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3:3 gegen Hoffenheim : Dortmunder Schock ohne Trainer

  • -Aktualisiert am

Was für ein Ärger! Dortmund und Sancho verspielen ein 3:0 noch. Bild: EPA

Nicht nur Favre fehlt erkrankt, auch Kapitän Reus kann dem BVB nicht helfen. Nach dem 3:0 sieht der Spitzenreiter gegen Hoffenheim wie der Sieger aus. Doch dann folgt eine spektakuläre Schlussphase.

          Immer wieder sind es diese unfreundlichen Winterwochen, in denen das Fundament für die großen Erfolge in der Bundesliga gelegt wird. Während der frostigen Tage hat schon mancher Klub entscheidende Punkte verspielt, und auch bei Borussia Dortmund fürchtete sich mancher Anhänger vor einem Rückschlag, nachdem das Team am Dienstag aus dem DFB-Pokal ausgeschieden war.

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          Nun hatten die Ärzte auch noch dem grippekranken Trainer Lucien Favre nahe gelegt, auf den Kontakt mit seinen Spielern zu verzichten, und tatsächlich ging dann vieles schief: Der BVB verspielte eine 3:0-Führung und erreichte am Ende nur ein 3:3 gegen 1899 Hoffenheim. Ein später Treffer von Ishak Belfodil (88.) kostete zwei wertvolle Punkte. „Wir haben eine unglaublich gute Mentalität gezeigt“, sagte der Hoffenheimer Trainer Julian Nagelsmann. Enttäuscht war Mario Götze. „Das ist ein sehr, sehr bitterer Ausgang“, sagte er, „das sollte uns zu Hause nicht passieren.“

          Phasenweise war es ein wildes Fußballspiel, das aber eher zäh begonnen hatte. In der ersten halben Stunde setzte Maximilian Philipp einen Schuss knapp neben das Tor (22.), und schon früh hatte der Videoassistent in Köln einen Treffer von Sancho wegen einer Abseitsstellung von Götze annulliert. Wie so oft in den vergangenen Wochen fiel es den Dortmundern auch an diesem Tag schwer, gegen einen tief verteidigendes Team Tormöglichkeiten zu erspielen.

          Die Ideen und das Tempo von Marco Reus hätten der Mannschaft gut getan. Doch die Oberschenkelprobleme des Kapitäns lassen weiterhin keine Einsätze zu. Dafür kehrten Roman Bürki und Sancho, die bei der Pokalniederlage gegen Bremen krank waren, in die Startelf zurück, und der kleine Engländer wurde zum ersten Türöffner in einem schwierigen Spiel. In der 32. Minute spielte Sancho einen schönen Doppelpass mit Piszczek und schob den Ball durch die Beine von Hübner in die lange Ecke. Damit waren die Hoffenheimer gezwungen, ihre defensive Grundhaltung aufzugeben, und es wurde ein sehenswertes Fußballspiel.

          Sancho spielte nun wie entfesselt, immer wieder dribbelte er die Hoffenheimer Verteidiger schwindelig, Kerem Demirbay trat dem Engländer einmal frustriert in die Beine und sah die Gelbe Karte. Aber auch das bremste die Dortmunder Spielfreude während der Viertelstunde vor der Pause nicht, in der Götze das verdiente 2:0 schoss. Weil die Hoffenheimer nun etwas riskanter spielten, hatte sich eine Fünf-gegen-Drei-Kontersituation ergeben, Sanchos Abschluss konnte der Hoffenheimer Torhüter noch abwehren, doch der Ball landete vor den Füßen von Mario Götze, der aus fünf Metern zum 2:0 traf (43.).

          Lucien Favre konnte sich zu diesem Zeitpunkt zufrieden zurücklehnen. Gecoacht wurde das Team von seinen Assistenztrainern Manfred Stefes und Edin Terzic. Favre werde während der Partie aber „Kontakt zu den Analysten“ haben und in der Halbzeit ein Gespräch mit Trainern vor Ort führen, hatte Sportdirektor Michael Zorc vor dem Spiel berichtet. Allerdings scheinen die Pausenberatungen nicht besonders fruchtbar gewesen zu sein, denn die zweite Hälfte begann mit einem Hoffenheimer Sturmlauf. Ein Schuss von Nico Schulz flog knapp am Pfosten vorbei (52.), bevor Bürki einen gefährlichen Versuch von Joelinton über die Latte lenkte (56.) und einen Schuss von Ishak Belfodil abwehrte (61.).

          Schon in dieser Phase hätte die Partie kippen können, aber der BVB hat ja Sancho. Im Verlauf des ersten gefährlichen Dortmunder Angriffs der zweiten Hälfte legte der Engländer mit der Hacke ab auf Götze, der Guerreiro am Fünfmeterraum anspielte, woraufhin der Portugiese den Ball nur noch ins Netz schieben musste (67.). Die Partie schien entschieden, aber die Hoffenheimer gaben nicht auf und griffen weiter an. Belfodil schoss das längst verdiente 3:1 (75.), Kaderabek traf zum 3:2 (83.), und dann der Schock für Dortmund, als Belfodil einen Freistoß von Geiger zum 3:3 ins Tor köpfte (88.) und der BVB auf einen Schlag zwei wichtige Punkte verlor. Verfolger Bayern München nutzte wenige Stunden später die Vorlage im Abendspiel. Nach dem 3:1-Sieg über Schalke beträgt der Rückstand auf den BVB nur noch fünf Punkte.

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