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5:1 gegen Hannover : Dortmunder Torflut im Titelrennen

  • -Aktualisiert am

Schwarz und Gelb hält zusammen und bleibt souverän an der Spitze der Bundesliga. Bild: EPA

Der Spitzenreiter sendet ein deutliches Signal nach München. Gegen Hannover gelingt dem BVB ein Kantersieg. Bei 96 indes steht nach dieser Demütigung womöglich ein Trainerwechsel bevor.

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          Längst geht es im Meisterschaftsduell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern auch um Signale, um Gesten der Stärke oder kleine Zeichen der Schwäche. Dass der BVB seit Oktober kein wirklich deutlicher Sieg mehr in der Bundesliga gelungen war, hatte zuletzt die Münchner Titelhoffnungen genährt, doch diese Argumentation ist nach dem am Ende sehr deutlichen 5:1-Sieg des Tabellenführers über Hannover 96 vorerst hinfällig.

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          Der BVB steht bis Sonntag wieder neun Punkte vor den Bayern und strahlt weiterhin eine imposante Souveränität aus, während bei Hannover 96 nach dieser Demütigung womöglich ein Trainerwechsel bevorsteht. Zwar hatte Horst Heldt keinen Sieg beim Tabellenführer gefordert, allerdings wollte der Manager des Tabellenvorletzten nach dem blutleeren Auftritt gegen Bremen zumindest eine Mannschaft sehen, „die sich wehrt, die sich der Situation stellt, die sich der Verantwortung bewusst ist“. Im Subtext hieß das: Sollte das Team in Dortmund abermals so schwach spielen wie zum Rückrundenauftakt, werde die Suche nach einem Nachfolger für André Breitenreiter intensiviert.

          Zunächst schienen sich die Profis das zu Herzen genommen zu haben. Sie begannen nicht nur mit Fleiß und Leidenschaft, sie hatten auch die ersten Chancen. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als BVB-Torhüter Roman Bürki einen gefährlichen Kopfball von Hendrik Weydandt abwehrte, und nach der anschließenden Ecke kam Waldemar Anton aus zehn Metern zum Abschluss, doch der Volleyschuss des Kapitäns flog über das Tor. Hannover wirkte mutig und entschlossen, zwanzig Minuten lang fanden die Dortmunder keine Räume im Abwehrgestrüpp des bestens sortierten Gegners.

          Erst als Marvin Bakalorz ein fürchterlicher Ballverlust im Zentrum der eigenen Hälfte unterlief, wurde die Borussia gefährlich, doch der nach seiner Fußverletzung ins Team zurückgekehrte Marco Reus verfehlte aus bester Position das Tor (20.). Das war der Auftakt zur besten Phase des Tabellenführers. Zunächst traf Reus den Pfosten (22.), bevor Achraf Hakimi das mittlerweile verdiente 1:0 erzielte (23.) Der Marokkaner hatte einen hübschen Doppelpass mit Raphael Guerreiro gespielt und den Ball präzise aus 16 Metern in die lange Ecke geschlenzt. Es war jedoch nur ein vorläufiges Auflodern der Dortmunder Angriffskunst. Nach der Führung wurden die Strafraumszenen wieder seltener, Hannover suchte nach eigenen Möglichkeiten, eigene Chancen zu kreieren, blieb aber ohne Durchschlagskraft, und auch der BVB wurde kaum einmal richtig gefährlich. Doch in der zweiten Hälfte brach Hannover 96 dann doch ein.

          Nach einer Viertelstunde ohne Torszenen verlor Miiko Albonorz den Ball am eigenen Strafraum. Hakimi spielte auf Reus, der keine Mühe hatte, das 2:0 zu erzielen (60.). Endgültig entschieden war die Partie dann, als Mario Götze nach kluger Vorarbeit von Jadon Sancho zum 3:0 traf (63.). Mit Guerreiros 4:0 (67.) wurde das Spiel dann endgültig zu einem kleinen Desaster für Hannover. Zwar verkürzte Balalorz noch auf 4:1 (86.), doch in der Nachspielzeit gelang Axel Witsel der fünfte Dortmunder Treffer.

          Breitenreiters Zukunft bleibt damit ungewiss, der Klub ist akut vom Abstieg bedroht, und die Verantwortlichen befassen sich konkret mit einem möglichen Trainerwechsel. „Ich erwarte von Herrn Heldt, dass die verfügbaren Trainer bekannt sind, die nach seiner Einschätzung das Profil erfüllen, bei Hannover 96 tätig werden zu können“, hatte Präsident Martin Kind unter der Woche gesagt, und Breitenreiter hat sogar Verständnis dafür. Es sei „völlig normal, dass man darüber nachdenkt, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben“, sagte der Trainer vor der Partie. Danach sagte er: „Wir brauchen jetzt eine klare Ansage, wie es weitergeht.“ Und Heldt sagte: „Meine Aufgabe ist, das Bestmögliche für Hannover 96 zu machen.“ 

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