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2:0 in Mainz : Der erste Schritt aus der Dortmunder Krise

Im Mittelpunkt: Der neue BVB-Coach Peter Stöger steht nur scheinbar am Bildrand und bekommt später freie Sicht auf den Dortmunder Sieg in Mainz. Bild: dpa

Borussia Dortmund gewinnt nach acht Spielen ohne Sieg mit dem neuen Trainer Peter Stöger auf Anhieb beim FSV Mainz 05 – und bleibt dabei sogar ohne Gegentor.

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          Der Mainzer Stadionsprecher Klaus Hafner hatte vor dem Anpfiff seinen Spaß, als er den neuen Dortmunder Trainer Peter Stöger vor seinem ersten Spiel auf der BVB-Trainerbank bei Mainz 05 willkommen hieß. „Wir begrüßen den Herrn Stöger. Er ist auch gleich auf die richtige Trainerbank gegangen. Er war ja erst kürzlich hier und kennt sich gut aus“, sagte Hafner. Vor dreieinhalb Wochen hatte Stöger schließlich noch als Trainer des 1. FC Köln in Mainz verloren. 0:1 lautete damals das Endergebnis, wie so oft nach einem für den auch nach der Trennung von Stöger noch immer sieglosen Tabellenletzten nach einem unglücklichen Spielverlauf mit fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichters und des Video-Assistenten.

          Bundesliga

          Die guten Kenntnisse um das Mainzer Stadion und den Gegner mögen dazu beigetragen haben, dass Stöger die Verhältnisse mit seinem neuen Klub nun umdrehen konnte. Im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Peter Bosz beendete Borussia Dortmund die Negativserie von zuletzt acht Bundesligaspielen ohne Sieg mit einem 2:0-Auswärtserfolg nach Toren von Sokratis (55.) und Shinji Kagawa (89.). „Nach langer Zeit ist dem BVB ein Meisterschaftssieg gelungen - und mir auch“, sagte Stöger mit dem ihm eigenen Humor. „Den Schuh ziehe ich mir aber nicht an, dass wir nach zwei Tagen das Spiel nur gewinnen, weil ich gekommen bin.“ Stöger äußerte sich stattdessen respektvoll gegenüber der Arbeit seines Vorgängers Peter Bosz.

          Der Sieg mag die Serie an Tiefschlägen beendet haben, der Weg zu alter Klasse ist für die Dortmunder hingegen nach einem wenig überzeugenden Auftritt in Rheinhessen noch weit. Lediglich nach dem Führungstor entwickelte die Borussia phasenweise jene Leichtigkeit, die das Team unter dem neuen Trainer wieder finden muss.

          „Niemand wird erwarten, dass man in Mainz eine Handschrift sieht“, sagte Stöger schon vor dem Spiel und dämpfte damit alle Hoffnungen, dass die Schwarz-Gelben einen Heilsbringer mit völlig neuen Ideen verpflichtet haben könnten. Immerhin begann Stöger aber auf drei Positionen verändert: Ömer Toprak, Jeremy Toljan und Julian Weigl ersetzten Neven Subotic, Marc Bartra und Mo Dahoud. Damit einher ging eine Rückkehr zu einer Grundformation mit einer Vierer-Abwehrkette, einem Dreier-Mittelfeld mit Weigl als Absicherung und der gewohnten Offensivreihe um Pierre-Emerick Aubameyang. Stöger betonte aber in der zweitägigen Vorbereitung ohnehin mehr die Bedeutung seiner Fähigkeiten als Psychologe.

          Ob er bei diesen Bemühungen erfolgreich war, kann nur der Trainer selbst einschätzen. Fußballerisch hat sich der BVB in jedem Fall in Mainz lange kaum verbessert gezeigt. Das Team spulte sowohl im Offensivspiel wie im Defensivspiel sein Programm ab, ohne jeweils jene Aggressivität und Spritzigkeit in den Aktionen zu haben, die vor noch nicht allzu langer Zeit ihr Spiel ausgezeichnet hatten. Beim defensiven Umschalten eilten sämtliche Dortmunder zwar pflichtschuldig hinter den Ball, wie es in der modernen Fußballsprache heißt. Aggressives Attackieren des Gegners war hingegen kaum zu sehen, sei es aus konditionellen Gründen oder aufgrund einer mentalen Blockade. In der Offensive hatten die ballführenden Spieler meist große Probleme, eine Anspielstation zu finden, da die möglichen Adressaten sich verängstigt hinter dem Gegenspieler versteckten. „Das Selbstverständnis hat gerade zu Anfang gefehlt“, sagte Stöger.

          Die Mainzer wussten vor 33.000 Zuschauern vor allem vor der Pause aus der Verunsicherung des Gegners kein Kapital zu schlagen, auch weil ihnen in vorderster Linie abermals Angreifer Yoshinori Muto wegen einer Verletzung fehlte. Lediglich zu Spielbeginn hatten die wie beim 2:2 in Leipzig am Samstag mit einer Dreierabwehrkette um Jean-Philippe Gbamin angetretenen und auf Balleroberungen lauernden Rheinhessen zwei Einschusschancen. Suat Serdars Distanzschuss landete nach sechs Minuten auf dem Querbalken, fünf Minuten später schloss Serdar aus aussichtsreicher Position überhastet ab. Auf der Gegenseite vergab Pierre-Emerick Aubameyang die größte Dortmunder Gelegenheit, als er nach Pass von Weigl recht kläglich am Tor vorbei zielte.

          Befreiungsschlag für den BVB: Sokratis (l.) hat getroffen und den Weg zum Sieg geebnet

          Das Dortmunder Tor fiel angesichts der Harmlosigkeit aus dem Spiel heraus fast zwangsläufig nach einem Standard: Nachdem Toprak einen Freistoß von Shinji Kagawa per Kopf an den Pfosten gesetzt hatte, traf Sokratis mit einem entschlossenen Vollspannschuss aus zwölf Metern im Nachschuss (55. Minute). Möglicherweise kam den Dortmundern in dieser Situation zugute, dass die Mainzer in der Pause ihren bis dahin überragenden Abwehrchef und besten Kopfballspieler Gbamin verletzt auswechseln mussten. Toprak wäre sonst vor dem Treffer vielleicht nicht so unbedrängt zum Kopfball gekommen.

          In der 89. Minute stellte schließlich Kagawa nach einem Konter über Aubammeyang den Sieg sicher, der mehr noch als für den BVB für Stöger eine Erlösung gewesen sein dürfte. Der Trainer kannte das Gefühl eines Bundesligasiegs seit Mai nicht mehr. Damals hatte er mit dem 1. FC Köln am letzten Spieltag der Vorsaison gewonnen – mit 2:0 gegen Mainz 05. Stöger kennt sich halt gut aus mit diesem Gegner.

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