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5:0 gegen Union Berlin : Dortmund im Torrausch und auf Rekordjagd

  • -Aktualisiert am

An dieses Bild haben sich die Dortmunder schon gewöhnt: Erling Haaland bejubelt ein Tor. Bild: EPA

Fünf Tore in Augsburg, fünf gegen Köln, fünf gegen Union Berlin. Der BVB zeigt im Titelkampf seine Offensivstärke. Nicht nur Wunderstürmer Haaland steht im Fokus. Die Torflut kaschiert aber auch die größte Schwäche.

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          Es ist eine bemerkenswerte Rekordflut, die in diesen Wochen über Borussia Dortmund hereinbricht. Nachdem Erling Haaland an den ersten beiden Rückrundenspieltagen gleich mehrere Bestmarken übertrumpfte, ist der 19 Jahre alte Jadon Sancho nach seinem Treffer beim 5:0 des BVB gegen Union Berlin nun der jüngste Spieler, der jemals 25 Tore in der Bundesliga geschossen hat.

          Bundesliga

          Und natürlich schaffte Haaland ebenfalls einen weiteren Rekord: In der 18. Minute gelang dem Stürmer sein mittlerweile sechster Treffer, damit war er in seinen ersten 75 Ligaminuten öfter erfolgreich als jeder andere Bundesligaprofi. Wie ein großer und stabiler Meisterschaftskandidat spielte der BVB jedoch nur in manchen Phasen „Wir haben das sehr, sehr gut gemacht“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre. „Wir hatten sehr gute Balleroberungen. Wir sind natürlich sehr zufrieden.“

          Schon die erste gute Möglichkeit hatte Union, als Marius Bülter am Fünfmeterraum knapp an einem Pass vorbei grätschte (4.) – Achraf Hakimi hatte am langen Pfosten geschlafen. Nach diesem frühen Schreck entwickelten die Dortmunder allerdings für gut 20 Minuten eine klare Dominanz und schossen zwei scheinbar leichte Tore. Zunächst fälschte der Berliner Verteidiger Keven Schlotterbeck einen Schuss Sanchos aus zwölf Metern in den Winkel des eigenen Tores ab (13.), bevor kurz darauf Haaland das 2:0 bejubeln konnte. Der Norweger war Christopher Trimmel und Marvin Friedrich entkommen und hatte keine Mühe am langen Pfosten eine Hereingabe von Julian Brandt im Tor zu versenken (18.).

          Das sah souverän aus, aber die Dortmunder haben in dieser Saison immer wieder Probleme damit, die eigene fußballerische Überlegenheit über ein ganzes Spiel aufrecht zu erhalten. Nun zeigte sich nach der bequemen Führung abermals die größte Schwäche der laufenden Saison, die erstmals im Hinspiel an der Alten Försterei sichtbar geworden war. Damals reiste der BVB am dritten Spieltag mit zwei Siegen im Rücken und der im Sommer lautstark über alle Kanäle kommunizierten Ankündigung, Meister werden zu wollen, zu einem Aufsteiger und verlor nach einem viel zu zaghaften Auftritt 3:1.

          Nicht zuletzt die Analyse dieses Problems führte zu den massiven Transfermaßnahmen der Winterpause: Sie wollen ihre Neigung zur Leichtfertigkeit besser unter Kontrolle bekommen. Der Verkauf von Paco Alcácer, Jacob Bruun Larsen und Julian Weigl sowie die Verpflichtungen von Erling Haaland und Emre Can sollen dem Team eine größere Widerstandskraft in schwierigen Momenten verleihen. Can, dessen Wechsel von Juventus Turin zum BVB erst am Freitagnachmittag endgültig vollzogen wurde, stand erstmal nicht im Kader. „Ich glaube nicht, dass wir schlechter geworden sind“, sagte Sportdirektor Michael Zorc, der sich vor allen Dingen von Can erhofft, „mit seiner Mentalität Signale auf dem Platz zu setzen, voran zu gehen.“

          Solche Signale hätten sie am Samstag zwischen der 20. Und der 65 Minute gut gebrauchen können. Aber Can hatte noch kein Training mit der Mannschaft absolviert, und so brachte die Mannschaft von Favre sich wieder in Schwierigkeiten. Die Defensive wirkte immer wieder nachlässig, Union zwar zwischenzeitlich sehr gefährlich. Kurz vor der Pause hatte Neven Subotic eine große Chance zum Anschlusstreffer, schoss aber aus fünf Metern über das Tor (41.). In der zweiten Hälfte wurde dann der bestens postierte Yunus Malli etwas zu ungenau von Robert Andrich angespielt, und nach knapp einer Stunde hatte Bülter eine tolle Möglichkeit, verfehlte das Tor allerdings knapp. Der BVB wankte.

          Wieder einmal war es Haaland, der seinem neuen Klub aus dieser Lage heraushalf. Mit seiner erstaunlichen Schnelligkeit erlief er einen Steilpass, legte den Ball an Rafal Gikiewicz vorbei, blieb aber am Fuß des Berliner Torhüters hängen und stürzte. Die Schiedsrichter verhängten einen recht umstrittenen Elfmeter, den Marco Reus schließlich zum 2:0 verwandelte (68.). Erst jetzt war der Berliner Widerstand gebrochen. Axel Witsel gelang kurz darauf ein vierter Treffer (70.), bevor Haaland schließlich noch das 5:0 erzielte (76.). Der Norweger, der erstmals in der Startelf stand hat nun sagenhafte sieben Tore für den BVB geschossen und wurde in der 78. unter Standing Ovations ausgewechselt. Das Westfalenstadion feierte den Sieg schließlich mit „Erling Haaland“-Sprechchören, auch wenn das Ergebnis deutlicher wirkte als die Kräfteverhältnisse auf dem Platz.

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