https://www.faz.net/-gtm-9zpl0

2:0 in Wolfsburg : Dortmund ist bereit für den Bayern-Gipfel

  • -Aktualisiert am

Dortmund lacht in Wolfsburg und gewinnt die Partie vor dem Duell mit den Bayern. Bild: Picture-Alliance

Die Generalprobe ist geglückt: Der BVB gewinnt in Wolfsburg und ist weiter erster Verfolger des Spitzenreiters aus München. Bis auf kleine Schönheitsfehler dominieren die Dortmunder. Allerdings gibt es Sorgen um Mats Hummels.

          3 Min.

          Der Sieg im leichten Schongang wurde souverän zur Kenntnis genommen. Ihrem verdienten 2:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg ließen die Spieler von Borussia Dortmund keinen ausufernden Jubel folgen. Sie nickten sich zu, berührten sich dezent, traten gelassen aus dem Stadion ab. Der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga hatte den VfL bis auf Schönheitsfehler dominiert und frustriert.

          Bundesliga

          Die Treffer des Tages waren Raphael Guerreiro (24. Spielminute) und Achraf Hakimi (78.) nach einem Konter gelungen. Zu viel mehr mussten sich die Dortmunder gar nicht aufraffen. Sie brachten ihre Aufgabe vor leeren Rängen unterkühlt und sachlich zu Ende. Es gab Applaus für diesen Sieg – von den auf der Tribüne wartenden Auswechselspielern des BVB. Vor der Partie hatte Sportdirektor Michael Zorc den Abschied von Mario Götze nach dem Ende dieser Spielzeit bestätigt.

          Wie streit- und angriffslustig geht es um Kampf um die deutsche Meisterschaft wieder zu? Wer am zweiten Spieltag nach der Corona-Pause eine Antwort auf diese Frage suchte, fand vor allem in einem Duell wertvolle Hinweise. Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels kam bei seinen mutigen und eleganten Vorstößen immer wieder in die Nähe des Wolfsburgers Maximilian Arnold.

          In der 24. Minute stritten beide nach einer eher belanglosen Spielszene, motzten sich ein wenig an und mussten sich schlichtende Worte von Schiedsrichter Daniel Siebert anhören. Aus solch leicht aufkeimender Aggressivität könnte sich schließen lassen: Die Bundesligaprofis kommen allmählich wieder in Tritt und gewinnen aus Rivalität die notwendige Motivation für Großes.

          Dass Hummels in Wolfsburg nur eine Halbzeit lang mitspielen konnte, lag an einer Blessur am Fuß. „Mats Hummels hat Beschwerden an der Achillessehne. Die hat er schon länger auch aus dem Training heraus. Aber wir hoffen, dass er am Dienstag wieder spielen kann“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Ich kann nicht sagen, ob er spielen wird oder nicht. Ich hoffe, dass er am Dienstag wieder dabei ist“, sagte Dortmunds Trainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz.

          Auch der Einsatz von Toptalent Jadon Sancho, der in den vergangenen Wochen durch eine Muskelverletzung zurückgeworfen wurde und gegen Wolfsburg bis zur 65. Minute auf der Bank saß, ist noch offen. „Er trainiert erst seit zehn Tagen wieder mit der Mannschaft. Das ist nicht viel. Ich kann noch nicht definitiv sagen, ob er am Dienstag spielen wird“, sagte Favre.

          Ein Könner wie Hummels hat handfesten Streit auf dem Platz angesichts seiner Fähigkeit zur Antizipation und Argumentation eigentlich gar nicht nötig. Aber diese Partie beim unbequem verteidigenden VfL Wolfsburg war nun einmal auch Generalprobe für den bevorstehenden Showdown gegen den Tabellenführer.

          Am Dienstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) empfängt Borussia Dortmund den FC Bayern München und möchte wissen, ob es noch eine greifbare Chance auf den Titelgewinn gibt. Entsprechend konzentriert und konsequent waren die Borussen ihre Aufgabe am Ufer des Mittellandkanals angegangen. Die Profis des VfL blieben in ihrer Defensive konsequent, aber in der Offensive deutlich limitiert.

          Wout Weghorst und Daniel Ginczek bekamen als Stürmer keine sinnvollen Zuspiele. Weil es im Mittelfeld an der nötigen Qualität und Übersicht fehlte. Und weil es die Dortmunder einfach nicht zuließen. Der BVB musste in der ersten Halbzeit nicht eine einzige Wolfsburger Torchance miterleben. Dass VfL-Profi Felix Klaus in der Schlussphase noch die Rote Karte wegen eines rüden Foulspiels sah, fiel auch nicht mehr ins Gewicht.

          Ein Fehler im System des VfL, der das 0:1 ermöglichte und diese Begegnung vorentschied, war von den Dortmundern nicht mit Gewalt, sondern mit Eleganz erzwungen worden. Es macht immer wieder Freude, Julian Brandt zuzusehen, wie er seine Gegenspieler narrt. Bis 2014 war er in Wolfsburg zum Berufsspieler ausgebildet worden.

          An seiner alten Wirkungsstätte leitete Brandt mit einem cleveren Pass den Siegtreffer ein. Über Umwege war der Ball bei Guerreiro gelandet, der unbedrängt einschießen konnte. Die Hauptkonzentration der Verteidiger hatte darauf gelegen, den Dortmunder Torjäger Erling Haaland zu bewachen. Der Norweger nutzte seinen bulligen Körper zu einem Ablenkungsmanöver und machte so den Weg für Guerreiro frei.

          Nur eine große Schrecksekunde, in der 48. Minute, hatte Dortmunds Cheftrainer Lucien Favre während der Partie zu überstehen. Nach einem verlorenen Zweikampf des für Hummels eingewechselten Emre Can war der agile Wolfsburger Renato Steffen frei zum Schuss gekommen. Der Schweizer schoss den Ball knapp über das Tor. Momente wie diesen sollte sich Dortmund beim Kräftemessen mit den Bayern besser verkneifen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Michael Zahn hat sich mit Äußerungen zur Wohnungspolitik in Berlin nicht überall beliebt gemacht.

          Deutsche-Wohnen-Chef Zahn : Der unbeliebte Vermieter

          Nach 14 Jahren hat die deutsche Hauptstadt wieder einen Dax-Konzern. Michael Zahn ist der Mann, der ihn führt. Doch viele Berliner sind auf den Immobilienmanager nicht gut zu sprechen.
          Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard im bayrischen Aschheim.

          Marktmanipulation : Bafin zeigt Wirecard an

          Nach den Vorwürfen wegen Marktmanipulation gegen den Zahlungsdienstleister hat nun die Finanzaufsicht Bafin Anzeige erstattet. Die Geschäftsräume des Unternehmens in Bayern wurden untersucht. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorstände.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.