https://www.faz.net/-gtm-8fyts

3:0 gegen den HSV : Drei BVB-Tore gegen den Europa-League-Frust

  • -Aktualisiert am

Der zweite Treffer: Ramos trifft und schnappt sich den Ball, Kagawa jubelt ihm zu Bild: AFP

Nach dem dramatischen Aus gegen Liverpool reichen dem BVB diesmal drei Treffer zum souveränen Sieg über den HSV. Während bei den Hanseaten Torhüter Adler die Rote Karte sieht, sorgt bei den Dortmundern ein anderer Spieler für Unruhe.

          2 Min.

          Der Hamburger SV war für Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren ein sogenannter Angstgegner. In sieben Duellen hatte der BVB gegen diesen Klub nur vier Punkte geholt. Aber weder diese bescheidene Bilanz verbreitete bei den Borussen Angst und Schrecken noch die dramatische Niederlage, die Dortmund am Donnerstag in der Europa League in g Liverpool erlitten hatte. Beim 3:0 über den HSV vermochte der Bundesliga-Zweite zwar nicht zu glänzen, kam aber nach den Toren von Christian Pulisic (38. Minute) und Adrian Ramos (44./86) zu einem ungefährdeten Heimsieg.

          Während der BVB nun das Hauptaugenmerk auf das DFB-Pokalhalbfinale an diesem Mittwoch gegen Hertha BSC (20.30 Uhr / Live in der ARD, auf Sky und im Pokalticker auf FAZ.NET) Berlin richtet, steckt der HSV vier Runden vor dem Saisonende wieder mitten im Abstiegskampf. Vor dem Nordderby am 31. Spieltag haben die Hamburger nur noch drei Punkte Vorsprung vor dem Tabellen-Sechzehnten Weder Bremen. Erschwerend kommt hinzu, dass der HSV in der bedeutsamen Begegnung gegen Bremen am kommenden Freitag auf seinen Stammtorhüter Rene Adler verzichten muss. Adler wurde für ein Foul an Shinji Kagawa mit der Roten Karte bestraft (52.), so dass seine Mannschaft fast vierzig Minuten in Unterzahl spielen musste.

          Und raus: HSV-Torhüter Adler sieht die Rote Karte Bilderstrecke

          BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte seine Startelf – wie schon eine Woche zuvor „auf“ Schalke – im Vergleich zur Besetzung aus dem vorangegangenen Europacupspiel auf acht Positionen geändert. Prominente Profis wie Marco Reus und Henrich Mchitarjan gehörten diesmal gar nicht zum Aufgebot. Auch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang wurde für das Pokalhalbfinale geschont. Drei Tage vor dieser Partie ging es für die Borussen gegen Hamburg – neben den Spekulationen um die Zukunft von Ilkay Gündogan, den es zu Manchester City ziehen soll – vor allem darum, kickend zu verarbeiten, was sie drei Tage zuvor an der Anfield Road in Liverpool erlebt hatten: eine der schmerzlichsten BVB-Niederlagen der vergangenen Jahre, besiegelt durch das 3:4 in der Nachspielzeit.

          Zunächst fiel es dem BVB schwer, in den Alltagsbetrieb zu wechseln, fast vierzig Minuten wussten sie mit ihrem Ballbesitz nichts anzufangen. In der Schlussphase der ersten Hälfte zeigte die Heimelf sich jedoch hellwach und überraschte den HSV mit einem Doppelschlag. Dank der Vorarbeit von Kagawa und Hummels kam der BVB acht Minuten vor der Pause zur seiner ersten Chance in diesem Spiel. Unbehelligt von zwei Verteidigern, vollendete Pulisic den Angriff mit einem Schuss ins kurze Eck zu seinem ersten Bundesligator. Sechs Minuten später beförderte Ramos die Kugel plaziert ins lange Eck.

          Bis dahin war der BVB zwar nicht besonders gut, aber gnadenlos effektiv und, über kurz oder lang, erfolgreich. Das lag auch daran, dass der HSV es zuvor versäumt hatte, in Führung zu gehen. Ivo Ilicevic verfehlte nach Doppelpass mit Lasogga mit einem Kopfball aus etwa sechs Metern knapp das Ziel. Später zeigte sich Sven Schipplock, kurz zuvor für den verletzten Lasogga eingewechselt, in aussichtsreicher Position zu zögerlich. Begünstigt von einem Fehler Sven Benders hätte der HSV-Stürmer den Ball querlegen oder selbst schießen können. Welche der beiden Möglichkeiten er bevorzugte, war nicht zu erkennen – und die Chance vertan, weil Hummels entschlossen dazwischen ging.

          Der zweite Durchgang begann für den HSV ähnlich unerfreulich, wie der erste aufgehört hatte. Als Kagawa einer Steilpass von Ramos erfolgversprechend nachjagte, kam ihm Adler entgegen und hinderte ihn mit einem Foul daran, in den Strafraum einzudringen. Schiedsrichter Marco Fritz wertete dies nach Rücksprache mit dem zuständigen Assistenten als „Notbremse“ und schickte den Torhüter des HSV mit der Roten Karte des Feldes. In Unterzahl zeigten die Norddeutschen sich nicht nur außerstande, noch etwas auszurichten sondern mussten zu neunt (Ekdal schied verletzt aus, als das Wechselkontingent erschöpft war) noch einen weiteren Treffer von Ramos hinnehmen. Die Hamburger Fans verabschiedeten ihre Lieblingsmannschaft trotz allem mit aufmunternden HSV-Rufen.

          Weitere Themen

          Die Nervensägen aus der Provinz

          FAZ Plus Artikel: EHC Straubing : Die Nervensägen aus der Provinz

          Nicht ernst genommen in den Hauptstädten, aber erfolgreich: Der EHC Straubing nimmt es mit den Eishockey-Großmächten auf. In der deutschen-Eishockey-Liga bremsen sie nun en EHC München nach dessen Startrekord von elf Siegen.

          Topmeldungen

          Impeachment-Ermittlung : Trumps Flucht nach vorn

          Der Stabschef des Präsidenten gibt zu, dass Militärhilfe für Kiew an parteipolitische Bedingungen geknüpft wurde. Trump will so tun, als wäre das ganz normal – und könnte damit durchkommen.

          Truppenabzug in Syrien : Amerika dankt ab

          Trump zieht aus Syrien ab und überlässt das Krisenland den Russen. Ob Erdogan seine Ziele erreicht, ist noch nicht klar. Aber zwei Sieger dürften schon feststehen. Von unseren F.A.Z.-Woche-Korrespondenten und -Autoren.
          Oliver Zipse

          F.A.S. exklusiv : BMW baut den i3 weiter

          Neue Manager, mehr Tempo: BMW-Chef Oliver Zipse baut den Konzern um. An dem teuren Elektroauto i3 hält er aus gutem Grund fest, wie er in seinem ersten Interview sagt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.