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3:1 gegen Hertha BSC : Dortmund überholt Bayern doch noch

  • -Aktualisiert am

Nur siegen ist noch schöner als fliegen: Torschütze Aubameyang hebt ab. Bild: Reuters

Nach 90 Minuten liegen Dortmund und Bayern gleichauf an der Spitze der Bundesliga-Tabelle. Doch im Schlussspurt erhöht ausgerechnet ein früherer Berliner zum 3:1 gegen Hertha – und macht den BVB zum alleinigen Spitzenreiter.

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          Es war schwül und heiß auf dem Rasen des größten deutschen Fußballstadions. Dennoch erinnerten sich die Fußballprofis von Borussia Dortmund voller Tatendrang an das Versprechen, das ihr Trainer am Tag vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin gegeben hatte. Es war ein Versprechen, das nach viel Schweiß und Arbeit klang. Seine Mannschaft werde „alles in die Waagschale werfen, um wieder zu gewinnen und dann auch wieder an der Spitze zu stehen“, hatte Thomas Tuchel gesagt – und damit nicht zu viel versprochen.

          Nach einer eher verhaltenen ersten Spielhälfte erhöhte Dortmund nach der Pause den Druck und verdrängte den FC Bayern am Ende des dritten Bundesligaspieltags wieder von der Tabellenspitze. Beim 3:1 gegen Hertha BSC wurde es allerdings knapper als erwartet. Nach Toren von Mats Hummels (27. Minute) und Pierre Emerick Aubameyang (51.) hatte Dortmund lange ausgesehen wie der sichere Sieger, musste am Ende aber um den Erfolg zittern, der durch den überraschenden Anschlusstreffer von Salomon Kalou (78.) noch einmal in Gefahr geraten war, ehe Adrian Ramos in der Nachspielzeit die letzten Zweifel zerstreute.

          Nach dem achten Pflichtspielsieg in Serie wartet Dortmund weiter auf einen Gegner, der die Mannschaft zwingt, an ihre Grenzen zu gehen. Das ist auch den Berlinern nicht gelungen, die (zu) spät den Mut zum Risiko für sich entdeckten. „Das Schwierige war heute, das Tempo hochzuhalten. Wir wissen, dass das nicht so ein gutes Spiel von uns war, aber wir haben gewonnen und das ist das Relevante“, sagte Mats Hummels im TV-Sender Sky. „Die ersten 20 Minuten waren gut, da lief alles nach Plan“, sagte Gäste-Coach Pal Dardai. „Dann haben wir aus dem Nichts ein Tor kassiert. Anschließend war Dortmund besser und hat verdient gewonnen.“

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          Es hatte eine Weile gedauert, bis der Favorit die Produktion aufnahm. Fast eine halbe Stunde war den Borussen, trotz reichlich Ballbesitz, nicht viel gelungen. Aber zu den Vorzügen des BVB gehört derzeit neben Fitness, Selbstvertrauen und individueller Klasse noch etwas: Geduld. Sie wurde mit dem Führungstreffer belohnt. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Shinji Kagawa vom rechten Strafraumrand nach innen und fand in Hummels einen dankbaren Abnehmer. Der BVB-Kapitän wuchtete die Kugel mit dem Kopf ins Netz.

          Bis dahin hatte die Hertha sich mit ihrer Fünferkette keine Blöße gegeben und war zweimal sogar aussichtsreich vor dem Tor aufgetaucht. Aber Haraguchi vermochte sich gegen den aufmerksamen Hummels nicht durchzusetzen, und Daridas Schuss war kein Problem für Torhüter Bürki.

          Ohne Glanz, aber auch ohne viel Mühe brachte Dortmund den Vorsprung in die Pause. Eine Chance, ein Tor – eine eher ungewöhnliche Halbzeitbilanz für die Borussen, die zuweilen dazu neigen, erst mal einige Möglichkeiten zu vergeben. Das Dortmunder Spiel war weniger schwungvoll als zuletzt, aber das war vermutlich der Hitze geschuldet; auf dem Rasen herrschten Temperaturen von mehr als vierzig Grad Celsius.

          Dafür schien die Mannschaft in sich zu ruhen; sie hielt die „Balance aus Spaß und Anspannung“, die der wieder aufblühende Mittelfeldspieler Kagawa sich und seinen Kollegen jüngst bescheinigt hat.

          Nach dem Seitenwechsel kamen die Dortmunder schneller zur Sache. Mit einem Tor wie aus Tuchels Lehrbuch schufen sie eindeutige Verhältnisse. Kagawa hatte den Blick für Ginter; der Außenverteidiger flankte von rechts in den Fünfmeterraum, und Aubameyang vollendete das traumhafte Teamwork mit dem zweiten Tor. Von da an stellte sich nur noch die Frage, wie hoch Dortmund gewinnen würde.

          Die Fans waren sich längst sicher, dass es zur Tabellenführung reichen würde. „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“, riefen sie voller Überzeugung und ahnten noch nicht, dass sie den Schlusspfiff am Ende heftig herbeisehnen würden. Der kurz zuvor eingewechselte Hertha-Stürmer Kalou bescherte dem BVB mit seinem Anschlusstor aus abseitsverdächtiger Position eine hektische Schlussphase.

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