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BVB gewinnt gegen Hoffenheim : Stöger schlägt Nagelsmann

  • -Aktualisiert am

Siegerjubel: BVB-Trainer Peter Stöger Bild: VOGEL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Heimdebüt für Peter Stöger endet mit einem glücklichen Sieg: Der BVB dreht das Spiel gegen einen Hoffenheimer Gegner, der eigentlich einen Tick besser war.

          Peter Stöger trifft auf Julian Nagelsmann: Dieses Duell trug eine gewisse Brisanz in sich. Nicht nur weil Stöger erst sechs Tage zuvor bei Borussia Dortmund die Position des Cheftrainers übernommen hat, sondern auch, weil Nagelsmann, aktuell bei 1899 Hoffenheim unter Vertrag, in vielen Medien unaufhörlich als nächster BVB-Trainer gehandelt wird, der vielleicht schon im kommenden Sommer die Nachfolge des Österreichers antreten könnte. Stöger begegnete solchen Spekulationen, wie man ihn kennt: überaus gelassen. „Die Thematik Nagelsmann ist für mich gar keine“, sagte er: „Außer, dass ich sagen muss, dass er ein richtig guter Mann ist, der einen super Job macht.“ Diesmal machten Nagelsmann und seine Mannschaft ihren Job nicht gut genug, um gegen Stögers BVB zu punkten. Mark Uth hatte Hoffenheim zwar in Führung gebracht (21. Minute). Pierre-Emerick-Aubameyang mit einem Foulelfmeter (63.) und Christian Pulisic (89.) vermochten die Partie aber noch zu drehen, so dass die Westfalen als 2:1-Sieger vom Platz gingen.

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          Und Nagelsmann? „Julian weiß, dass wir darauf bestehen, dass der Vertrag, den wir mit ihm geschlossen haben, erfüllt wird. Bis zum 30. Juni 2019 bleibt er in Hoffenheim“, sagte TSG Mäzen Dietmar Hopp der Funke-Mediengruppe. Nachdem die Dortmunder Fans den neuen BVB-Trainer lautstark im größten deutschen Fußballstadion begrüßt hatten, mutmaßte der Stadionsprecher, Stöger habe das Rufen seines Namens „bis in die Kabine gehört“.

          Mit dem Auswärtssieg in Mainz hatte der 51 Jahre alte Österreicher mit seiner Mannschaft zwar keine rauschende, aber eine erfolgreiche Premiere hingelegt. Gegen Hoffenheim schien sich der neue Kurs mit einer tiefer stehenden Abwehr zunächst weiter zu bewähren. Die Borussen kamen früh zu Chancen, wussten sie aber nicht zu nutzen. Andrej Jarmolenko verfehlte erst trotz freier Schussbahn das lange Eck (5.) und handelte später zu eigensinnig, als er über das Ziel hinaus schoss, statt abzuspielen (16.). Zwischendurch scheiterte Christian Pulisic am Torhüter (9.).

          Hoffenheimer besser

          Hoffenheim ließ die Heimelf eine Weile gewähren, wurde aber allmählich zielstrebiger – und produktiver. Als die Dortmunder Abwehrkette Mitte der ersten Hälfte zur Fehlerkette wurde, nutzen die Kraichgauer die Konfusion bei ihrem ersten gefährlichen Vorstoß gnadenlos geschickt aus. Die Vorarbeit von Pavel Kaderábek und der Abschluss von Mark Uth machten deutlich, dass die Mängel in der Dortmunder Abwehr nicht binnen einer Woche zu beheben waren, auch wenn die Defensive nicht mehr so „hoch“ verteidigte wie unter der Regie des vorherigen Trainer Peter Bosz, der vor einer Woche nach der Heimniederlage gegen Werder Bremen entlassen worden war.  Mit seinem Tor in der 21. Minute war Uth früh dran – jedenfalls für seine Verhältnisse. Der Stürmer, der von Schalke und Mönchengladbach umworben wird, hat fast die Hälfte seiner insgesamt 24 Bundesligatreffer nach der achtzigsten Minute erzielt.

          Bildmotiv mit Potential: Julian Nagelsmann nimmt auf einer Dortmunder Bank Platz Bilderstrecke

          Spätestens nach dem Gegentor war ebbte der anfängliche Schwung bei den Dortmundern ab. Die TSG geriet fürs erste kaum noch in Bedrängnis, und die BVB-Fans versuchten sich mit beleidigenden Gesängen gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp in Stimmung zu bringen, ehe einige von ihnen die eigene Elf mit Pfiffen in die Pause verabschiedeten. Kurz nach dem Seitenwechsel vergab Amiri die Chance, den Vorsprung mit einem Volleyschuss auszubauen, danach aber nahmen die Hoffenheimer sich zurück und ließen den Gegner wieder besser ins Spiel kommen.

          Den Dortmundern fiel es zwar schwer, die Kraichgauer ernsthaft in Gefahr zu bringen. Eine Ausnahme von dieser Regel führte indes Nach gut einer Stunde zum Ausgleich. Stefan Posch wusste Shinji Kagawa im Strafraum nur mit einem Foul zu bremsen. Den Elfmeter nutzte Aubameyang zu seinem zwölften Saisontor. Als kaum noch jemand damit rechnete, versetzte Pulisic den BVB mit dem Siegtor doch noch in Feierlaune.

          Die Hoffenheimer konnten ihre Niederlage derweil nicht fassen. „Es war sicher keine verdiente Niederlage“, sagte Trainer Julian Nagelsmann. „Dortmund war harmlos, wir hätten früh schon das zweite Tor machen müssen“, sagte Hoffenheims Torschütze Uth. „Dann aber verlierst Du hier und wir wissen nicht warum.“

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