im Mittelfeld einen haarsträubenden Fehlpass; die Kugel landete bei André Hahn, der sie in den Strafraum weiterleitete. Stindl nutze die unverhoffte Chance zum Ausgleich.

          Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzten die Dortmunder ihr Programm „Hilfe für Gladbach“ zunächst fort. Schmelzers fehlgeschlagener Versuch, eine Flanke von Wendt zu entschärfen, endete mit einem Eigentor. Doch die Dortmunder reagierten. Zum allgemeinen Erstaunen lag die bis dahin schwächere Borussia in Führung. Allerdings nicht lange lange. Aubameyang, der nach einer knappen Stunde Reus abgelöst hatte, nutze Dembélés feine Vorarbeit, um erst den Torhüter zu umkurven und dann den Ball ins lange Eck zu befördern. Es folgte ein offener, ein spannender Schlagabtausch, den beide Seiten mit viel Einsatz führten. In der Schlussphase hatten die Dortmunder dann das glücklichere Ende für sich. Guerreiro nutze eine Freistoßvorlage mit dem Kopf zum Siegtreffer.

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